Fahrweid
Föhrewäldli: Die Pächterin fühlt sich schikaniert und kritisiert Gemeinderat

Ursula Beutler ist wütend. Die Pächterin des Restaurants im Fahrweider Quartierzentrum Föhrewäldli fühlt sich von der Gemeinde schikaniert.

Sandro Zimmerli
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Am 9. Februar entscheidet sich, wie es im «Föhrewäldli» weitergeht.

Am 9. Februar entscheidet sich, wie es im «Föhrewäldli» weitergeht.

MKE/Archiv

Zudem ist sie der Ansicht, dass der Gemeinderat im Abstimmungsbüchlein zum Urnengang vom 9. Februar mit falschen Zahlen operiert. Der Hintergrund: Die Exekutive will künftig in eigener Kompetenz darüber beschliessen, wie die Räume im «Föhrewäldli» genutzt werden. Ihr schwebt vor, dem Kindergarten sowie einem Ausbildungsbetrieb Raum zur Verfügung zu stellen. Das Restaurant müsste weichen (siehe Box).

«Der Gemeinderat argumentiert, dass das Restaurant nicht gut laufe und er deshalb nach einer neuen Lösung gesucht und mit dem Ausbildungsbetrieb ‹Hotel & Gastro Formation› gefunden habe. Das ist für mich nicht nachvollziehbar», sagt Beutler. Sie habe dem Gemeinderat nie konkrete Besucherzahlen vorlegen müssen. Die Exekutive stelle also eine Behauptung auf, die sich nicht belegen lasse. Zudem sei sie der Ansicht, dass die im Abstimmungsbüchlein aufgeführten Mieteinnahmen von «Hotel & Gastro Formation» in der Höhe von 102 000 Franken nicht realistisch seien. «In diesen Einnahmen sind die Nebenkosten bereits eingerechnet. Diese dürften für einen solchen Betrieb, der zusätzlich zur heutigen Ausrüstung des Quartierzentrums eine weitere Küche benötigt, derart hoch sein, dass die Gemeine nie so viele Mieteinnahmen bekommen wird», so Beutler.

Der Rechtsstreit läuft noch

Als wenig realistisch schätzt Beutler auch die erwarteten 20 jährlichen Saalvermietungen ein. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Veranstalter einen Saal mietet, wenn er die Küche nicht benutzen darf, da diese bereits belegt ist», sagt sie. Falsch seien überdies die Zahlen zur Nutzfläche des Kindergartens. «Der Gemeinderat spricht von 180 zusätzlichen Quadratmetern Fläche für den Kindergarten im Obergeschoss. Der grösste Raum wird bereits vom Kindergarten genutzt. Bleiben also noch zwei zusätzliche Räume, die zusammen 80 Quadratmeter gross sind», hält Beutler fest.

Die Pächterin vermutet zudem, dass die Gemeinde sie vertreiben will, weil sie Angst davor habe, der «Hotel & Gastro Formation» Schadenersatz zu zahlen, wenn die mit dem Ausbildungsbetrieb geschlossene Vereinbarung nicht vertragsgerecht umgesetzt werden könne. Derzeit befinden sich Beutler und die Gemeinde in einem Rechtsstreit. Die Pächterin hat bei der Schlichtungsstelle des Mietgerichtes Bezirk Dietikon eine Mieterstreckung von zwei Jahren bis Ende September 2015 erstritten. Das hat der Gemeinderat angefochten. Solange das Verfahren läuft, kann der Vertrag mit der «Hotel & Gastro Formation» nicht umgesetzt werden.

«Deshalb hat man begonnen, uns zu schikanieren, um uns zu vertreiben», sagt Beutler. So habe der Gemeinderat ihrem Betrieb bewusst das Lebensmittelinspektorat auf den Hals gehetzt. Im August 2013 sei nach über drei Jahren das Rauchen in der Bar per sofort verboten worden. «Zudem wurden gezielt zahlungskräftige Kunden dazu angehalten, nicht mehr bei uns einzukehren. Das haben wir von Betroffenen erfahren», so Beutler. Die Gemeinde will zu diesen Vorwürfen mit Verweis auf das laufende Rechtsverfahren keine Stellung nehmen.

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