Schlieren

Freizeit-Vereinigung bekommt Verjüngungskur – und setzt sich neue Ziele

Der neu strukturierte Verband «Vereinigung Freizeit« möchte Schlierens Zukunft mitgestalten

Der neu strukturierte Verband «Vereinigung Freizeit« möchte Schlierens Zukunft mitgestalten

Mit dem Zusammenschluss mit neuen IGs sowie der Aussicht auf ein Mandat in der städtischen Integration will die Freizeit-Vereinigung nicht nur den Untergang abwenden, sondern zu alter Stärke zurückfinden.

Eigentlich hätte der Urdorfer Werber Charly Mettier lediglich dem Kursprogramm ein neues Kleid verpassen sollen. Als Walter Stalder, der Präsident der Freizeit-Vereinigung Schlieren, vor rund einem Jahr in sein Büro an der Dorfstrasse trat und das grüne Heftchen auf das Pult legte, sei Mettier noch nicht klar gewesen, dass er die gesamte Vereinigung umkrempeln würde.

«Mit der Zeit nahm es mir doch den Ärmel rein, und für mich wurde es zur Herzensangelegenheit, die Vereinigung für die Zukunft zu rüsten», sagt er. Dass es nicht so weitergehen könne, sei ihm rasch klar geworden.

So beklagt die vor über 42 Jahren gegründete Vereinigung – wie viele ihrer Art – die Überalterung der aktuell rund 630 Mitglieder. Dass der Vereinigung am kommenden Freitag die Goldene Lilie der Stadt Schlieren für ihren Verdienst um das Allgemeinwohl verliehen werde, sei zwar gerechtfertigt.

Doch sei eine Veränderung notwendig: «Das derzeitige Kursprogramm richtet sich nur wenig an die Bedürfnisse der jüngeren Generation und von einer Digitalisierung war noch nicht die Rede», so Mettier. Je 15 000 Franken sprachen die Schlieremer Exekutive und der Vorstand der Vereinigung für ein Konzept, das die Vereinigung in die Zukunft führen soll.


Lücke soll geschlossen werden


Am Montagabend präsentierte Mettier dann seine Pläne vor rund 120 Mitgliedern. Alle Anträge wurden grossmehrheitlich angenommen, wie er sagt. Ab Anfang 2017 wird beinahe nichts mehr so sein, wie es einmal war. Neben sechs neuen Vorstandsmitgliedern, eines davon ist Mettier selbst, erfährt auch das Kursangebot eine Verjüngungskur.

Aktuell werden rund 30 Kurse – von Töpfern über Yoga bis Russisch – nicht mehr unter dem altbekannten Namen, sondern neu nur noch unter «Freizeit Schlieren» angeboten. Gemeinsam mit der Stadt soll zudem ein generationenübergreifendes Gemeinschaftszentrum ins Leben gerufen werden.

Auch kann sich die Vereinigung künftig eine Rolle bei der Integration von Asylsuchenden vorstellen, um diese ins kulturelle Leben der Stadt einzubinden. «Denkbar ist dies mit einer Leistungsvereinbarung mit der Stadt», so Mettier. Die Gespräche hätten bereits gestartet. «Bezüglich der Bautätigkeit und der Förderung von Jungunternehmen wächst Schlieren rasant», so Mettier. Was jedoch das Freizeitangebot angehe, gebe es grossen Nachholbedarf. «Mit der Struktur der Vereinigung, der vielfältig interessierte Limmattaler angehören, können wir diese Lücke schliessen.»


Zwei neue Interessensgruppen


Neben Einzelpersonen sind auch Interessensgruppen Mitglied bei Freizeit Schlieren, etwa die Schwyzerörgeli-Gruppe oder die Nähgruppe. Mit der Aufnahme von zwei neuen Gruppen sollen mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. So löst sich der bisherige Schlieremer Elternverein per Ende Jahr auf und formiert sich als IG Familie neu als Teil der Vereinigung. Gegründet wird ebenfalls Anfang 2017 die IG Paraplü, die sich dem Projekt eines generationenübergreifenden Gemeinschaftszentrums annimmt. «Beide Interessengruppen richten sich an Menschen zwischen 25 bis 40 und werden auch von jüngeren Menschen geführt», so Mettier. So könne die Verjüngung der Vereinigung gelingen. Dies soll sich auch in der Bewerbung der verschiedenen Anlässe niederschlagen, dazu will Mettier aber noch keine Details verraten: «Im kommenden Februar, wenn die erste Kampagne startet, wird man mehr dazu erfahren.» Für Mettier steht jedoch fest: «Wir werden als Freizeit Schlieren ganz bestimmt wieder wachsen und auch für jüngere Generationen wieder attraktiv werden.»

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