Bezirksgericht Dietikon
Frau brutal verprügelt – Ehemann muss für 18 Monate ins Gefängnis

Ein Limmattaler Maschinenführer hat seine Frau brutal zusammengeschlagen und ihren Kiefer gebrochen. Nun muss der Vater wegen häuslicher Gewalt für zwei Jahre ins Gefängnis.

Attila Szenogrady
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Der Mann rastete völlig aus und ging auf seine Ehefrau los. (Symbolbild)

Der Mann rastete völlig aus und ging auf seine Ehefrau los. (Symbolbild)

Getty Images/iStockphoto

Es war am 21. Mai 2015, als sich am Abend in einer Wohnung in einer Limmattaler Gemeinde dramatische Szenen abspielten. Ein heute 35-jähriger Maschinenführer rastete völlig aus und ging auf seine Ehefrau los. Laut Anklage warf er sie zunächst in der Küche zu Boden und versetzte ihr mehrere heftige Fusstritte gegen den Rücken. Dann packte er ihren Kopf und knallte diesen gegen einen Hocker. Worauf er ihr mit der Faust mehrfach wuchtig ins Gesicht schlug.

Der Angreifer liess sich auch nicht durch den gemeinsamen kleinen Sohn abbringen, der die brutalen Übergriffe seines Vaters weinend mit verfolgte. Im Gegenteil: So begann er sie massiv am Hals zu würgen und warnte sie davor, die Polizei zu benachrichtigen. Er liess erst von ihr ab, als sie auf diese Forderung hin zustimmend nickte.

Kurz darauf rief sie dennoch die Polizei an und flüchtete auf die Strasse. Verfolgt von ihrem Mann, der ihr um ein Auto herum folgte und mehrfach ankündigte, sie umzubringen. Selbst als die Polizei eintraf und den Vater festnahm, erklärte er, dass er sie nach seiner Freilassung töten werde.

Angstzustände beim Opfer

Während der Beschuldigte ins Gefängnis abgeführt wurde, musste sich die Geschädigte ins nächste Spital begeben. Sie hatte nicht nur eine Gehirnerschütterung, sondern auch einen Kieferbruch sowie diverse Blutergüsse und blaue Flecken erlitten. Sie musste sich nicht nur einer Operation unterziehen, sondern leidet heute noch unter Angstzuständen.

«Es tut mir leid, ich habe die Kontrolle verloren», erklärte der heute noch inhaftierte Mann diese Woche vor dem Bezirksgericht Dietikon. Der Beschuldigte zeigte sich grundsätzlich geständig und machte psychische Probleme als Auslöser geltend. Jedoch auch seine Frau, die sich in seinen Cousin verliebt und die Trennung in Aussicht gestellt habe. Er sei deswegen depressiv gewesen und habe in kurzer Zeit 14 Kilogramm abgenommen, sagte er. Andererseits behauptete er, dass er mit der Trennung eigentlich einverstanden gewesen sei. Seit dem letzten Frühling befinde er sich in einer psychotherapeutischen Behandlung.

Der zuständige Staatsanwalt sprach von einer ungeheuren Brutalität und verlangte wegen Körperverletzung, Drohungen sowie Nötigung eine unbedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten. Verbunden mit dem Widerruf einer Vorstrafe von sechs weiteren Monaten Freiheitsentzug. So hatte die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis den Vater nur wenige Wochen vor seiner Attacke per Strafbefehl wegen Drohung verurteilt.

Der Verteidiger verlangte einen Teilfreispruch vom Vorwurf der Nötigung und setzte sich für eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten ein. Der Anwalt verwies darauf, dass sich sein Klient von seiner Frau hintergangen und ausgenutzt gefühlt habe. Zudem sei ihm die Vorstellung, wonach sein geliebter Sohn bei einem fremden Mann aufwachsen würde, unerträglich gewesen.

«Erhebliches Verschulden»

Das Gericht verurteilte den Beschuldigten nicht nur wegen Körperverletzung sowie mehrfachen Drohungen, sondern auch wegen Nötigung. Letzterer Punkt betraf die Würgattacke sowie die damit verbundene Aufforderung, von einem Beizug der Polizei abzusehen.
Gerichtspräsident Stephan Aeschbacher sprach von einem erheblichen Verschulden. Was zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten führte. Zudem widerriefen die Richter die sechsmonatige Vorstrafe und setzten während des Strafvollzugs eine ambulante Psychotherapie fest. 412 Tage erstandene Haft rechnete das Gericht an die Sanktion an.

Zudem verpflichtete es den Maschinenführer, seiner Noch-Ehefrau neben einem grundsätzlichen Schadenersatz ein Schmerzensgeld von 8000 Franken zu bezahlen.
Nicht zuletzt legten die Richter für den Bauarbeiter ein Kontakt- sowie Rayonverbot zur Privatklägerin fest. Demnach muss er sich in den nächsten drei Jahren mindestens 500 Meter weit von ihrem Wohnort aufhalten, mindestens 100 Meter weit von ihrem Arbeitsplatz.