Aesch

Fünf Bisherige wollen in den Gemeinderat – die Kandidaten stellen sich vor

Die Gemeinderätin und die vier Gemeinderäte von Aesch treten erneut an und es gesellt sich keine neue Kandidatur dazu.

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Zu einer Kampfwahl kommt es in Aesch am 15. April nicht. Neue Kandidaturen gibt es keine und alle fünf bisherigen Gemeinderatsmitglieder stellen sich für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung: Gemeindepräsident Johann Jahn (Forum), Tiefbau-, Werk- und Gesundheitsvorstand, sowie Vizepräsident Roland Helfenberger (SVP), Finanz- und Sicherheitsvorstand Diego Bonato (SVP), Sozial- und Kulturvorständin Janine Vannaz (CVP) und Hochbau- und Liegenschaftenvorstand Max Holliger (FDP).

Auch die politischen Kräfteverhältnisse ändern sich also nicht. Gleiches gilt für die fünfköpfige Primarschulpflege, wo ebenfalls das ganze Gremium geschlossen nochmals antritt. Bei der Rechnungsprüfungskommission (RPK) steht hingegen ein Wechsel bevor: Als einziger tritt der Bisherige Peter Rasi (SVP) nicht mehr an. Neu kandidiert Patrizia Nyffenegger (parteilos).

Der Aescher Sitz bleibt bewahrt

Auch bei der Sekundarschulpflege Birmensdorf-Aesch gibt es keine Kampfwahl. Denn hier treten fünf Personen für die fünf zu besetzenden Sitze an. Einzige Kandidatin aus Aesch ist Sibylle Gut (SVP, neu). Neben ihr treten vier Bisherige aus Birmensdorf an: Denise Brunner-Krebser (SVP), Isabelle Carson (FDP), Sandra Mingote und Peter Zimmermann (beide parteilos). Für das Präsidium kandidiert Isabelle Carson. Sie dürfte auf die bisherige, nicht mehr antretende Präsidentin Ruth Hofstetter-Kümmerli (parteilos, Aesch) folgen.

In Aesch gibt zum einen das Wachstum im Gebiet Heligenmatt-Feltsch zu reden, zum anderen die Integration der Neuzuzüger und damit das Bewahren des Dorflebens – schliesslich soll Aesch auch in Zukunft keine Schlafgemeinde, sondern weiterhin eine aktive und attraktive Gemeinde sein. Die fünf Gemeinderatsmitglieder stellen hier ihre Gedanken zu diesen und weiteren Themen vor.

Johann Jahn (Forum, bisher) Gemeindepräsidium

  • Alter: 63
  • Familienstand: verheiratet, drei erwachsene Töchter
  • Beruf: Ingenieur/Geometer
  • Ämter: Gemeinderat 2004 bis 2010 (Finanzvorstand), seit 2010 Gemeindepräsident, früher zwei Jahre Rechnungsprüfungskommission

1. Im Gebiet Heligenmatt-Feltsch ist Aesch stark gewachsen. Soll Aesch weiter wachsen und wenn ja, wo?

Der erste Teil der Frage stellt sich so nicht. Aesch wird weiter wachsen. Im Gebiet Heligenmatt-Feltsch ist noch baureifes Bauland für rund 500 Einwohner vorhanden. Darüber hinaus ist keine Ausweitung des Siedlungsgebietes möglich und sinnvoll. Im «alten» Dorf ist gemäss den Vorgaben des Räumlichen Entwicklungskonzepts eine massvolle bauliche Erneuerung anzustreben.

2. Wie kann der Gemeinderat dazu beitragen, damit Aesch weiterhin keine Schlafgemeinde wird?

Wir setzen uns dafür ein, die Dorfstrukturen wie Schule, Dorfladen, Restaurants, Bibliothek und so weiter weiterzuentwickeln und gute Rahmenbedingungen für Wohnen, Arbeiten und Freizeit bereitzustellen. Es ist wichtig, das Wachstum der Gemeinde aktiv mitzugestalten und Raum für Begegnungen zu bieten. Dabei setzen wir weiterhin auch auf das aktive Engagement der Aescherinnen und Aescher.

3. In welchem Bereich wollen Sie in den nächsten vier Jahren Akzente setzen?

Verschiedene grössere Projekte sind bereits aufgegleist und sollen in dieser Zeit umgesetzt werden. Die wichtigsten sind der Ersatz des Mehrzweckgebäudes und die Umsetzung des Räumlichen Entwicklungskonzepts mit einer Revision der Nutzungsplanung. Ein neuer Schwerpunkt wird die Nutzung und Gestaltung des Dorfkerns sein, die im Zusammenhang mit der Rössli-Wiedereröffnung aktuell wird.

