Bezirk Dietikon
Früher Frühling bringt mehr Jobs - vor allem für Männer und Ausländer

Die Arbeitslosigkeit ist im März zurückgegangen. Vor allem im Bau-, Gastgewerbe- und Industriesektor sind saisonale Effekte spürbar.

Sophie Rüesch
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Saisonale Branchen führen zu weniger Arbeitslosigkeit. (Symbolbild).

Saisonale Branchen führen zu weniger Arbeitslosigkeit. (Symbolbild).

Keystone

Die schlechte Nachricht vorweg: Der Bezirk Dietikon weist immer noch die höchste Arbeitslosenquote des Kantons aus. Doch es gibt auch eine gute: Nach einem harten Winter geht es im Limmattal wieder bergauf, wie einer gestrigen Mitteilung des Amts für Wirtschaft und Arbeit (AWA) zu entnehmen ist.

Im März waren mit 2452 knapp 100 Menschen weniger beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) arbeitslos gemeldet als noch im Februar, was einem Rückgang von 3,7 Prozent entspricht. Immerhin: Stärker ging die Arbeitslosigkeit im Kanton Zürich nur in den Bezirken Affoltern und Pfäffikon zurück.

Damit sank im Bezirk Dietikon auch die Arbeitslosenquote vom Februar-Wert 6 auf 5,8 Prozent im März. Das sind allerdings immer noch 1,9 Prozent mehr als der kantonale Durchschnitt. Und: Im Vergleich zum März des Vorjahres verzeichnet der Bezirk Dietikon keinen Rückgang der Arbeitslosigkeit, sondern einen Anstieg um 7,5 Prozent. So lag die Arbeitslosenquote im März 2015 bei 5,4 Prozent, also 0,4 Prozent tiefer als im März dieses Jahres.

Auch auf kantonaler und nationaler Ebene war im März ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um je 0,1 Prozentpunkte zu verzeichnen. Das Amt für Wirtschaft und Arbeit führt den Rückgang im Kanton auf saisonale Effekte zurück; noch liessen die Zahlen keine Rückschlüsse auf eine anhaltende Entspannung im Arbeitsmarkt zu.

Dank der milden Temperaturen waren im März nämlich vor allem in den Bereichen Bau, Gastgewerbe, Landwirtschaft und Industrie wieder mehr Arbeitskräfte gefragt. Auch bei den temporär Angestellten war ein Rückgang zu verzeichnen. Von dieser Entwicklung profitieren nach Berechnungen des AWAs vor allem zwei Gruppen: Betroffen seien zu über 80 Prozent Ausländer und zu rund 60 Prozent Männer – kein Wunder, ist der Bausektor, in dem beide Gruppen stark vertreten sind, doch einer der stärksten Treiber der saisonalen Arbeitslosigkeit.

Im Bezirk Dietikon sind die Männer mit 77 Prozent etwas weniger stark vom Rückgang betroffen als im ganzen Kanton, wie das Amt auf Anfrage mitteilt. «Dies könnte daran liegen, dass Branchen wie beispielsweise der Detailhandel im Bezirk Dietikon ein stärkeres Gewicht haben als im ganzen Kanton und sich dadurch ein höherer Frauenanteil ergibt bei der Auswertung des gesamten Rückgangs», erklärt die AWA-Medienverantwortliche Irene Tschopp.

Mit ebenfalls 77 Prozent sei im Bezirk hingegen die Gruppe der Ausländer viel stärker betroffen vom Rückgang als jene im gesamten Kanton. Dies liege «wahrscheinlich an der Struktur der im Bezirk ansässigen Erwerbsbevölkerung».

Leicht weniger Jobs verzeichnet derweil im Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen; am stärksten betroffen sind die Banken.