Geroldswil

Freiwillige gesucht: Wer hilft den Amphibien über die Strasse?

Amphibien brauchen bei der Wanderung in ihre Laichgebiete oft Hilfe.zvg

Amphibien brauchen bei der Wanderung in ihre Laichgebiete oft Hilfe.zvg

Der Spätwinter ist Wanderzeit – zumindest für die heimischen Amphibien. Bei der teilweise kilometerlangen Wanderung zwischen ihrem Winterquartier und dem Laichplatz sind die Tiere oft auf Hilfe angewiesen.

Mit den ersten frostfreien, regnerischen Nächten des Spätwinters erwachen Frösche, Kröten und Molche aus ihrer Winterstarre und machen sich zu Tausenden auf den Weg zu ihren ursprünglichen Laichgewässern. Die Winterquartiere und die Laichgebiete liegen dabei oftmals mehrere Kilometer auseinander. In besiedelten Gebieten heisst das für die Tiere, dass sie Strassen überqueren müssen, um ihr Ziel zu erreichen. Damit die Amphibien ihre Laichplätze sicher erreichen, sind sie deshalb oftmals auf Hilfe angewiesen.

In Geroldswil sucht die Gemeinde deshalb freiwillige Helferinnen und Helfer, die bereit sind, während drei bis fünf Wochen einen Einsatz zu leisten, um den Amphibien eine gefahrenfreie Wanderung von ihrem Winterquartier zu ihren Laichplätzen zu ermöglichen. «Wann die Hilfsaktion startet, ist vom Wetter abhängig. Erfahrungsgemäss wird es wohl März werden», heisst bei der zuständigen Abteilung Bau und Werk auf Anfrage.

Aufgabe der Helfer wird es sein, die Frösche und Kröten vom Waldrand oberhalb der Haslernstrasse in Gewässernähe ins Gebiet Werd zu transportieren. Mitte dieses Monates wird das kantonale Amt für Landschaft und Natur deshalb Amphibienzäune am Waldrand erstellen. Dabei handelt es sich um rund 50 Zentimeter hohe Plastiknetze, denen in regelmässigen Abständen in die Erde vergrabene Auffangkübel vorangestellt werden. Zäune und Kübel werden etwa Mitte April wieder entfernt.

Über 40 Amphibienzugstellen

«Die Helfer müssen die Auffangkübel jeweils am Morgen und am Abend zu leeren. Das gilt auch für die Wochenenden», heisst es seitens der Abteilung Bau und Werk weiter. Zudem werde von den Helfern erwartet, dass sie Statistik führten. Die Zahlen würden an den Kanton weiter geleitet.

Gemäss den Zahlen des Amtes für Landschaft und Natur gibt es im Kanton Zürich rund 18 Kilometer temporäre Amphibienschutzzäune an mehr als 40 Amphibienzugstellen. Pro Jahr werden so in etwa 70 000 Amphibien geschützt.

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