Roland Helfenberger (SVP, bisher)

  • Alter: 51 
  • Familienstand: verheiratet, vier Kinder
  • Beruf: Förster 
  • Ämter: Rechnungsprüfungskommission 2002 bis 2006, Gemeinderat seit 2006

1. Im Gebiet Heligenmatt-Feltsch ist Aesch stark gewachsen. Soll Aesch weiter wachsen und wenn ja, wo?

Wenn das Gebiet Heligenmatt-Feltsch überbaut ist, werden mögliche grössere Bauzonen aufgebraucht sein. In Aesch findet dann allenfalls eine innere Verdichtung statt. Die Bevölkerung konnte das Räumliche Entwicklungskonzept mitgestalten. Das Wachstum der Gemeinde muss und wird wieder auf ein vernünftiges Mass zurückgehen. Verkraften wir erstmals diesen starken Einwohnerzuwachs und setzen uns mit der Integration des neuen Quartiers auseinander.

2. Wie kann der Gemeinderat dazu beitragen, damit Aesch weiterhin keine Schlafgemeinde wird?

Zu einem attraktiven, lebenswerten Ort gehört für mich ein aktives Vereinsleben, wo man sich in seiner Freizeit aufhalten kann. Die meisten Vereine brauchen irgendwelche Infrastrukturen oder finanzielle Unterstützung seitens der Gemeinde, damit sie ihrem Hobby nachgehen können. Zudem unterstützt oder veranstaltet der Gemeinderat Anlässe, die dazu dienen, ein aktives Dorfleben zu ermöglichen.

3. In welchem Bereich wollen Sie in den nächsten vier Jahren Akzente setzen?

Ich möchte mich dafür einsetzen, dass Aesch weiterhin als attraktive und lebendige Gemeinde für alle Bevölkerungsschichten wahrgenommen wird. Als Tiefbauvorstand ist es mir natürlich auch ein Anliegen, dass unsere Infrastrukturen wie Strassen und Leitungen regelmässig unterhalten oder erneuert werden. Zudem ist im Gebiet Heligenmatt-Feltsch noch einiges an Infrastrukturbauten zu erstellen, damit dort in Zukunft einmal Personen wohnen können.

Diego Bonato (SVP, bisher)

  • Alter: 58
  • Familienstand: verheiratet, zwei erwachsene Kinder
  • Beruf: diplomierter Wirtschaftsprüfer
  • Ämter: seit 2010 Gemeinderat, von 2006 bis 2010 Präsident der Rechnungsprüfungskommission

1. Im Gebiet Heligenmatt-Feltsch ist Aesch stark gewachsen. Soll Aesch weiter wachsen und wenn ja, wo?

Aufgrund der Bauprojekte ist bereits klar, dass die Gemeinde Aesch von jetzt 1341 Einwohnern (Dezember 2017) bis ins Jahr 2020 auf rund 1650 Einwohner anwachsen wird. Danach hat es noch wesentliche unüberbaute Baulandflächen im Gebiet Heligenmatt-Feltsch, sodass die Gemeinde auf ein Maximum von rund 2200 Einwohner weiter anwachsen könnte. Für mich ist wichtig, dass die Landwirtschaft und der schöne Dorfcharakter von Aesch so erhalten werden können.

2. Wie kann der Gemeinderat dazu beitragen, damit Aesch weiterhin keine Schlafgemeinde wird?

Die vielen Neuzuzüger sind ins sehr aktive Dorfleben zu integrieren. Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass der Gemeinderat Begegnungsmöglichkeiten schafft, etwa mit dem Neuzuzüger-Anlass (Informationen zum Dorf), mit der Unterstützung des alle zwei Jahre stattfindenden Dorffaeschts oder mit der Durchführung des alljährlichen Gemeinderats-Anlasses.

3. In welchem Bereich wollen Sie in den nächsten vier Jahren Akzente setzen?

Bei den Finanzen strebe ich einen stabilen Steuerfuss an sowie den Erhalt der guten Finanzlage der Gemeinde Aesch. Im Polizeibereich ist mir die gute Zusammenarbeit mit dem Posten der Kantonspolizei Zürich in Birmensdorf und mit der Feuerwehr Birmensdorf-Aesch wichtig. Zudem ist nach der Fertigstellung des gemeindeeigenen Parkplatzes das freie Parkieren in der Gemeinde ohne jede Gebühr aufrechtzuerhalten.

