Dietikon

Fünf Wochen Ferien für alle sind dem Stadtrat zu teuer

Die Dietiker Stadtangestellten werden wohl nicht länger in die Ferien können (Symbolbild)

Der städtische Personalausschuss fordert mehr Ferien für alle 20- bis 50-jährigen Stadtangestellten. Die Exekutive lehnt dies ab – unter anderem aus Kostengründen. Dafür soll es insgesamt mehr Lohn und Entschädigungen geben.

Ein paar Tage mehr Strandvergnügen oder Skispass pro Jahr – und das für alle 20- bis 50-jährigen Stadtangestellten. Für die Aufstockung der Ferientage, von der 205 Personen profitieren würden, müsste Dietikon laut Stadtrat jährlich grob geschätzte 122000 Franken mehr ausgeben. «Zu viel», findet der Stadtrat und lehnt die Forderung des Personalausschusses nach fünf Wochen Ferien für alle unter 60-jährige Mitarbeiter ab. Dies geht aus dem stadträtlichen Antrag an den Gemeinderat hervor, die Teilrevision der Personalverordnung zu genehmigen.

Doch es sind nicht nur die Mehrkosten, welche die Stadtregierung zu ihrem Entscheid bewogen haben. Die geltende Ferienregelung sei bereits «eine konkurrenzfähige Bestimmung», schreibt der Stadtrat in seinem Bericht. Der Blick in die aktuelle Personalverordnung aus dem Jahr 2000 zeigt: 20- bis 40-Jährige kommen in Genuss von vier Ferienwochen pro Jahr, was 20 freien Arbeitstagen entspricht. 40- bis 50-Jährige haben 23 Ferientage pro Jahr. Über fünf Ferienwochen freuen können sich heute Lehrlinge, unter 20-Jährige und über 50-Jährige – Mitarbeiter, die älter als 60 sind, gar über sechs Wochen.

120 000 Franken mehr Lohn

Diese Ferienregelung will der Stadtrat nicht antasten – im Gegensatz zum Lohnsystem, dass er im Frühling 2011 überprüfen liess. Sämtliche städtischen Funktionen seien «personenunabhängig und ohne Rücksicht auf das konkrete Gehalt» bewertet worden, führt der Stadtrat aus. In einem nächsten Schritt wurden die Funktionen «marktkonformen» Lohnstufen zugewiesen. Das Fazit der damit beauftragten Firma IPM Consulting: Die heutigen neun Lohnstufen sind ungenügend – in der teilrevidierten Personalverordnung soll es elf Stufen geben. «Damit kann insbesondere in den tiefen Lohnkategorien präziser und feiner eingestuft werden», so der Stadtrat.

Eine zweite Erkenntnis: Der Vergleich dieses Modells mit den realen Löhnen der Stadtangestellten ergebe «Ausreisser sowohl nach oben als auch nach unten». Es gibt Angestellte, die zu viel oder zu wenig verdienen. Wie der Stadtrat mit diesen Differenzen umgeht, will er nach der Genehmigung der teilrevidierten Personalverordnung entscheiden. Im Budget 2012 hat er für strukturelle Lohnanpassungen bereits insgesamt 120000 Franken eingestellt.

Behördenentschädigungen jahrelang nicht verändert

Höhere Entschädigungen fordert der Stadtrat auch für Behörden. Die Behördenentschädigungen in Dietikon seien in den letzten Jahren nicht verändert worden, begründet er. Der Vergleich mit anderen Städten zeige, dass die Entschädigungen «eher tief angesetzt» seien.

Insgesamt sollen die Mitglieder des Gemeinderats, der Sozialbehörde, der Vormundschaftsbehörde und der Schulpflege jährlich 134000 Franken mehr erhalten. Neuerdings als Behörde entschädigt werden soll laut Stadtrat das kommunale Friedensrichteramt – und zwar in einem 60-Prozent-Pensum. Der Grund: Bisher war die Friedensrichterin eine Stadtangestellte. Künftig wird sie zwingend vom Volk gewählt.

Die teilrevidierte Personalverordnung soll per 1. Juli 2012 in Kraft treten.

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