Verliebte Blicke und Liebkosungen eines jungen Paars, dem ein farbenfroher Coupe serviert wird. So die ersten Sekunden von «Ice». Am Donnerstag durften Jungfilmemacher Rolf Lang und sein Produktionsteam dafür den Publikumspreis des Helvetas Clip Award entgegennehmen. Dieser wird im Rahmen des Berner Kurzfilmfestivals Shnit verliehen.

«Dass wir den Publikumspreis gewinnen konnten, freut uns natürlich besonders. Es ist ein Beweis dafür, dass wir die Leute erreicht haben», sagt der 31-Jährige. Er betreibt seine Produktions- und Kommunikationsfirma «Redsmoke» im Schlieremer Industriegebiet.

Höchstens eine Minute

Während die beiden Liebenden ihren Coupe genüsslich essen, erklingt der Evergreen «Only You». Sie sehen glücklich aus.
Das Drehbuch stammt von der Bernerin Daniela Jakab, die auch die Ausschreibung des Wettbewerbs entdeckte. Gemeinsam mit ihrem Bekannten, Quinn Reimann, fragte sie Lang an, ob er sich der Postproduktion annehmen würde. «Natürlich musste ich keine Sekunde überlegen. Dieser Wettbewerb ist wirklich eine gute Sache», so Lang.

Esther Amberg stiess als Produzentin hinzu und komplettierte das Quartett. Bereits zum fünften Mal vergibt die Helvetas diesen Kürzestfilmpreis, die Beiträge dürfen die Lauflänge von einer Minute nicht übersteigen. Zudem mussten alle Filme das Thema Klimawandel auf kreative Weise filmisch umsetzten.

Filmemacher Rolf Lang

Filmemacher Rolf Lang

Am Dreh zu «Ice» waren rund 15 Personen beteiligt, von der Regisseurin zu den Statisten und von den Darstellern bis zur Food-Stylistin. Food-Stylistin? «Da einer der Hauptdarsteller in unserem Film ein Coupe war, mussten wir ihn ins rechte Licht rücken», erklärt Lang. Sämtliche beteiligten arbeiteten unentgeltlich am Filmprojekt mit.
Der Schrecken ist gross, als die Protagonistin ihrem Liebsten ein Löffelchen Coup füttern will. Sie muss feststellen, dass er innert weniger Sekunden geschmolzen ist. Eine unappetitliche Masse tröpfelt vom Löffel.

(Quelle: youtube.com)

Film «Ice»

Das Voting für den Publikumspreis wurde online durchgeführt. Seit Anfang September waren die 32 eingereichten Beiträge auf der Seite des Wettbewerbs zu sehen und zu bewerten. Mit 248 Stimmen war die Produktion Langs klarer Sieger vor derjenigen von Nathalie Sameli (Rettet das Klima oder die Spinnen) mit 81 Voten und dem Animationsfilm «Es ist noch nicht zu spät» von André Gerber mit deren 76.

Thema liegt ihnen am Herzen

Neben dem Renommee, es sei eine Ehre, dass sich die Menschen ihren Film anschauen, erhielten die Filmemacher vom Veranstalter einen Gutschein im Wert von 1000 Franken für einen Outdoor-Bekleidungsladen. «Dies ist aber wirklich nicht der Grund, warum wir uns entschieden haben, bei diesem Wettbewerb mitzumachen», versichert Rolf Lang. Es sei eher so, dass allen Beteiligten das Thema Klimawandel sehr am Herzen liege und man die Menschen über die Konsequenzen davon informieren wolle, sagt er.

Das verdutzte Liebespaar ist dabei, das Lokal zu verlassen. Da wird den Zuschauern klar, warum sich aus der Sicht der Filmemacher jeder Einzelne gegen die Klimaerwärmung einsetzen sollte.