Janine Vannaz (parteilos, bisher)

  • Alter: 48
  • Familienstand: zwei Kinder
  • Beruf: Privatkundenberaterin bei einer Bank
  • Ämter: seit 2014 Gemeinderätin, Mitglied Kulturkommission, Märtkommission, Spitex-Fonds-Kommission, Präsidentin Bibliothekskommission, Vorstandsmitglied Alterszentrum am Bach Birmensdorf, Sozialdienst Limmattal, Mitglied Sozialvorständekonferenz Limmattal, Delegierte Spital Limmattal

1. Im Gebiet Heligenmatt-Feltsch ist Aesch stark gewachsen. Soll Aesch weiter wachsen und wenn ja, wo?

Die Gemeinde Aesch ist an einem moderaten Wachstum interessiert, demnach wurde das Räumliche Entwicklungskonzept festgesetzt und auch die Revision der Bau- und Zonenordnung steht an. Persönlich freue ich mich auf alle neuen Einwohner in Aesch, denke aber, dass wir nun bald eine schöne Grösse erreicht haben und es auch wieder toll wäre, das Dorf ohne Baukrane zu erleben.

2. Wie kann der Gemeinderat dazu beitragen, damit Aesch weiterhin keine Schlafgemeinde wird?

Vereine, Gewerbe, unsere tolle Bibliothek sowie verschiedene kulturelle Events und auch Anlässe wie Dorffest, Neuzuzügeranlass, Jungbürgerfeier, Neujahrsapéro und viele mehr tragen nachweislich dazu bei, dass Aesch auch weiterhin eine attraktive Wohngemeinde bleibt.

3. In welchem Bereich wollen Sie in den nächsten vier Jahren Akzente setzen?

Die Jugendförderung und das Wohl der Familien sind mir ein besonderes Anliegen, aber auch das Wohnen im Alter steht im Fokus, nebst anderen sozialen Themen wie zum Beispiel Integrationsmassnahmen und die Verhinderung von Langzeit-Sozialhilfeempfängern.

Max Holliger (FDP, bisher)

  • Alter: 63
  • Familienstand: verheiratet, je drei Kinder pro Partner
  • Beruf: System-Administrator/System-Programmierer/Erwachsenenbildung
  • Ämter: Rechnungsprüfungskommission 2010 bis 2011, Gemeinderat seit 2011

1. Im Gebiet Heligenmatt-Feltsch ist Aesch stark gewachsen. Soll Aesch weiter wachsen und wenn ja, wo?

Aesch wird bald 1800 Einwohner erreichen. Das ist eine angenehme und überschaubare Grösse. Zur Entwicklung von Aesch hat sich die Bevölkerung aktiv mit ihren Anliegen einbringen können. Diese wurden im Räumlichen Entwicklungskonzept integriert. Das Gebiet Heligenmatt-Feltsch hat zirka 600 Neuzuzüger gebracht. Es ist nicht fertig. Weitere Bautätigkeit ist zu erwarten. Gleichzeitig gibt es eine innere Verdichtung, was auch mehr Einwohner bringt.

2. Wie kann der Gemeinderat dazu beitragen, damit Aesch weiterhin keine Schlafgemeinde wird?

Die Gemeinde lebt, wenn es lebenswerte Räume gibt. Der Erhalt der jetzigen Freiräume beim Gemeindehaus und die Erweiterung dieses Bereichs ist absolut wichtig. Die Lage von Bibliothek, Volg und Kita ist ideal. Ideal ist auch, dass gerade neben diesen zentralen Einrichtungen das ehemalige Restaurant Rössli wieder geöffnet wird. Ein weiterer wichtiger Pfeiler sind unsere im Dorf sehr gut verankerten und aktiven Vereine sowie der Neuzuzügeranlass.

3. In welchem Bereich wollen Sie in den nächsten vier Jahren Akzente setzen?

Der Neubau des Gemeindesaals Nassenmatt ist ein wichtiges Ziel. Die Revision der Bau- und Zonenordnung beginnt dieses Jahr und beeinflusst die Entwicklung von Aesch. Die Entwicklung und Ausweitung des Gemeindezentrums ist umgehend anzugehen. Die Gemeinde muss noch mehr Energie-Vorbild werden. Damit Massnahmen definiert werden können, muss eine Energiestrategie erstellt werden. Auch Einzelmassnahmen wie etwa Photovoltaik-Anlagen sind ein Thema.

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