Limmattal

Fischen an der Limmat - am Fluss sind Filzsohlen verboten

Mit den Fischer-Pachtverträgen sind Rechte und Pflichten verbunden.

Mit den Fischer-Pachtverträgen sind Rechte und Pflichten verbunden.

Bund und Kanton regeln die Fischerei in der Limmat – einzig das Gebiet um das Kloster Fahr bildet dabei eine Ausnahme

Wer seine Rute in die Limmat halten will und dabei hofft, dass ein Fisch anbeisst, der braucht dafür ein Patent. Die Gewässer des Kantons sind in verschiedene Reviere aufgeteilt, die alle einen oder mehrere Pächter haben. Zwischen der Quaibrücke in Zürich und der Kantonsgrenze in Dietikon gibt es 13 Reviere. Dabei dürften die Pächter jedoch nicht nur fischen: Mit den Pachtverträgen, die für die Jahre 2010 bis 2018 gelten, sind auch Pflichten verbunden, wie das sporadische Kontrollieren des Wassers und das Sorgetragen zum Flussabschnitt. Die Pächter können zwischen 2 und 5 Fischer-Tageskarten und zwischen 20 und 40 Jahreskarten an Interessierte vergeben. Gewerbliche Fischerei ist in der Limmat jedoch untersagt, einzig in den Seen dürfen Berufsfischer auf Fang gehen.

Dabei gilt es einiges zu beachten: Die Tierschutzverordnung des Bundes regelt hauptsächlich den Umgang mit Tieren, wie Betäubungs- und Tötungsmethoden. In den kantonalen Vorschriften wird etwa bestimmt, wo auf welche Weise (von Boot oder Ufer) gefischt werden darf. Die Pachtgewässer betreffen dabei besondere Vorschriften, wie Schonzeiten für spezielle Gebiete. Aber auch für den Laien nur schwer nachvollziehbares Regelwerk ist darin aufgeführt: So ist an Fliessgewässern das Waten nur mit Schuhwerk ohne Filzsohlen gestattet. So soll die Verbreitung von Fischkrankheiten via Erreger in den Sohlen verhindert werden.

Beisst ein Fisch an, dann darf dieser nicht einfach so mit nach Hause genommen werden. Denn: Sind die Fische noch klein und somit jung, müssen sie wieder in die Limmat geworfen werden. Es gilt das Prinzip, dass man die Fische mindestens ein Mal im Leben laichen lassen will. Dann erfolgen die statistischen Aufzeichnungen. Der Kanton verlangt eine genaue Übersicht, wer wann welchen Fisch gefangen hat.

Im Bericht «Jahreskennzahlen der Fischerei» des Kantons aus dem Jahr 2013 zeigt sich, dass der Egli die mit Abstand meist gefangene Art ist. Allein auf dem Zürcher Abschnitt der Limmat gingen 2328 Stück oder 391 Kilo ins Netz. Auf dem zweiten Platz folgt mit 1042 Kilo die Barbe. Dieses Gewicht wird auf 894 Stück verteilt. Das Rotauge ist mit 612 Kilo und 161 eingefangenen Exemplaren der drittmeist gefischte Fisch. Der Limmat werden aber nicht nur Fische entnommen. Damit der Bestand auf demselben Niveau bleibt, werden auch viele Jungtiere ausgesetzt.

650 000 Brütlinge ausgesetzt

Eine genaue Auflistung, wie viele Jungfische in die Limmat eingesetzt wurden, existiert nicht. Doch gibt es eine Auflistung der Anzahl für die fliessenden Patentgewässer des gesamten Kantons. Hier ist die Bachforelle der Spitzenreiter. Gut 650 000 Brütlinge wurden verteilt, die es bis in die angefütterte Brut – also noch vor dem Verlust des Dottersacks – schafften. Knapp 10 000 Sömmerlinge überleben vom Herbst bis zum darauffolgenden Sommer.

Nicht unter Aufsicht der kantonalen Jagd- und Fischereiverwaltung steht die Fischenz des Klosters Fahr. Denn sie gehört nicht dem Kanton, sondern dem Kloster selbst, das dem Fischerverein Kloster Fahr die Pacht überlässt. Neben der Pflege der Gewässer fallen auch den Fischbesatz – also das Fischeeinsetzen –, die Koordination der Arbeitseinsätze der Vereinsmitglieder sowie Aufräumarbeiten und Patentkontrollen in die Zuständigkeit von Bewirtschafter Thomas Hofstetter. Noch vor Jahren habe der Fischereiverein Wartelisten für die jährlich 90 vergebenen Jahreskarten gehabt. Heute sei dies nicht mehr der Fall. Täglich könnten 5 Tageskarten für Fischer von den Schwestern bezogen werden.

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