Dennoch ist der Schlieremer Freisinn dem Ansinnen von GLP-Gemeinderat Nikolaus Wyss, der die Initiative vor gut einem Monat lanciert hatte, nicht gänzlich abgeneigt, wie am Dienstag aus einer Mitteilung hervorgeht. Einem grundsätzlichen Autoverbot an der Bahnhofstrasse würde die FDP aber eine Wohnstrasse mit Langsamverkehr oder zumindest die Ausklammerung des Bahnhofplatzes aus der autofreien Zone vorziehen. Die Partei setzt ihre Hoffnungen deshalb in den Stadtrat, von dem sie einen entsprechenden Gegenvorschlag erwartet — sollte die Initiative denn zustande kommen. Dafür müsste Wyss innert sechs Monaten 200 Unterschriften sammeln.

Die FDP diskutierte aber nicht nur die Flaniermeile: Parteivorstand und Behördenvertreter riefen zum Thema Zentrumsgestaltung eigens eine Behördenkonferenz ein, um Vorschläge für die «neue Mitte» der Stadt zu formulieren. Damit sich Schlieren künftig mehr als Wohn- denn als Durchgangsort präsentiert, brauche es «zumindest ein Hotel, eine Stadthalle sowie genügend Raum zum Verweilen im Freien», ist sich die FDP einig. Mit einer Umgestaltung des alten Gemeindeplatzes, auf dem heute Parkplätze stehen, könne man gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen, so die FDP: Der Ort sei ideal für Hotel und Stadthalle in einem «wirklich attraktiven Gebäude», parkieren könne man auch im Untergrund.

So blieben der Kulturplatz und der angrenzende Stadtpark für «Sitzgelegenheiten, Gastronomie im Freien und Spielplätze» frei. Wichtig ist der FDP, dass der Stadtpark-Weiher erhalten und genügend freier Raum für Veranstaltungen und den Wochenmarkt ausgeschieden wird. Auch denkt sie laut über eine Minigolfanlage, eine Finnenbahn oder ein Eisfeld nach. Zudem wünscht sich die Partei eine Bibliothek mit Ludothek auf dem Kulturplatz, sollte dort ein Stadtsaal errichtet werden. (rue)