Weiningen
Föhrewäldli-Pächterin muss das Feld Ende September räumen

Der langjährigen Pächterin Ursula Beutler fehlt die Energie für eine weitere Episode im Kampf um das Restaurant. Dieser zieht sich seit dem Jahr 2012 hin.

Alex Rudolf
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Ab Ende September ist Schluss für die heutige Pächterschaft im Föhrewäldli. Wer das Restaurant danach betreiben soll, klärt der Gemeinderat ab Oktober ab.

Ab Ende September ist Schluss für die heutige Pächterschaft im Föhrewäldli. Wer das Restaurant danach betreiben soll, klärt der Gemeinderat ab Oktober ab.

Sandro Zimmerli

Das Mietgericht hat entschieden: Ende September ist Schluss für die Föhrewäldli-Pächterin Ursula Beutler. Dann muss sie die Lokalität räumen. «Eine Anfechtung des Entscheids kommt nicht infrage. Ich habe keine Energie mehr», sagt sie auf Anfrage.

Dem Entscheid geht ein langer Kampf zwischen der Pächterin und der Gemeinde Weiningen voraus. Im Jahr 2012 kündigte die Gemeinde den Pachtvertrag mit der Begründung, dass Umbauarbeiten anstünden und die «Hotel & Gastro Formation» die Räumlichkeiten des Restaurants benötige, so die Pächterin. Ursula Beutler wehrte sich gegen die Kündigung und rekurrierte bei der Schlichtungsstelle des Mietgerichts Bezirk Dietikon. Erst wurde Beutler eine Verlängerung um zwei Jahre bis Oktober 2015 gewährt, wogegen die Gemeinde wiederum Rekurs einlegte. In einer rund fünfstündigen Sitzung verhandelten Gemeinde und Pächterschaft und kamen zu einem Vergleich, aufgrund dessen nun das Mietverhältnis per Ende September 2014 aufgelöst wird.

Als Pächterin unerwünscht

Bereits im April 2013 machte sich die Gemeinde auf die Suche nach einer neuen Pächterschaft, worauf sich Beutler bewarb. Mit der Begründung, dass sie nicht infrage komme, wurde ihr abgesagt, so Beutler.

Am Abstimmungssonntag des 9. Februars dieses Jahres machte das Stimmvolk den Plänen der Weininger Exekutive jedoch einen Strich durch die Rechnung. Die Weininger hatten damals darüber abzustimmen, ob dem Gemeinderat die Befugnis erteilt wird, in eigener Kompetenz darüber zu bestimmen, zu welchen Zwecken das gemeindeeigene Quartierzentrum genutzt wird. Geplant war, in den Tagungsräumen im Obergeschoss einen Kindergarten, im heutigen Restaurant Föhrewäldli die «Hotel & Gastro Formation» einzuquartieren. Die Stimmberechtigten verwehrten dem Gemeinderat diese Befugnis. Starke Gegenweher ging vom Quartierverein aus, der darauf bestand, dass im Quartierzentrum weiterhin ein Restaurant betrieben werden sollte. Wie Beutler auf Anfrage sagt, wird sie sich bei einer erneuten Ausschreibung eines Pachtvertrages nicht mehr bewerben: «Ich habe damit abgeschlossen.»

Wie geht es nun weiter? Für Gemeindepräsident Hanspeter Haug ist der Einzug der «Hotel & Gastro Formation» die erste Etappe. Diese soll ab Oktober die ihr vermieteten Räume wieder in Beschlag nehmen, nachdem sie nun mehrere Monate in der Stadthalle einquartiert war. Was einen Gastrobetrieb angeht, da ist das weitere Vorgehen noch offen, wie Haug sagt. «Der Gemeinderat wird sich damit befassen, was ab Oktober im Föhrewäldli alles möglich ist», sagt er. Fest steht nur, dass es wieder ein Restaurant geben wird.

Warum Beutler für die letzte Ausschreibung nicht infrage kam, will Hanspeter Haug nicht kommentieren. Beutler selber vermutet, dass es den Behörden sauer aufstiess, dass sie Rekurs gegen die Kündigung eingelegt hatte. Auch die Schikane durch die Gemeinde (Limmattaler Zeitung vom 23. Januar) habe nicht aufgehört. Damals klagte Beutler darüber, wie der Gemeinderat in der Abstimmungsbroschüre über die schlechte Rentabilität des Föhrewäldlis informierte. Dies sei schlichtweg falsch, so Beutler damals. Auch sei zurzeit der Abstimmung das Lebensmittelinspektorat vorbeigekommen. An einen Zufall glaubt Beutler nicht. Seitdem die Weininger Exekutive die Abstimmungen ums Föhrewäldli verloren hat, wurde die Schikane nicht weniger, wie Beutler sagt. So habe die Gemeinde die Mieter der Parkplätze vor dem Föhrewäldli angeschrieben und sie zu einer Kündigung bewogen. «Dies spült nun monatlich rund 800 Franken weniger in unsere Kassen.» Gemeindepräsident Hanspeter Haug will zu diesen Vorkommnissen keine Stellung nehmen. «Ich will hier nicht noch mehr Öl ins Feuer giessen», so Haug auf Anfrage.

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