Dietikon

Fleisch essen, bis der Magen schmerzt

Über den Hunger gegessen: Die Teilnehmer des Wettbewerbs wurden in der Nacht nach dem Fleischessen von Magenkrämpfen geplagt.

Über den Hunger gegessen: Die Teilnehmer des Wettbewerbs wurden in der Nacht nach dem Fleischessen von Magenkrämpfen geplagt.

Wer mehr als 1,3 Kilo Fleisch auf einmal isst, wird im Steakhouse «DaVinci» mit einem Gratisessen belohnt. Rekordhalter ist derzeit ein Birmensdorfer. Kritik am Wettessen sieht der Wirt gelassen.

Ismael Murati staunte nicht schlecht, als ein Gast in seinem Steakhouse an einem Abend ganze 1,2 Kilogramm Fleisch verspeiste. Zuerst hatte der Fleischliebhaber ein 800-Gramm-Steak bestellt, danach nochmals weitere 400 Gramm in seinen Magen befördert. «Mir kam darauf die Idee, daraus einen Wettbewerb zu machen. Es nahm mich wunder, ob es noch andere Fleischliebhaber schaffen, so viel oder sogar noch mehr Fleisch auf einmal zu essen», so Murati.

Tatsächlich dauerte es nach Ausschreiben des Wettbewerbs nicht lange, bis weitere Gäste im Steakhouse «Da Vinci» über ein Kilo Fleisch bestellten. Derzeit hält ein Limmattaler den Rekord. Haybert Mardirossian aus Birmensdorf hat ganze 1,3 Kilogramm Fleisch gebodigt.

Um den aktuellen Rekord zu knacken, müssten nun 1,35 Kilogramm Fleisch gegessen werden. Dabei dürfen verschiedene Steaks nach Belieben kombiniert werden. Am beliebtesten bei den bisherigen Teilnehmern ist das Bison Rib-Eye Steak oder das argentinische Rinder-Entrecote. Wer es schafft, den Rekord zu überbieten, dem wird beim nächsten Besuch im Steakhouse ein Gratisessen serviert.

Der Dietiker SP-Gemeinderat Peter Wettler war schockiert, als er die Ausschreibung des Wettbewerbs des Steakhouse sah. «In einer Zeit, wo es allgemach dämmert, dass wir in den Industrienationen auf viel zu grossem Fuss leben, macht der Wirt dieses Restaurants einen Fleischverzehrwettbewerb», sagt er. Um 1,2 Kilogramm Fleisch zu erzeugen, würden mindestens 18 600 Liter Wasser verbraucht. Damit könnten 7 Kilogramm wasserintensiven Reis geerntet werden oder 21 Kilogramm Mais, so Wettler. «Wollen wir den blauen Planeten nicht mit Vollgas an die Wand fahren, dann ist Suffizienz das Gebot der Stunde.»

Amerika als Esskultur-Vorbild

Murati steht trotz Kritik nach wie vor hinter seinem Wettbewerb, auch wenn er weiss, dass so viel Fleisch auf einmal nicht gesund sein kann. «Wir sind ein Steakhouse, da wird nun einmal viel Fleisch gegessen. Es muss nicht immer nouvelle cuisine sein, wo man nur ein paar Rüeblischeiben und ein Möckchen Fleisch auf dem Teller findet», so Murati. In den USA sei es schliesslich schon lange normal, grössere Fleischmengen auf einmal zu essen.

Murati selbst hat nicht versucht, die Rekordmarke zu knacken. «Ich schaffe auch nicht mehr als 600 Gramm auf einmal», sagt er. Die bisherigen Teilnehmer hätten ebenfalls gekämpft, alles aufzuessen. «In der darauf folgenden Nacht wurden sie alle von Magenkrämpfen geplagtt», sagt Murati.

Finanziell lohnt sich der Wettbewerb für das Steakhouse nicht. «Je grösser die Fleischmenge, desto kleiner ist der Preis», so Murati. Wenn ein Gast ein 800-Gramm-Steak bestelle, verdiene er daran fast gar nichts mehr. Ein Bison Rib-Eye Steak liegt beispielsweise bei 95 Franken, das Entrecote bei 80 Franken. Der Steakhouse-Besitzer will den Wettbewerb dennoch weiterführen. Zweimal im Jahr können die Wettbewerbsgewinner ihr Gratisessen einlösen.

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