Uitikon
Flurin Caviezel im Üdiker-Huus: «Dänksch, bisch zmitzt im Läbe»

Der Bündner Kabarettist Flurin Caviezel brachte sein Publikum im Üdiker-Huus zum Schmunzeln. Er gab Erinnerungen von früher zum Besten und auch die Üdiker wurden ordentlich auf die Schippe genommen.

Susanne Brem
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Die meisten kennen ihn aus den Morgengeschichten im Radio DRS 1: Flurin Caviezel. Am Donnerstag lud ihn die Kultur- und Freizeitkommission von Uitikon ins Üdiker-Huus. Deutsch, Französisch, Italienisch, Rumantsch und Englisch - der Bündner Kabarettist und Musiker zog musikalisch und sprachlich alle Register.

«Das isch im Fall jetzt wohr! - Jo, genau ihr meinend jetzt, ich machi do obe nur so Spass. Aber das do isch würkli wohr!», rief er von der Bühne herab ins Publikum, da habe er gemeint, heute sei sein Jahrgänger-Treffen, hier im Üdiker-Huus, und jetzt habe er festgestellt, dass er sich um einen ganzen Monat getäuscht habe. Da habe ihm die Susi, seine ehemalige Klassenkameradin, gebeten, etwas auf der Bühne zum Besten zu geben. - «Weisch», habe sie gesagt, «nur fünf Minute, so wie früener.»

Die schöne Susi

Der schönen Susi habe er noch nie eine Bitte ausschlagen können. Und schon zwei Tage später habe er Post im Briefkasten mit der offiziellen Einladung zum Jahrgänger-Treffen gehabt. Mit ihm als Überraschungsgast, Entertainer im halbstündigen Unterhaltungsteil. Der Titel: «Zmizt im Läbe» und schon war er «zmitzt im Seich»!

Zu allem Übel hatte er sich jetzt eben auch im Kalender getäuscht. So fand er sich an diesem Abend vor einem Theaterpublikum wieder statt vor seinen Jahrgängern. «Da gibt's nur eines», sagte er sich, «jetzt musst du improvisieren!»

Er brachte Erinnerungen von früher. Wie er damals verknallt gewesen war in die Susi und wie der Robert sie ihm vor der Nase weggeschnappt habe. In der Disco. «Also eigentlich war es ja keine Disco, wir hatten eher die Waschküche dekoriert. So mit Lichterketten und Spiegelkugel. Und der Robert hatte extra für diesen Abend vier Spulen Musik aufgenommen!» In der ersten Stunde habe er schnelle Musik gespielt, um den Leuten etwas einzuheizen. Mit der zweiten und der dritten Stunde sei schon etwas langsamere Musik gekommen. Aber in der vierten, da habe man schon bei der Richtigen stehen müssen, da sei dann schon richtig geschlossen getanzt worden! Und genau da hing der Robert an seiner Susi und er, der Flurin an der Revox-Musikanlage.

Die Liebe aus Italien

Tja, Flurin und die Liebe! Seine wahre Liebe habe er dann in Italien kennen gelernt. In einem kleinen, mittelalterlichen Städtchen in der Nähe von Rom. Victoria. Es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen.

Sie stand da in einem Schaufenster. Er habe sie sofort gekauft. Seither ist der mit seiner Handorgel «Victoria» ständig unterwegs. Er spielt mit ihr sämtliche Genres hoch und runter. Von Vivaldi und Bach bis hin zu Jazz, Schlager und Popmusik. Dabei wechselt er blitzschnell vom sympathischen Bündner Dialekt ins Rumantsch. Er mimt den italienischen Kellner, den Araber und den zweitklassigen Entertainer und Zauberkünstler aus las Vegas. Und den Unterländern gibt er einen kurzen Sprachkurs in Romanisch: «Was heisst: das Parlament - La Catastropha!».

Schliesslich nahm er die Üdiker selber noch ordentlich auf die Schippe: «Das glaubsch jetzt eifach nöd!», sagte er, «do schriibends U_I_T_I_K_O_N und säge tüends denn Üdike...!» Und dann warnte er alle Reisenden in der Gegend: «Suche ja nie mit dem GPS von hier aus den Üetliberg, sonst landest du am Ende mitten im Acker und von da kann dich nur der Bosshard Ernst mit dem Traktor wieder herausholen. Und der neue, lange schwarze Brunnen da draussen, das sei ja in Wirklichkeit der Sarg vom Schneewittchen. Und dann stell dir vor, da kommt ein Prinz daher und will sie küssen - weisch wie nass!!!» Es war ein unterhaltsamer Abend, mit feinem Humor gemischt mit vielen witzigen Anekdoten von früher.