Schlieren
Feuerwehr erlaubt sich nächtlichen Scherz

Um einen Kollegen zu überraschen hievte die Schlieremer Feuerwehr in der Nacht auf Sonntag ein Boot auf seine Terrasse. Anwohner im Quartier fanden dies weniger lustig und riefen die Polizei.

Bettina Hamilton-Irvine
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Keystone

Es war um Mitternacht in der Nacht auf Sonntag, als Max Johner, der an der Schlieremer Lättenstrasse wohnt, ein seltsames Geräusch hörte. «Ich dachte zuerst, es werde ein Auto abgeschleppt», erzählt er. Mit dieser Annahme lag er jedoch weit daneben: Zum Fenster hinaus sah er, wie die Feuerwehr mithilfe eines ihrer Hydraulikfahrzeuge ein Boot auf die Terrasse eines Hauses hievte.

Überraschung zum Geburtstag

Johner war bereits äusserst verärgert, da ihm ein lautes Fest in der nahen Sporthalle Unterrohr eine unruhige Nacht beschert hatte (siehe Kontext). Er beschloss, die Polizei zu rufen. «Wir haben schon früh am Morgen Verkehr und jeden Samstagabend Lärm von Anlässen in der Sporthalle», sagt er.

«Nun kommt auch noch die Feuerwehr in der Nacht mit ihrem Wagen.» Er habe dann herausgefunden, dass es sich bei der Aktion um einen Scherz anlässlich des 50.Geburtstags eines Feuerwehrmannes handelte, erzählt er: «Die haben ihrem Kollegen das Boot aus Plausch auf die Terrasse gestellt.» Doch finde er dies in einem bereits so lärmgeplagten Quartier nicht angebracht.

Dies sieht auch ein anderer Anwohner so: «Meiner Meinung nach ist das ein Missbrauch des Feuerwehrfahrzeuges», sagt er. «Was wäre gewesen, wenn um diese Zeit ein Alarm ausgebrochen wäre?»

Polizei rückte aus

Wie der Schlieremer Polizeichef Marco Weissenbrunner bestätigt, musste die Polizei tatsächlich an die Lättenstrasse ausrücken, um abzuklären, was vor sich ging. Da es sich jedoch nur um einen Scherz gehandelt habe und der Lärmpegel sehr gering gewesen sei, habe man es dabei bewenden lassen, so Weissenbrunner.

Üblich bei der Feuerwehr

Feuerwehrkommandant Stephan Burri wusste offensichtlich nichts von der nächtlichen Aktion. Er sei am Samstag nicht in Schlieren gewesen und habe bisher keine Kenntnis von der nächtlichen Boot-Geschichte, sagt er auf Anfrage. «Wenn dies unsere Leute waren, kann ich mir das jedoch nur als Scherz erklären», sagt er. Bei der Feuerwehr sei es halt üblich, dass man sich ab und zu für einen Geburtstag, eine Geburt oder eine Hochzeit einen derartigen Scherz ausdenke. Das gehöre zur Kameradschaft dazu, so Burri.