Vor einer Woche brannte der Keller der Asylunterkunft in Dietikon, zwei Tage später — in der Nacht auf Freitag — derjenige der Asylunterkunft im Aargauischen Villmergen.

In beiden Fällen wurde niemand verletzt, der Schaden bewegt sich jeweils im fünfstelligen Bereich. Beim Brand in Dietikon gehen die Ermittler von Brandstiftung aus. Die Kantonspolizei Aargau schliesst Brandstiftung derzeit nicht aus. Einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen sehen die Zürcher wie auch die Aargauer Kantonspolizei jedoch nicht.

Die Untergeschoss der Asylunterkunft in Villmergen brannte in der Nacht auf Freitag.

Die Untergeschoss der Asylunterkunft in Villmergen brannte in der Nacht auf Freitag.

Bernhard Graser von der Kantonspolizei Aargau hält es für unwahrscheinlich, dass es sich um dieselbe Täterschaft handelt, und widerspricht so einer Vermutung des «Tages-Anzeigers». «Nach unseren Ermittlungen gerieten im Keller Wäsche und ein Fernseher in Brand. Vieles deutet darauf hin, dass hier jemand vorsätzlich etwas angezündet hat. Auf welche Weise dies geschah, ist jedoch unklar. Auch wird sich das Motiv für dieses seltsame Vorgehen erst klären lassen, wenn die Täterschaft ermittelt werden kann.»

In der Nacht zuvor sei es in der Asylunterkunft in Villmergen zu einer Auseinandersetzung zwischen einigen Bewohnern gekommen, die polizeilich habe geschlichtet werden müssen. Graser schliesst nicht aus, dass diese Auseinandersetzung in Verbindung mit dem Brand steht.

Sicherheit wird erhöht

Auch in Dietikon steht zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest, wer das Feuer gelegt hat. Sicherheitsvorstand Heinz Illi (EVP) sagte gegenüber der «Limmattaler Zeitung» jedoch, dass begleitende Massnahmen ergriffen würden, um die Bewohner zu schützen.

Diese würden nebst einer erhöhten Polizeipräsenz und einer Sensibilisierung der Bewohner auch aus einer allfälligen Einführung eines Schliessungskonzepts bestehen. Zu den genauen Beweggründen für diese Massnahmen gab Illi gestern keine Auskunft mit dem Verweis darauf, dass das Sicherheitskonzept derzeit in Erarbeitung sei.

Silvesterbrand nicht aufgeklärt

Der Brand in Dietikon ist jedoch längst kein Einzelfall in der Region. Letzmals sorgte ein Feuer in der Neujahrsnacht auf 2012 für Aufsehen. Damals brannte ein Asylcontainer in Birmensdorf ab. Der Totalschaden zog Kosten in der Höhe von 210 000 Franken nach sich. Keiner der elf damals dort einquartierten Asylbewerber war zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Feuers anwesend.

Nur wenige Stunden bevor das Feuer in der Silvesternacht ausbrach, musste die Polizei ausrücken, um einen Streit unter den Bewohnern des Asylzentrums zu schlichten. Wie die Kantonspolizei auf Anfrage der Limmattaler Zeitung bekannt gibt, konnte die Ursache für den Brand bis heute nicht abschliessend geklärt werden.

Marc Besson, Sprecher der Kantonspolizei Zürich, verweist darauf, dass die Ermittlungen nicht abgeschlossen seien: «Würden uns Hinweise zur Ursache des Feuers zugetragen, dann würden wir die Ermittlungen weiterführen.»

Rund dreieinhalb Jahre zuvor war eine Asylunterkunft auf der rechten Seite der Limmat Schauplatz eines Feuers. Im April 2008 brannte eine Baracke der Asylunterkunft Lanzrain in Oberengstringen komplett aus. Die Brandursache war mangelnde Vorsicht im Umgang mit Kerzen. Der Sachschaden belief sich auf 200 000 Franken, die 13 in der zerstörten Baracke wohnhaften Personen konnten auf die verbleibenden Baracken umverteilt werden.