Limmattal
Fortbildungs-Kurse sind auf dem Prüfstand

Die Zürcher haben entschieden: die hauswirtschaftliche Fortbildung wird nicht mehr durch kantonale Beiträge unterstützt. Nun müssen die Gemeinden entscheiden, ob sie das Angebot weiterführen. Die Kreisgemeinde Weiningen bietet keine Kurse mehr an.

Katja Landolt
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Sport treiben, schneider, kochen, Werken - hauswirtschaftliche Fortbildung umfasst Kurse in den verschiedenen Bereichen.

Sport treiben, schneider, kochen, Werken - hauswirtschaftliche Fortbildung umfasst Kurse in den verschiedenen Bereichen.

Limmattaler Zeitung

Hauchdünn war der Entscheid vom 4. September ausgefallen: Mit 50,1 Prozent sagten die Zürcher Stimmberechtigten Ja zur Streichung der kantonalen Beiträge an die hauswirtschaftliche Fortbildung von Erwachsenen und schulentlassenen Jugendlichen. Jetzt liegt der Ball bei den Gemeinden. Diese müssen entscheiden, ob und wie die Kurse weitergeführt werden. Eine Umfrage in den Limmattaler Gemeinden zeigt: In den meisten Gemeinden stehen die Entschlüsse noch aus.

Bereits gefallen ist das Urteil in der Kreisgemeinde Weiningen, die die Gemeinden Unterengstringen, Weiningen, Geroldswil und Oetwil umfasst: «Wir bieten keine Kurse mehr an», sagt Katrin Gloor von der Schulverwaltung der Oberstufenschulgemeinde. Das habe die Schulpflege diese Woche an einer Sitzung beschlossen. Das Angebot von entsprechenden Kursen sei im Limmattal gross genug, ausserdem habe sich das Interesse an den von der Kreisgemeinde angebotenen Kursen – mit Ausnahme der Kochkurse – jeweils in engem Rahmen gehalten, so Gloor weiter.

Definitiver Entscheid im Dezember

Noch nicht über die Zukunft der hauswirtschaftlichen Fortbildung entschieden haben die anderen Limmattaler Gemeinden: «Die Schulpflege wird ihren definitiven Entscheid im Dezember fällen», sagt beispielsweise Elsbeth von Atzigen, Oberengstringer Gemeinderätin und Präsidentin der Schulpflege. Sie erwarte aber, dass die hauswirtschaftliche Fortbildung künftig den anderen Erwachsenenkurse gleichgestellt werde, sprich die finanzielle Unterstützung der Gemeinde reduziert oder sogar gestrichen werde.

Dietikon trägt Mehrkosten

«Die Mitteilung, dass die Subventionen gekürzt werden, erfolgte erst nach dem Druck des Kursprogramms. Deshalb muss die Stadt das Kursangebot Frühling/Sommer zu den publizierten Preisansätzen durchführen», sagt Gerold Schoch, Leiter Schulabteilung der Stadt Dietikon. Die höheren Kosten, die mit dem Wegfall der Subventionen ab Januar 2012 entstehen, gehen zulasten der Stadt. Wie es mit den Kursen ab kommendem Sommer weitergehen wird und welche Angebote bestehen bleiben, wird noch geprüft.

Die Schulpflege Dietikon will sich bis zu den Frühlingsferien definitiv entscheiden. Während Kurse mit typisch hauswirtschaftlichem Hintergrund, etwa Koch- und Nähkurse, nicht übermässig gefragt sind, ist der Aquafit-Kurs der Renner; laut Schoch melden sich jeweils über 100 Teilnehmer an. «Wir werden diese beliebten Kurse schon alleine aus finanziellen Gründen nicht einfach streichen.» Dazu seien sie beispielsweise als sozialer Treffpunkt zu wertvoll.

Ebenfalls noch keine definitive Lösung kann Hans Karrer, Leiter der Schulverwaltung Urdorf präsentieren. Die Schulpflege wird Ende der kommenden Woche über das ob und wie entscheiden. Der Vorschlag an die Schulpflege laute aber: «Kurzkurse mit ein bis vier Kursabenden abschaffen, Semesterkurse weiterführen.»

Entscheide Anfang Jahr

Noch nicht entschieden hat sich auch die Stadt Schlieren: «In welcher Form die hauswirtschaftliche Fortbildung weitergeführt wird, klären wir noch ab», sagt Susanne Ita-Graf, Abteilungsleiterin Bildung & Jugend. Die Schulpflege wird den definitiven Entscheid im Januar fällen.

Ähnlich tönt es auch bei der Sekundarschule Birmensdorf-Aesch: «Die Schulpflege wird die Angelegenheit Anfang Jahr besprechen», sagt Schulpflegepräsidentin Ruth Hofstetter-Kümmerli.