Oberengstringen
Frühere Ernte dank warmem Winter - Bauer Leuzinger freuts

Weil der Frost weitgehend ausblieb und das Gemüse genug Sonne bekam, verläuft die Saison für Gemüsebauer Walter Leuzinger bislang sehr gut.

Anina Gepp
Merken
Drucken
Teilen
Nüsslisalat konnte diesen Winter schon drei Wochen früher geerntet werden.

Nüsslisalat konnte diesen Winter schon drei Wochen früher geerntet werden.

Julia Wartmann

Aprilwetter im November und Dezember, frühlingshafte Temperaturen an einigen Tagen im Januar: Der milde Winter sorgt dafür, dass Allergikern bereits die Nase juckt und die Zecken vermehren sich unter diesen Bedingungen besonders gerne.

Der warme Winter bringt jedoch auch Positives mit sich. Schweizweit freuen sich Bauern über gute Ernten der saisonalen Gemüsesorten. Auch für Walter Leuzinger aus Oberengstringen hätte das Wetter vom Spätherbst 2014 bis jetzt besser fast nicht sein können. «Weil es im Oktober und November noch keinen Frost gab, konnten die Kulturen auf dem Feld allesamt noch geerntet werden», sagt Leuzinger. Kälte wäre für Salate wie Zuckerhut oder Cicorino Rosso nicht ideal gewesen. In anderen Jahren sei aus der Ernte im frühen Winter auch schon nichts mehr geworden, weil die Temperaturen zu oft unter dem Nullpunkt lagen. Diesen Winter jedoch habe er das Gemüse in bester Qualität vorfinden können.

Die Planung geht nie auf

Der milde Winter führte aber auch zu veränderten Erntezeiten. Durch den vielen Sonnenschein im November war der Nüsslisalat im Gewächshaus des Gemüsebauern rund drei Wochen früher erntebereit als üblich. Das habe dazu geführt, dass die Ware an den Festtagen etwas knapp wurde. Über Weihnachten verkauft der Bauer jeweils am meisten Nüsslisalat, da dieser eine beliebte Beilage für das Festmahl ist. Dass die Planung der Erntetermine auf den Tag genau aufgehe, sei aber sowieso selten der Fall, so Leuzinger. «Das ist reines Wunschdenken. Es gibt keine fixen Termine, die die Natur einhält.» Zwar stelle er jedes Jahr einen Plan auf, Änderungen gebe es aber immer.

Der Winter sei bis zum heutigen Tag sehr gut für ihn verlaufen, sagt Leuzinger zusammenfassend. Im Limmattal komme es sonst oftmals vor, dass es in der kalten Jahreszeit viel Hochnebel hat. Das wirke sich negativ auf das Wachstum von Gemüse aus, da dieses zu wenig Licht abbekommt. Heuer habe es jedoch so viele sonnige Tage gegeben, dass das überhaupt kein Problem gewesen sei.

Ein definitives Fazit kann Leuzinger für die Wintersaison erst Ende Februar ziehen. Da der Bauer jetzt aber alles Gemüse geerntet hat, wünscht er sich doch noch eine längere Kälteperiode. «Eine ganze Woche lang Temperaturen unter null Grad wären ideal für die Böden», sagt er. Auch Schädlinge würden dadurch dezimiert, was zu weniger Problemen für die Pflanzen im Folgejahr führe. Vor allem eingewanderten Arten macht Kälte zu schaffen. Diese sind an mildere Bedingungen angepasst und vertragen längeren Frost schlechter als die heimischen Arten.