Zu über 40 Einsätzen musste die Feuerwehr Würenlos in diesem Jahr ausrücken. Verglichen mit dem Vorjahr, ist das eine Verdoppelung. Diese Leistung erbrachte das rund 70 Mann umfassende Korps, trotz Unterbestand. Diese Situation soll nun bereinigt werden.

Stellen Sie sich vor, Sie wären bei einem Unfall im Auto eingeklemmt worden. Doch die Feuerwehr ist bereits zu einem Brand ausgerückt.

Stellen Sie sich vor, Sie wären bei einem Unfall im Auto eingeklemmt worden. Doch die Feuerwehr ist bereits zu einem Brand ausgerückt.

Die Gemeindeversammlung hat das Dienstalter von 44 auf 48 Jahre erhöht. «Die Gemeinden können das Dienstalter sogar bis zum 50 Altersjahr ausdehnen», sagt Urs Ribi, Abteilungsleiter Feuerwehrwesen bei der aargauischen Gebäudeversicherung (AGV).

Die Erhöhung des Dienstalters hat für die finanziell gebeutelte Gemeinde aber auch noch eine weitere Auswirkung. Wer keinen Feuerwehrdienst leistet, muss Pflichtersatz bezahlen. Dieser beträgt 2 Promille des steuerbaren Einkommens beziehungsweise mindestens 30 und maximal 300 Franken pro Jahr.

Gemeinde muss rekrutieren

Im Aargau sind gemäss Gesetz Männer und Frauen, Schweizer und Ausländer im Alter von 20 bis 44 Jahren dienstpflichtig. Die Gemeinden können diese Regelung ausdehnen, wie das Würenlos nun gemacht hat. «Die Rekrutierung von Feuerwehrleuten ist Sache der Gemeinden», präzisiert Ribi.

Die AGV inspiziert die Feuerwehrkorps regelmässig. Zudem seien bei Grossbränden jeweils Leute des AGV-Piketteams auf dem Brandplatz, sähen also, mit welcher Qualität eine Feuerwehr arbeitet. «Mängel versuchen wir auf kollegialem Weg zu lösen», sagt Ribi.

Schwankungen bei den Beständen könne es immer geben. «Bei den Spezialisten erfüllt die Feuerwehr die Mindestbestände», sagt der zuständige Gemeinderat Lukas Wopmann. «Wegen des Unterbestandes mussten wir noch nie ein anderes Feuerwehrkorps zuziehen», sagt Wopmann und ergänzt: «Der Brandschutz ist in Würenlos gewährleistet.»

Der Unterbestand in der Gemeinde ist keine neue Erscheinung. Bereits heute leisten acht Leute Feuerwehrdienst, obwohl sie das 44. Altersjahr überschritten haben. Ende Jahr werden zwei weitere aus dem Dienst entlassen und in zwei Jahren erreichen sieben Feuerwehrleute das Ende der Dienstpflicht. Mit der Erhöhung des Dienstalters sollen diese Abgänge kompensiert werden.

Die Retter auf Youtube

Obwohl die Gemeinden für die Rekrutierung der Feuerwehrleute verantwortlich sind, werden sie von der AGV unterstützt. Dabei gilt ein besonderes Augenmerk der Jugend. Ribi betont, dass im Aargau sehr viel für die Nachwuchsfeuerwehr getan werde: «Wir haben die meisten Jugendfeuerwehren.» Zugleich weist er auf das Youtube-Video «und Du?» hin.