«Come on», rief Arthur Burda und ballte die Faust. Die Aufforderung galt ihm selbst. Der Urdorfer hatte im Final der Kategorie 1 des Limmattaler Tischtennisturniers gegen Sämi Von Büren soeben einen Punkt gemacht. Doch sein Kontrahent behielt im Entscheidungssatz Oberwasser, Burda musste sich schliesslich mit dem zweiten Rang begnügen. «Ich habe nicht gut gespielt», sagte er nach der Niederlage. «Ich bin allerdings auch nervös gewesen, schliesslich spiele ich hier an unserem Heimturnier, es findet sozusagen vor meiner Haustüre statt.»

Im Gegensatz zu Burda mussten andere eine weite Anreise in Kauf nehmen, um am Limmattaler Tischtennisturnier in der Urdorfer Zentrumshalle teilzunehmen. So Mirco Deflorin, der in Chur wohnt. Er war zum ersten Mal am Traditionsturnier dabei. «Ein paar Kollegen hatten gesagt, sie würden mitspielen», sagte er. «Dann habe ich mich entschieden, ebenfalls mitzumachen.»

Ein Turnier im neuem Modus

Der Churer bereute seinen Entscheid nicht: «Ich konnte einige Partien gewinnen.» Andernfalls hätte Deflorin einen Abstieg im Ranking riskiert, da seit der Einführung des neuen Klassierungssystems ELO die Spieler, die an einem Turnier gegen schwächer klassierte Gegner verlieren, Punkte einbüssen können. Für Deflorin war dies aber nicht ausschlaggebend für eine Teilnahme: «Man sollte ohnehin nicht zu sehr auf die Punkte schauen, sondern darauf achten, dass man an solchen Turnieren Erfahrung sammeln kann.»

Für Deflorin zahlte sich die Teilnahme am Limmattaler Tischtennisturnier aus. In der Kategorie 1 stiess er bis ins Halbfinal vor, wo er am späteren Sieger Von Büren scheiterte. Am Ende sicherte er sich den dritten Platz. Hätten die Organisatoren das Turnier allerdings nach dem K.o.-Modus ausgetragen, so wie das in den vergangenen Jahren der Fall war, wäre Deflorin nicht nach Urdorf gefahren. «Der neue Modus mit den Gruppenspielen war auch ein Grund, dass wir hierhergekommen sind», so der Churer. Denn so habe man zumindest eine gewisse Anzahl Partien.

Der neue Modus kam auch bei Deflorins Gegnern in der Kategorie 1 gut an, wie OK-Präsident Reto Just bei einer Kurzumfrage feststellte. Und auch wenn das Turnier mit 83 Anmeldungen nicht voll war: Just war zufrieden. «Fürs erste Mal ist das gut», sagte er. Auch gut angekommen sei das Plauschturnier, an dem nicht lizenzierte Tischtennisspielerinnen und -spieler sich mit anderen messen konnten. «22 Personen haben teilgenommen, das ist erfreulich», so Just. Am schwächsten besetzt war in diesem Jahr das Schülerturnier. Weniger als ein Dutzend Schülerinnen und Schüler machten mit. «Es war schon in den letzten Jahren schwierig, die Schüler für eine Teilnahme zu gewinnen», sagte Just.

Insgesamt konnten die Organisatoren aber eine positive Bilanz ziehen. «Den Gruppenmodus und das Plauschturnier würden wir nächstes Jahr wieder durchführen», sagte Just, «sofern es im nächsten Jahr wieder ein Limmattaler Tischtennisturnier gibt.» Diesen Entscheid fälle man erst an der Generalversammlung. «Ich bin guten Mutes», so Just. Auch für die Spieler hat das Turnier eine grosse Bedeutung. «Es ist sehr schön, wenn man ein eigenes Turnier austragen kann», sagte Burda. «Ich finde, so etwas sollte man unterstützen.»