Fremde Gesichter , ein Dorf oder eine Stadt, in der man sich nicht auskennt und vielleicht eine neue Arbeitsstelle. Der Umzug in eine andere Gemeinde ist weit mehr als nur ein Wechsel des Wohnorts. Damit sich die Neuzuzüger möglichst schnell heimisch fühlen, veranstaltet jede Gemeinde einen Anlass für sie. In Oberengstringen sind die Neuzuzüger heute zum traditionellen Weinfest eingeladen.

Früher trockene Angelegenheit

Von der Informationsveranstaltung im Zentrumssaal ist Oberengstringen vor gut zehn Jahren weg gekommen. «Früher war der Anlass eher eine trockene Angelegenheit», erinnert sich Peter Menzi, Gemeindeschreiber von Oberengstringen, zurück. «Das war nicht mehr zeitgemäss.»

In einen bereits bestehenden Rahmen bettet auch Aesch den Neuzuzügeranlass. Jeweils am Herbst- oder Adventsmarkt werden die neuen Anwohner vom Gemeinderat und der Primarschulpflege zu einer kurzen Präsentation eingeladen. «Die Idee ist, sich gleich am Markt unter die Leute mischen zu können», sagt Claudia Trutmann, Gemeindeschreiberin von Aesch. Das Konzept habe sich bewährt, da es ungezwungen sei. «Mit der Anzahl an Neuzuzügern, die erscheinen, sind wir sehr zufrieden», so Trutmann.

Ein sehr vielseitiges Programm bietet Birmensdorf seinen neuen Anwohnern. Zusammen mit allen Jungbürgern und neuen Gemeindemitarbeitenden würden die Neuzuzüger mit Cars durch die Gemeinde chauffiert, sagt Gemeindeschreiber Angelo Umberg.

Rund eineinhalb Stunden dauert eine Fahrt, bei der jeweils ein Gemeinderat anwesend ist, der die Besonderheiten des Ortes vorstellt. «Die Gemeinde legt viel Wert auf diesen Anlass», sagt Umberg. Die Neuzuzüger würden im Anschluss zum Mittagessen eingeladen und kämen in den Genuss, die Guggenmusik spielen zu hören. Der Neuzuzügeranlass finde gleichzeitig mit dem Herbstmarkt statt, sagt Umberg.

Bescheidener ist das Angebot in Unterengstringen. Eine Einladung zum Neuzuzügeranlass gibt es nur sporadisch. «Wir laden jeweils nach der Fertigstellung einer grossen Überbauung ein», erklärt Gemeindeschreiber Jürg Engeli.

Der Orientierungsabend finde im Gemeinderatssaal statt. Die Neuzuzüger hätten am Dorffest Mittefasten Gelegenheit, sich besser kennenzulernen, so Engeli. «Neue Anwohner bekommen bei ihrer Anmeldung viele Informationen per Post zugeschickt.»

Führungen für jeden Geschmack

Sehr gute Rückmeldungen der Neuzuzüger bekommt die Stadt Dietikon. Armin Strässle, Leiter Jugend und Freizeit Dietikon, sagt: «Es kommen zwar nur gut 15 Prozent der eingeladenen Gäste. Diejenigen, die erscheinen, geben durchwegs sehr positives Feedback.»

Die Stadt bietet den neuen Anwohnern vier verschiedene Führungen. Im Anschluss daran sind alle Neuzuzüger zum gemeinsamen Abendessen mit Unterhaltung eingeladen. «Letztes Jahr kamen 130 Leute», so Strässle. Mit dabei seien der Stadtrat, der Gemeinderatspräsident sowie Vertreter der Kirchengemeinden und der politischen Parteien.

In Schlieren werde der Neuzuzügeranlass 2013 durch einen Komödianten moderiert, sagt Daniele Palm, Leiter des Sekretariats der Stadt Schlieren. Der Anlass finde im Comedy-Zelt statt. Das Stadtorchester sorgt für den musikalischen Rahmen. «Es kommen keine zehn Prozent der eingeladenen Leute. Die Rückmeldungen der Erschienenen sind aber positiv», so Palm. In den vorhergehenden Jahren wurde der Neuzuzügeranlass im Salmensaal abgehalten.

In Urdorf kommt fast ein Drittel

In Urdorf kamen dieses Jahr von 350 neuen Anwohnern 100 Personen der Einladung nach. «Der Anlass stösst bei der Bevölkerung auf gute Resonanz und ist eine bewährte Plattform für die Vernetzung», äussert sich Patrick Müller, Leiter Stab der Gemeindeverwaltung Urdorf. Die Gemeinde feiert mit den Zuzügern und den Neubürgern gemeinsam. Der Abend werde kulinarisch und musikalisch untermalt, so Müller.