Dietikon

Feuer im Regen, Geselliges in der Wärme

Bei der Hauptübung der Feuerwehr wurde am Samstag auch das Gemeinschaftliche zelebriert.

Mit einer dumpfen, aber heftigen Explosion wurde eine mit Holzpaletten befüllte Mulde in der Austrasse in Brand gesetzt. Sie strahlte eine solche Wärme aus, dass die danebenstehende Tanne vor der Kirche trotz des Regenwetters noch mit einem Wasserstrahl abgeduscht werden musste. In den beschädigten und zur Seite gekippten Fahrzeugen warteten zudem verletzte Personen auf Hilfe. Es dauerte eine Zeit, bis dank der Löscharbeiten jener Feuerwehrleute, die erst seit wenigen Monaten für die Stadt im Einsatz stehen, heller Rauch aus der Mulde aufstieg.

«Bei uns zu Hause gibt es das nicht, dass wir einfach bei einer Übung zusehen können, das ist immer toll», sagte der zwölfjährige Peyo Rivera. Gemeinsam mit Ohïan und Mallin stand er auf einer Mauer und verfolgte das Geschehen. Bereits das dritte Jahr sind die Brüder aus Grenoble (F) als Zuschauer mit dabei, weil sie zu dieser Zeit bei den Grosseltern Jakob Müller und Lilian Schlund aus Dietikon in den Ferien sind. «Die Tante der drei Jungs spielt noch im Ensemble der Stadtmusik mit, die anschliessend musizieren wird», erzählte Lilian Schlund.

Hauptübung der Feuerwehr Dietikon

Hauptübung der Feuerwehr Dietikon

Nebst den Feuerwehrmännern sorgte auch die Stadtmusikon Dietikon für Unterhaltung.

In der Tat folgte nach dem Einsatz traditionsgemäss der gemeinsame Rückmarsch zum Depot mit der Stadtmusik Dietikon. Fussgänger zückten spontan die Handys und filmten die Parade und die anschliessende Kolonne der Feuerwehrautos, die mit lauten Sirenen durch die Strassen heulten. Nach dem Abtreten folgten gleich mehrere Beförderungen. Stützpunktkommandant Stefan Fahrni bedankte sich für die zahlreichen Vertretungen aus den umliegenden Gemeinden sowie für die langjährige Freundschaft mit der Feuerwehrmannschaft aus Naters (VS), die ebenfalls vor Ort war und sich den anschliessenden Apéro in der Wärme des Stadthauses nicht entgehen liess.

Lustiger Ausklang

Äusserst kreativ ging es bei den Feuerwehrleuten am Abend im Kirchgemeindesaal der St. Agatha weiter. Zugchef Florian Hunsperger führte durch eine Talentshow, bei der das Publikum mitentscheiden konnte, wer der drei unfreiwillig bestimmten Talente welches Kunststück zum Besten geben musste. Ein gemeinsamer Auftritt mit den Tambouren der Stadtmusik Dietikon, Ropeskipping oder das Singen mit der Feuerwehr Naters standen dabei zur Auswahl.

Zwischendrin liess Stadtrat und Sicherheitsvorstand Heinz Illi das Jahr Revue passieren und zeigte einige der 150 Einsätze mit den entsprechenden Bildern. Auch zeigte er die Fotos seiner eigenen Enkelkinder, die in Vollmontur die Feuerwehr nachahmten, und betonte mit Schalk: «Das ist das Spezielle bei uns, wir brauchen uns nicht um den Nachwuchs zu sorgen.» Die Hauptübung war geprägt von Dankesreden, Beförderungen, Geburtstagen, Verabschiedungen und besonderen Ehrungen.

Für den unermüdlichen Einsatz und von Illi speziell geehrt wurden Stabsoffizier Roger Wiederkehr und Leiter Zivilschutz Sandro Magistretti: «Die beiden lassen wir niemals gehen, denn was sie für die Bevölkerung leisten, ist einmalig», so der Stadtrat. Neben der Hauptübung stand damit auch das Gemeinschaftliche im Vordergrund und der Abend zeugte vom Humor der Gruppe, die in der Not aber für die Bevölkerung ehrenamtlich jederzeit im vollen Einsatz steht.

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