Meisterschaftsduelle zwischen Limmattaler Fussballvereinen sind in den letzten Jahren weniger geworden. Dennoch büssten die übrig gebliebenen Derbys kaum etwas an ihrer Bedeutung ein, die sie für die beteiligten Mannschaften und ihre Anhänger haben. Dass bereits am zweiten Spieltag der neuen Saison in der 2. Liga der FC Schlieren beim FC Urdorf gastiert, freut Giuseppe Grimaldi, Assistenztrainer bei den Schlieremern, daher umso mehr.

«Die Mannschaft ist jetzt schon motiviert. Wir haben von letzter Saison noch eine Rechnung offen.» Nach einem 1:1-Unentschieden in der Vorrunde verlor der FC Schlieren das Heimspiel mit 0:2. Er ist sich sicher, dass es ein schwieriges Spiel werde, in dem viel Kampfgeist gefragt sei.

Diesen musste die Mannschaft von Trainer Besnik Ramadani und seinem Assistenten Grimaldi bereits in der letzten Meisterschaft beweisen. Der drohende Abstieg konnte erst im zweitletzten Saisonspiel abgewendet werden. «Wir wollen uns deshalb den Klassenerhalt in dieser Saison schon früher sichern», sagt Grimaldi. Angestrebt sei ein Platz im Mittelfeld. «Wir müssen aber immer von Spiel zu Spiel schauen.»

Die Vorbereitung gestaltete sich schwierig
Die beiden neuen Trainer des FC Urdorf konnten bisher noch keine Erfahrungen mit Limmattaler Derbys sammeln. Dragan Filipovic und Manuel Correia standen zuvor beim 3.-Liga-Verein Affoltern am Albis an der Seitenlinie und übernahmen auf diese Saison hin die 1. Mannschaft der Urdorfer. «Bei unseren Spielern war das Derby bisher noch gar kein Thema», sagt Assistenztrainer Correia.

Die beiden Coaches lernten ihre neue Mannschaft im ersten Training vor einem Monat kennen und hatten sofort einen positiven Eindruck. «Es ist eine junge Mannschaft mit einem starken Zusammenhalt.» Die Vorbereitung gestaltet sich wegen der Ferienabsenzen aber teilweise schwierig. «Die Anzahl Spieler während dieser Zeit war nicht immer ideal. Deshalb haben wir manchmal mit den A-Junioren zusammen trainiert.» Trotz vielen Fehlenden sei der Wille und Einsatz der Hiergebliebenen aber vorbildlich gewesen.

Nebst Ferienabsenzen hatten die Urdorfer auch viele Abgänge zu beklagen. «In der letzten Saison spielten einige über 30-Jährige in der Mannschaft. Viele davon haben nun ihren Rücktritt gegeben», sagt Correia. So musste das Trainerteam für die neue Saison ohne Zivko Cajic, Flavio Ciullo, Alessandro Felicetti, Samir Kozarac, Sven Müller und Franco Varca planen. Zudem verliessen Orhan Cavgin und Velislav Stevovic den Verein.

Das Trainergespann kann aber auch schon mehrere Zuzüge vermelden. Mit Daniel Borner von der Jugend des FC Rapperswil-Jona, Mirko Markanovic vom FC Affoltern am Albis und Fabio Carneiro vom FC Oerlikon/Polizei verstärkten sich die Urdorfer gleich mit drei neuen Mittelfeldspielern. Zusätzlich stiessen Marko Rako, Vincenzo Iellamo und Bosko Radevic zu der Mannschaft. Damit sei die Kaderzusammenstellung aber noch nicht ganz abgeschlossen, sagt Correia. «Wir sind noch mit ein paar potenziellen Neuzugängen im Gespräch.»

FC Schlieren verstärkt die Offensive
Bei Schlieren stand bereits zum Ende der letzten Saison fest, dass ihr Goalie Jérôme Vollenweider zu Seefeld wechselt. Zusätzlich verliessen auch Nelson Ferreira und Dennis Achempem den Verein. Daniele Nizzola gab seinen Rücktritt. Für Goalie Vollenweider fand der FC Schlieren gleich doppelten Ersatz. David Sugar stand zuletzt beim Tessiner Verein US Verscio zwischen den Pfosten, und vom SV Rümlang stösst Andronit Hasani zu den Schlieremern. Wer als neue Nummer eins gesetzt ist, sei noch nicht entschieden.

Auch in der Offensive verstärkte sich die Mannschaft von Ramadani und Grimaldi. Mit Leiwu Anderson Gomes Dos Santos vom deutschen SV Oberzell, Andre Sisic vom FC Schwamendingen und Rückkehrer Souhel Muhi-Eddine kamen zwei neue und ein altbekannter Stürmer zum FC Schlieren. Ebenfalls vom SV Rümlang wechselte Enis Thaqi zu den Schlieremern, und mit der Verpflichtung von Mikel Lazri vom FC Kosova kann das Team auf einen Spieler mit langjähriger 1.-Liga-Erfahrung zählen. Von den Junioren und der zweiten Mannschaft schafften Albion Nuhi und Flavio Tosto den Sprung in das Fanionteam. «Damit ist das Kader komplett», sagt Grimaldi.

Mit der Vorbereitung auf die neue Saison begann man in Schlieren bereits eine Woche nach dem letzten Meisterschaftsspiel. «So konnten wir mit der kompletten Mannschaft trainieren und auch noch drei Trainingsspiele absolvieren, bevor die Spieler in die Sommerferien reisten», sagt Grimaldi. Denn auch für die Schlieremer gehören Ferienabsenzen während der Vorbereitung dazu. Dies sei aber völlig normal, es handle sich schliesslich immer noch um Amateurfussballer. «Deswegen kann man auch nie sagen, in welcher körperlichen Verfassung die Spieler aus den Ferien zurückkehren.» Mit 16 bis 18 Spielern seien die Trainings aber immer gut besucht gewesen. Deshalb zeigt sich Grimaldi auch äusserst optimistisch für den Start in die neue 2.-Liga-Saison.

Beim FC Urdorf ist mit den vielen Abgängen eine Menge Erfahrung verloren gegangen. «Zwar hat die Mannschaft mit den neuen jungen Spielern auch viel spielerische Qualität dazugewonnen, aber das Mitspielen in den vorderen Rängen ist noch nicht realistisch», sagt Correia. Deswegen streben auch die Urdorfer in erster Linie den Klassenerhalt an. «Wichtig ist, dass wir uns auf uns selbst fokussieren und mit einem guten Gefühl in die Meisterschaft starten können.»

Der FC Urdorf startet am 25. August um 10:15 Uhr mit dem Derby gegen den FC Schlieren in die Meisterschaft. Der FC Schlieren beginnt die neue Saison bereits am 18. August um 13 Uhr mit einem Heimspiel gegen den FC Wettswil-Bonstetten 2.