Dietikon
Finanzausgleich: Dietikon erhält 33,7 Millionen

Der ­Kanton hat die Zahlen für den Finanzausgleich 2016 ­publiziert. Winterthur und Zürich erhalten weniger, weil es ­ihnen im Bemessungsjahr ­relativ gut ging. Dietikon gehört zu den Grossbezügern.

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Unter den Gewinnern des Finanzausgleichs: Die Stadt Dietikon.

Unter den Gewinnern des Finanzausgleichs: Die Stadt Dietikon.

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1246 Millionen Franken: So viel beträgt das Volumen der innerkantonalen Umverteilung im nächsten Jahr. Verglichen mit den Vorjahreszahlen, sind das rund 15 Millionen weniger. Im Gesamtbild verändert sich somit wenig, wie auch Alexander Gulde, stellvertretender Abteilungsleiter ­Gemeindefinanzen, auf Anfrage sagt: «Die Si­tua­tion ist insgesamt stabil.» Mehr Bewegung gibt es auf der Ebene der einzelnen Gemeinden. Hier zeigen sich Ver­änderungen, die für gewisse ­Gemeinden budgetrelevant sind. So erhält die finanziell gebeutelte Stadt Winterthur rund fünf ­Millionen weniger als im Vorjahr. Zurückbuchstabieren muss auch Zürich. Und: Kloten und Walli­sellen müssen schlagartig je rund 15 Millionen mehr abgeben.

411 Millionen von Gemeinden

Wie auch im nationalen Finanzausgleich sind im innerkantonalen die Empfänger zahlreicher als die Geber. Zu Letzteren zählen knapp 30 Gemeinden (von 170) sowie der Kanton. Der von den finanzstarken Gemeinden abzuliefernde Betrag beläuft sich (ohne Zürich) auf 411,2 Millionen Franken – gut zehn Millionen mehr als im Vorjahr. Der Kanton muss zum Finanzausgleich 423,2 Millionen beisteuern, etwas weniger als im Vorjahr. Zum Kantonsanteil kommt später allerdings noch der individuelle Sonderlastenausgleich (siehe Kasten) hinzu, der 2016 erstmals ausgerichtet wird. Zu erwarten ist laut Gulde hier ein Gesamtbetrag zwischen 10 und 15 Millionen.

Die Empfängergemeinden erhalten Zuschüsse unter verschiedenen Titeln. Der wichtigste ist der Ressourcenausgleich. Er sorgt dafür, dass alle Gemeinden eine finanzielle Mindestausstattung erhalten: 95 Prozent des kantonalen Mittels. Nur rund 40 Gemeinden beziehen keinen Ressourcenausgleich –unter ihnen Seuzach, Geroldswil und Oetwil an der Limmat. Insgesamt werden mit dem Ressourcenausgleich 620,6 Millionen umverteilt, zehn Millionen mehr als im Vorjahr.

Grossbezügerin Winterthur

Mit 64,6 Millionen ist Winterthur beim Ressourcenausgleich auch dieses Jahr Spitzenreiter. Allerdings muss die Stadt ge­gen­über dem Vorjahr eine Einbusse von 5 Millionen hinnehmen. Der Grund ist laut Gulde: «Die Entwicklung der Finanzkraft verlief im Bemessungsjahr 2014 positiv.» Zu den weiteren Grossbezügern beim Ressourcenausgleich gehören Dietikon mit 33,7 Millionen (Vorjahr 38,1), Wetzikon mit 27,7 (27,1), Illnau-Effretikon mit 19 (19,9) und Wald mit 18,5 (18,4) Millionen.

Im Weiteren gleicht der Finanzausgleich demografische Sonderlasten im Umfang von 7,6 Millionen aus (Vorjahr 8,7). Bemessungsgrundlage ist hier die Zahl der Jugendlichen unter 20 Jahren, weil sie Schulhäuser und andere kostspielige Einrichtungen brauchen. 41 Gemeinden ­beziehen Beiträge. Am meisten Hettlingen mit gut 515 000 Franken. Im rückläufigen Gesamtbetrag spiegelt sich laut Gulde, dass sich die Geburtenraten von ländlichen und städtischen Gebieten einander langsam angleichen. «Familien mit viel Nachwuchs auf dem Land werden seltener», interpretiert er.

Beim geografisch-topografischen Ausgleich werden steiles Gelände und die Bevölkerungsdichte abgegolten. Zum Zuge kommen auch hier rund 40 Gemeinden mit total 20,9 Millionen (Vorjahr 21,7). Die Bezüger heissen Bauma, Turbenthal, Wald, ­Fischenthal oder Bäretswil mit Einzelbeiträgen zwischen 1 und knapp 3 Millionen Franken.

Zürich erhält 101 Millionen

Ausschliesslich für die Grossstädte Zürich und Winterthur ist der Zen­trumslastenausgleich vorgesehen. Mit ihm sollen stadtspezifische Belastungen etwa im Bereich der Polizei abgegolten werden. Die Beträge für Zürich und Winterthur sind fix und werden nur der Teuerung angepasst. Zürich erhält nominal 406 Millionen. Weil die Hauptstadt aber relativ finanzkräftig ist, muss sie 305 Millionen abliefern, womit unter dem Strich 101 Millionen bleiben. Ge­gen­über dem Vorjahr (139 Millionen) bedeutet dies eine markante Einbusse. Die Ursache ist aber erfreulicher Natur: Zürich ging es im Bemessungsjahr besser als zuvor und musste deshalb mehr abgeben.

Der Städteausgleich für Winterthur beträgt für nächstes Jahr 84,7 Millionen. Ursprünglich (2012) wurden 86 Millionen festgesetzt. Schuld am Rückgang ist die rückläufige Teuerung. Zusammen mit dem Ressourcenausgleich von 64,6 Millionen bezieht Winterthur nächstes Jahr 149,3 Millionen Finanzausgleich.

Boomendes Glattal

Bleiben die Gebergemeinden: Es sind über weite Strecken die üblichen: Küsnacht ist Spitzenreiter mit 73,5 Millionen (Vorjahr 80,1). Es folgen Zollikon mit 52,1 (48,8), Kilchberg 34,7 (45,2), Erlenbach 27,4 (27,8) oder Rüschlikon mit 26,6 (31,5) Millionen. Zum Klub der Grosszahler sind neu Wallisellen mit 24 (Vorjahr 7) und Kloten mit 21,6 (2,8) Millionen aufgestiegen. «Das Glattal boomt offensichtlich», interpretiert Gulde diese Zahlensprünge. Ablieferungspflichtig wird eine Gemeinde, wenn ihre Finanzkraft stark über das kantonale Mittel steigt.

Was bedeuten höhere Zuschüsse für arme Gemeinden auf der einen und höhere Abschöpfungen bei reichen auf der anderen Seite? «Die sich öffnende Schere deutet dar­auf hin, dass wir uns im Bemessungsjahr 2014 in einer wirtschaftlichen Erholungsphase befunden haben», interpretiert Gulde die Zahlen.