In der Region ist ein Brandstifter am Werk. Dass sie davon ausgeht, gab die Polizei schon am Sonntag bekannt. Nicht weniger als sechs Brände in Dietikon, Geroldswil und Niederhasli hielten an jenem Tag die Feuerwehr auf Trab.

Doch was treibt einen Menschen dazu, wahllos Feuer zu legen? Es gibt nicht einen Brandstifter-Typ, sagt Frank Urbaniok, Chefarzt des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes des Kantons Zürich. So sei etwa der klassische Pyromane vom eigentlichen Feuer und der damit verbundenen Aufmerksamkeit fasziniert. Wohingegen es bei psychiatrischen Störungen, wie beispielsweise der Manie, aus Übermut zur Feuerlegung kommen könne.

Auch eine klassische Schizophrenie, bei der man beispielsweise an Verschwörungstheorien von Ausserirdischen glaubt, könne zu solchen Aktionen führen. Die Motivation von «minderintelligenten oder jugendlichen» Brandtätern liege derweil oft in der Aufmerksamkeit, die sie in ihrem Leben vermissen, so Urbaniok weiter.

Noch zu früh für ein Profil

Rückschlüsse von der Art der Brandstiftung auf den Brandstifter-Tp lassen sich schliessen. Bei den im Limmattal gelegten Feuern sei es dafür aber noch zu früh: «Wenn es sich um eine wochenlang andauernde Brandserie handelt, dann ist es wahrscheinlich, dass die Täter unter klassischer Pyromanie oder Manie leiden.» Dass die Brandserie direkt neben dem Dietiker Alpen-Rock-Klub startete, könne die Vermutung jedoch nahelegen, dass jugendlicher Leichtsinn dahinter steckt, so Urbaniok.

Wie geht es für die Brandleger weiter, wenn sie gefasst wurden? Wie die Täter-Typen sei auch deren Behandlung sehr unterschiedlich. Während bei den psychischen Störungen auf etablierte Behandlungsmethoden teils auch mit medikamentöser Behandlung zurückgegriffen werde, habe die Therapie einer klassischen Pyromanie zum Ziel, dem Patienten seine Schwäche für Feuer klarzumachen. «Diese muss – ähnlich wie bei der Therapie von Alkoholismus – unter Kontrolle gebracht werden.»

Noch nichts Derartiges erlebt

Auch wenn die Brandserie vom Sonntag aus kleinen Feuern bestand, war sie dennoch eine anspruchsvolle Aufgabe für die Löschkräfte. Diese seien überrascht gewesen, dass sie nach ihrem Einsatz im Dietiker Industriegebiet gleich weiter nach Geroldswil mussten, sagt Paul Ruffiner, Stabsoffizier der Dietiker Feuerwehr. Am Sonntag kurz nach 5 Uhr ging die Meldung von mehreren brennenden Containern und einem Lastwagenaufleger an der Riedstrasse ein. Rund 40 Minuten später brannte es in der Garage eines Geroldswiler Mehrfamilienhauses. Ausserdem standen wieder zwei Container in Flammen. Kurz nach 7.30 Uhr ging schliesslich die letzte Feuermeldung aus Niederhasli ein. Ein weiterer Container brannte.

Paul Ruffiner arbeitet seit bald 30 Jahren bei der Dietiker Feuerwehr, doch er kann sich nicht erinnern, eine derartige Ansammlung von Feuern erlebt zu haben. Erinnerungen an den Grosseinsatz vom vergangenen September auf dem Autoareal in Schlieren werden wach. Mit diesem Grossbrand könne man das Ganze aber nicht vergleichen, so Ruffiner. «Damals wussten wir, dass wir alle Einsatzkräfte zum brennenden Areal schicken mussten, dort konnten sie dann instruiert werden», sagt er. Doch am vergangenen Sonntag stand die Planung von der Einsatzzentrale im Mittelpunkt. «Wer wann an welchen Ort kann, das mussten wir abwägen.»