Birmensdorf
FC will Sportplatz beleuchten – Gemeinde bricht so ein Versprechen

Die Gemeinde Birmensdorf versprach einst, den Fussballplatz Breite nicht zu beleuchten. Nun macht sie es trotzdem. Was ist der Grund dafür, dass das Versprechen gebrochen wird?

Florian Niedermann
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Bewohner der Häuser im Hintergrund sollen unter der Beleuchtung nicht leiden.

Bewohner der Häuser im Hintergrund sollen unter der Beleuchtung nicht leiden.

Florian Niedermann

Als die Gemeinde Birmensdorf im Jahr 2000 die Fussballanlage «Breite» erstellte, versprach der Gemeinderat den Anwohnern, dass das Spielfeld nicht beleuchtet wird. Dies, um störende Lichtemissionen zu verhindern. Nun planen der FC Birmensdorf und die Behörden, nachträglich doch noch eine Beleuchtung zu installieren. Derzeit hat sich gegen das Projekt jedoch noch keine Opposition formiert.

Der Grund dafür, dass der Fussballklub den Platz mit einer Beleuchtung nachrüsten will, ist das starke Wachstum des Vereins der letzten Jahre, wie Roger Gemperle, der Präsident des FC Birmensdorf sagt: «Wir führen derzeit 13 Teams und unterrichten 170 Junioren – so viele wie noch nie.» Da bisher nur der Fussballplatz «Geren» über eine Beleuchtung verfüge und die Anlage «Breite» nach Einbruch der Dunkelheit kaum mehr bespielt werden könne, habe der Verein nicht genügend Trainingsmöglichkeiten für alle Mannschaften. Damit auch dieser Sportplatz intensiver genutzt werden kann, müsse das Spielfeld beleuchtet werden, so Gemperle.

Das vom FC initiierte Projekt sieht vor, dass vier 18 Meter hohe Masten installiert werden. Deren Flächenstrahler sollen das Spielfeld optimal ausleuchten und gleichzeitig die Umgebung möglichst wenig mit Lichtemissionen belasten. Dabei kommt neuste Beleuchtungstechnik zum Einsatz, wie Gesundheitsvorstand Ringo Keller (SVP) sagt: «Die heutigen Strahler verursachen viel weniger Streulicht als die Technik von vor zehn Jahren.» Daher erachte es der Gemeinderat als gerechtfertigt, den Platz trotz des ursprünglichen Versprechens gegenüber den Anwohnern doch noch nachzurüsten.

Grenzwert weit unterschritten

Die Gemeinde hat berechnen lassen, wie sich die Beleuchtung auf die anliegenden Wohnhäuser auswirken wird. Demnach liegt die Belastung bei maximal 0,3 Lux. Der zulässige Grenzwert beträgt 5 Lux. Zudem beschränkt das Platzreglement den Betrieb auf die Werktage – spätestens um 22 Uhr sollen die Lichter ausgehen. «Und das heisst, dass sie dann wirklich spätestens ausgeknipst werden», versichert FCB-Präsident Gemperle.

An den Kosten von 120 000 Franken beteiligt sich die Gemeinde mit 60 000 Franken. Das Geld wurde von der Gemeindeversammlung mit dem Budget 2015 bereits genehmigt. Für den Rest kommt der FC auf. Sport Toto hat ebenfalls eine Beteiligung in Aussicht gestellt. Um über das Projekt zu informieren und auf allfällige Bedenken der Anwohner reagieren zu können, findet am nächsten Donnerstag, den 11. Juni, um 18.30 Uhr im Klubhaus des Vereins eine Infoveranstaltung statt. Dann folgt die öffentliche Auflage, bei der Anwohner allenfalls Rekurs einlegen können.

Eine Umfrage an der Breitestrasse zeigt jedoch, dass viele Direktbetroffene dem Projekt positiv gegenüber stehen. «Mich wird das Licht nicht stören», ist sich etwa Verena Menzi sicher. Auch Jakob Baur stärkt dem FC den Rücken: «Solange nicht jeden Abend ein Radau ist, geht diese Beleuchtung völlig in Ordnung.» Nur eine der Befragten, die nicht namentlich genannt werden will, kann sich nicht vorbehaltlos hinter das Vorhaben stellen: «Ein Spielbetrieb bis 22 Uhr darf nicht dazu führen, dass Fussballer und Fans danach bis 23 Uhr oder länger im Quartier Lärm verursachen.» Sie will nun aber erst abwarten, welche Betriebsregeln der FC am Infoanlass präsentiere.