Dietikon

Für das Libergy öffneten sich plötzlich neue Türen – ein Café ebnet dem Reformhaus den Weg

Pascal Bättig sieht der Zukunft wieder optimistisch entgegen.

Pascal Bättig sieht der Zukunft wieder optimistisch entgegen.

Das Reformhaus Libergy im Dietiker Zentrum ist fürs Erste gerettet. Dank der Stadt und einem neuen Input eines Dietikers.

Für das Reformhaus Libergy in Dietikon öffneten sich plötzlich neue Türen: Pascal Bättig, der den Laden im Zentrum seit vier Jahren führt, sieht der Zukunft wieder positiv entgegen. Gegenüber der Limmattaler Zeitung sagte er kürzlich, dass er aufgrund der Limmattalbahn-Baustelle seinen Laden vermutlich schliessen müsse.

Mit den zusätzlichen Umsatzeinbussen sei ihm alles zu viel geworden, sagt er. Als dann ein Angebot kam, den Laden zu verkaufen, war er bereit aufzugeben. Er wollte seine Produkte nur noch online anbieten. Die Stadt Dietikon reagierte umgehend.

«Nachdem bekannt wurde, dass Herr Bättig aus finanziellen Gründen schliessen und das Geschäft an einen Türkischen Grosshändler übertragen würde, haben wir im Gespräch mit ihm nach Lösungen gesucht, wie und unter welchen Umständen Libergy gerettet werden kann», schreibt der Dietiker Standortförderer Adrian Ebenberger auf Anfrage.

Eine der Massnahmen bestand darin, die Verwaltung um eine Mietzinsreduktion zu bitten, wie er schreibt. «Diesen Brief haben wir im Namen der Stadt und von Libergy an die Verwaltung gesendet.»

Als Reaktion seien sie von der Verwaltung gebeten worden, eine Erklärung anzugeben, was die Stadt für die Ladengeschäfte tue, bevor die Verwaltung das Begehren an die Immobilienbesitzerin weiterreiche.

«Das haben wir dann auch schriftlich getan. Eine Antwort von Seiten der Verwaltung steht noch aus», führt Ebenberger weiter aus. Parallel kam Bättig mit dem Dietiker Ivano Cultrara ins Gespräch: Der 44-Jährige ist Mitarbeiter der Migros vis-à-vis im Löwenzentrum.

Im Libergy soll Kaffee ausgeschenkt werden

«Wenn der Plan aufgeht und die Hürden überwunden werden können, dann wird ein Bistro in Zusammenarbeit mit der Firma Fredy’s AG, ehemaliger Gründer von Hiestand, im Frühjahr 2020 das Sortiment ergänzen», erzählt Bättig. Entlang der grossen Schaufenster soll es im Laden dreissig Sitzplätze geben.

Die Fläche für den Laden werde dadurch zwar verkleinert, doch mit diesem Konzept sinke der Druck, weil die Miete zusätzlich aufgeteilt werden könne. «Die Backwaren für ein Frühstück oder ein Mittagessen werden dann von der Bäckerei geliefert», so Bättig.

Cultrara wolle die Führung des Cafés übernehmen, weil er bereits viele Jahre Erfahrung im Gastgewerbe habe. «Es hat von Anfang an alles gestimmt und die neuen Perspektiven freuen mich. Ich konnte in die Ferien fahren und mich erholen, auch weil ein Kunde und Freunde mir im Laden aushalfen.» Die Stadt habe ihn unterstützt, indem er mit verschiedenen Personen in Kontakt treten konnte.

Cultrara ist noch mit einem weiteren Projekt am Start: «Ich beginne mit einem eigenen Unternehmen im Februar. Mit dieser Möglichkeit im Libergy hat sich am selben Standort noch eine Ergänzung ergeben. Wir werden nun alles daran setzen, das neue Café zu realisieren und freuen uns darauf, viele Einwohner der Stadt begrüssen zu dürfen», führt Cultrara aus.

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