Zürich/Abstimmung
Fremdspracheninitiative: Gegner warnen vor Rückschritt

Das überparteiliche Komitee "Nein zur Abschaffung von Frühenglisch" hat sich gegen die Fremdspracheninitiative ausgesprochen. Das Komitee warnt vor einem Rückschritt und spricht von einer "widersprüchlichen und rückwärtsgewandten" Initiative.

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Fremdspracheninitiative Gegern fordern weiterhin Englisch und Französisch in der Primarschule

Fremdspracheninitiative Gegern fordern weiterhin Englisch und Französisch in der Primarschule

CAB

Durch die Initiative "Mehr Qualität - Eine Fremdsprache an der Primarschule" werde das Zürcher Bildungssystem durch die beteiligten Lehrerverbände selbst nach unten nivelliert und das beliebte Frühenglisch willkürlich geopfert, teilte das Nein-Komitee am Donnerstag mit. "Dieser Rückschritt muss unbedingt verhindert werden."

Da die Zürcher Stimmbevölkerung eine ähnliche Initiative bereits abgelehnt und den Beitritt zum HarmoS-Konkordat - das zwei Fremdsprachen in der Primarschule vorsieht - beschlossen habe, verletzte sie "mehrfach den Volkswillen". Das Nein-Komitee befürchtet zudem, dass die interkantonal beschlossene Sprachenstrategie gefährdet wird.

Mit der kantonalen Volksinitiative "Mehr Qualität - Eine Fremdsprache an der Primarschule", über die das Zürcher Stimmvolk am 21. Mai befindet, wollen der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV, die Zürcher Kantonale Mittelstufe zkm und der Lehrerverband SekZH im Kanton einen Systemwechsel erreichen. Auch die Arbeitsgemeinschaft Schule mit Zukunft steht dahinter.

Die Zürcher Volksschüler beginnen heute mit Englisch als erster Fremdsprache in der zweiten Klasse. Ab der fünften Klasse kommt Französisch als zweite Fremdsprache dazu. Die Initiative lässt offen, welche der beiden Sprachen aus der Primarschule verbannt werden soll.

Komitee sieht Englisch gefährdet

Für das Nein-Komitee ist hingegen klar, dass ein Ja zur Initiative die Abschaffung von Englisch in der Primarschule bedeutet - "wie die Initianten selber zugeben". Es sei deutlich, dass das eigentliche Problem beim Französisch liege, während Englisch die bevorzugte Fremdsprache sei.

Gemäss Mitteilung müssten die Initianten daher den Schluss ziehen, dass das Frühfranzösisch abgeschafft werden müsste. "Aus innenpolitischen Gründen gegenüber den welschen Lehrpersonen dürften sie diesen Umstand aber wohl bewusst verschweigen", heisst es weiter.

Im Weiteren würden mit einer Annahme der Initiative aufgrund des HarmoS-Konkordats investierte Steuergelder in Millionenhöhe zunichte gemacht und weitere Folgekosten verursacht.

Der Zürcher Regierungsrat und der Kantonsrat sprachen sich gegen die Initiative aus. Nur die SVP, die EDU und ein Teil der Grünliberalen stimmten für die Vorlage.