Birmensdorf
Forschungsanstalt gibt Einblick in ihre Arbeit im Wallis

Eine Ausstellung im Birmensdorfer Hauptsitz der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft informiert über deren Forschungstätigkeiten rund ums Thema Lebensräume.

Daniel Andrés Egli
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Die Anlagen der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft wurden für die Ausstellung im kleinen Massstab nachgebaut. Daniel Andrés Egli

Die Anlagen der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft wurden für die Ausstellung im kleinen Massstab nachgebaut. Daniel Andrés Egli

Die Ausstellung über unsere Forschung im Wallis war ursprünglich für eine Autobahnraststätte in Martigny konzipiert», erklärt Manuela Di Giulio, Kuratorin der Ausstellung und Kommunikationsverantwortliche der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), lachend. Seit Mitte Januar informiert die WSL in ihrem Hauptsitz in Birmensdorf mit einer Ausstellung über ihre Forschung in den Bereichen Lawinen, Steinschlag, Murgängen, Forstwirtschaft und vielem mehr. Vor allem für die regionale Bevölkerung konzipiert, aber für jeden zugänglich, findet man in der Multimedia-Ausstellung auf wenigen Quadratmetern eine Menge Informationen und erfährt einiges Wissenswertes.

«Die Besucher der Ausstellung können sich über unsere Arbeit informieren und gleichzeitig etwas lernen», meint Di Giulio auf einem kleinen Rundgang durch die Räume. Am Standort Birmensdorf hätte man eigentlich genügend Platz für eine noch viel grössere Ausstellung gehabt. «Wie gesagt fand die Ausstellung bereits in einer Autobahnraststätte im Wallis statt, bevor wir sie ins Limmattal zügelten. Und wir wollten sie nicht gross verändern», erzählt die studierte Umweltwissenschafterin. Zu entdecken gibt es aber trotzdem viel. Der Klimawandel sei im Wallis besonders gut sichtbar und deshalb für die Forschung hochinteressant. «Das Wallis ist für unsere Forscher wie ein riesiges Freiluftlabor», sagt Di Giulio und zeigt auf ein kleines Relief der Walliser Alpen.

Stahlnetze testen und konzipieren

Ein wichtiger Bestandteil der WSL-Forschung ist das Testen und Konzipieren von Stahlnetzen, die Steinschlag verhindern oder zumindest reduzieren sollen. «Dafür haben wir verschiedene Forschungsbereiche aufgebaut», erklärt Di Guilo vor einem grossen Bildschirm, auf dem kurze Filme und Bilder der Forschungsanlagen im Wallis zu sehen sind. Einerseits beobachte man gerade einen Hang in der Nähe von Zermatt, der berühmt sei für häufigen Steinschlag. Andererseits teste man die Stahlnetze an Hängen, an denen man Steinschlag künstlich auslöse.

 Manuela Di Giulio, Kommunikationsverantwortliche wsl

Manuela Di Giulio, Kommunikationsverantwortliche wsl

Daniel Andrés Egli

Am eindrucksvollsten aber sind die Filme von Lawinen und Murgängen, die während der langen Forschungszeit entstanden sind. Mit Kameras, Sensoren und anderen Messgeräten beobachten die Forscher ganz genau, wie sich riesige Massen an Geröll, Schlamm und Felsen in einem Murgang das Tal hinab bewegen oder wie sich Tausende von Tonnen Schnee gleichzeitig lösen und mit bis zu 300 Kilometern pro Stunde einen Bergrücken herunter donnern. Aufgrund dieser Beobachtungen versuchen die Forscher Verfahren zu entwickeln, um Lawinen besser voraussagen zu können und um von Murgängen betroffene Schluchten besser schützen zu können. Ein Teil dieser Forschung ist vielen Menschen in der Schweiz wohl bekannt. Das an die Birmensdorfer WSL angeschlossene Institut für Schnee und Lawinenforschung in Davos informiert die Bevölkerung laufend über die aktuelle Lawinensituation in den Alpen.

Ein Teil von Birmensdorf

«Es würde uns freuen, wenn der eine oder andere Birmensdorfer bald einmal den Weg in unsere Ausstellung finden würde», sagt Di Giulio zum Schluss des Rundganges. «Wir sind ein Teil von Birmensdorf und erzählen gerne von unserer Arbeit und davon, was wir hier im riesigen Gebäudekomplex der WSL so alles anstellen.»

Die Ausstellung über die Arbeit der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) ist noch bis Ende Juni geöffnet und während der Öffnungszeiten der WSL gratis zugänglich. Weitere Informationen finden sich unter www.wsl.ch.