Bezirksgericht Dietikon

Fraumünster-Posträuber muss zwei Jahre hinter Gitter

Die Täter bedrohten das Opfer mit einem Bügeleisen (Symbolbild)

Die Täter bedrohten das Opfer mit einem Bügeleisen (Symbolbild)

Ein heute 34-jähriger Serbe muss wegen Raubes in Dietikon zwei Jahre hinter Gitter. Der Mann war 1997 auch am Fraumünster-Postraub in Zürich beteiligt. Am Montag ist er vom Bezirksgericht Dietikon schuldig gesprochen worden.

Der Serbe überfiel im November 2010 mit einem Landsmann in Dietikon ZH einen Modeberater in dessen Wohnung. Sie setzten das Opfer mit Tränengas ausser Gefecht und fesselten es. Die Täter räumten die Wohnung aus und bedrohten das Opfer mit einem heissen Bügeleisen.

Der Mann verriet den Räubern daraufhin die Codes seiner Bankkarten. Das Duo räumte die Konten des Mannes leer. Zwei Tage später konnte die Polizei die Räuber festnehmen.

Vor Gericht machte der Verteidiger des Serben am Montag geltend, der Überfall sei eine Abrechnung im Drogenmilieu gewesen. Sein geständiger Klient sei vom Opfer bei einem Kokaingeschäft über den Tisch gezogen worden. Er plädierte für eine einjährige Freiheitsstrafe. Die Staatsanwaltschaft verlangte dagegen eine Freiheitsstrafe von drei Jahren.

Das Gericht lastete dem Angeschuldigten eine «erhebliche Tatschwere» an. Sein gezieltes Vorgehen zeige eine erhebliche kriminelle Energie, sagte der Vorsitzende. Weiter sprach er von einem untolerierbaren Akt der Selbstjustiz. Der Verurteilte hat von seiner zweijährigen unbedingten Freiheitsstrafe 309 Tage abgesessen. Er muss Schadensersatz und Schmerzensgeld zahlen.

Der Serbe ist kein unbeschriebenes Blatt: Er war im September 1997 am Raubüberfall auf die Zürcher Fraumünsterpost beteiligt. Sieben Männer erbeuteten damals über 53 Millionen Franken. Die Täter waren schnell gefasst. Es fehlen aber bis heute über 20 Millionen Franken.

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