Ob alleine oder in der Gruppe: Kraft- und Fitnesstraining im Freien liegt im Trend. Auf diesen sollte Dietikon aufspringen, findet CVP-Gemeinderat Reto Siegrist. In einem breit unterstützen Postulat – unter den 13 Mitunterzeichnenden sind Mitglieder von CVP, FDP, SP, AL und den Grünen – forderte er die Stadt auf, zu prüfen, wie man mit der Installation öffentlicher Fitnessanlagen das sportliche Outdoorangebot in Dietikon verbessern könnte. «Wir haben optimale Bedingungen, um die bestehenden Grünflächen dem sportlichen Zeitgeist anzupassen», sagt Siegrist auf Anfrage.

In seiner Antwort anerkennt der Stadtrat den Trend hin zu mehr Outdoor-Fitnesstraining. Dabei zeigt er zwei konkrete Varianten für Trainings-Anlagen auf, die Dietikon anschaffen könnte. Der Anbieter Urbafit stellt Outdoor-Fitnessgeräte her, die in der Regel als kleine Fitnessparks mit zwölf Geräten konzipiert werden. Die Ausgaben für einen Basis-Park belaufen auf 45 000 Franken plus Transport- und Wartungskosten. Eine andere Option sind sogenannte Street-Work-Anlagen, die altbekannten Reckstangen gleichen. Eine bestehende Anlage bei der Zürcher Saalsporthalle hat 50 000 Franken gekostet, schreibt der Stadtrat weiter.

Bestehendes Angebot genügend

Grund zum Handeln sieht die Exekutive aber nicht. Die öffentlichen Grün- und Parkanlagen, die Wälder und der Vita-Parcours im Guggenbühlwald – sowie das gesamte Vereins- und Indoorsportangebot – stellten bereits ein vielfältiges Bewegungsangebot dar, so der Stadtrat. Daher sei nicht der richtige Zeitpunkt, sich «als Fitness-Stadt profilieren zu wollen» – gerade auch angesichts der angespannten Finanzen.

Siegrist nimmt die Antwort mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis, wie er sagt. Er freue sich über die positive Reaktion und die Bestätigung, dass sein Anliegen den sportlichen Zeitgeist treffe. Doch ist er enttäuscht über die klare Absage der Exekutive, wenn es um Investitionen und Umsetzung geht. «Bei einem Haushalt von rund 220 Millionen Franken wären die Ausgaben für eine Outdooranlage absolut möglich», sagt Siegrist. Das Sparargument des Stadtrats sieht er als Ausrede und falsche Priorisierung, andernorts gebe es genügend Einsparmöglichkeiten. Bei Investitionen in Fitnessgeräte habe der Bürger von Dietikon zumindest einen Gegenwert für den investierten Steuerfranken, was bei anderen stadträtlichen Ausgaben nicht immer der Fall sei, so Siegrist.

Für Siegrist ist klar, dass er weiter am Thema dranbleiben will. Die Stellungnahme des Stadtrats ist für ihn Bestätigung und zusätzliche Motivation zugleich. Kurzfristig sind von der Stadt getragene Fitnessprojekte in Dietikon zwar kein Thema. Doch laut Stadtrat sei zu prüfen, ob im Rahmen des Stadtfestes 2018, das unter dem Motto «Dietikon bewegt» stattfindet, eine mit Sponsorengeldern finanzierte, öffentliche Fitnessanlage erstellt werden könne. Ausserdem zeigt sich der Stadtrat bereit, privaten Organisationen und Unternehmen, die in Eigenregie Outdooranlagen realisieren wollen, unterstützend zur Seite zu stehen.