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FC Schlieren und FC Urdorf — Biederes Mittelmass und akute Abstiegssorgen

Im Derby zu Saisonbeginn – der Urdorfer Mirko Markanovic im Laufduell mit Mikel Lazri (gelbes Dress) – siegte Schlieren in Urdorf mit 6:2.

Im Derby zu Saisonbeginn – der Urdorfer Mirko Markanovic im Laufduell mit Mikel Lazri (gelbes Dress) – siegte Schlieren in Urdorf mit 6:2.

Bei Halbzeit der 2.-Liga-Saison ziehen der FC Schlieren und FC Urdorf Bilanz – die Vereinspräsidenten sind nicht unzufrieden.

FC Schlieren

Bilanz: 13 Spiele/18 Punkte/32:26 Tore/7. Rang (der erste Abstiegsplatz ist 9 Zähler entfernt) unter 14 Mannschaften.

Was war bloss in der Schlussphase der Vorrunde los? Nach dem spektakulären 6:3-Heimsieg gegen Spitzenklub Horgen am 20. Oktober brachten die Schlieremer in den restlichen drei Partien vor der Winterpause kein Bein vors andere und holten keinen einzigen Punkt mehr. Marco Seifriz, Co-Präsident beim FCS, hält den Ball flach: «Wir sind zufrieden mit dem, was wir haben. Natürlich hätten wir gerne den einen oder anderen Punkt noch mitgenommen. Aber es ist schon gut so, wie es ist.» Die Mannschaft sei immer wieder zu naiv gewesen, habe statt des sich abzeichnenden Unentschiedens mit aller Macht den Sieg holen wollen. «Das ist dann öfters schief gegangen», so Seifriz lakonisch.

Beispielsweise bei der 2:3-Niederlage gegen Seefeld. «Da kamen wir nach einem frühen 0:2 zurück, glichen eine Viertelstunde vor Schluss aus – doch am Ende jubelte trotzdem der Gegner.» So oder so, in der laufenden Saison gibt man sich auf dem Zelgli mit Mittelmass noch zufrieden. Auch wenn die 21-jährige «Sprintrakete» Rachid dos Santos laut Seifriz in der Rückrunde wieder einsatzbereit sein soll, mehr als ein Platz im vorderen Mittelfeld scheint nicht drin zu liegen.

Im März 2021 wird der FC Schlieren 100-jährig. Will der Verein sein Jubiläum mit dem Aufstieg in die 2. Liga inter feiern? Marco Seifriz ist kein Mann der grossen Worte. Darum sagt er nur: «Im kommenden Sommer wollen wir nach Möglichkeit die vorderen Ränge angreifen.» Dies wolle man mit einem breiteren Kader bewerkstelligen. Man müsse den Konkurrenzkampf innerhalb des Teams vergrössern, so Seifriz. Auf dass in Schlieren bald erfolgreichere Zeiten anbrechen werden.

FC Urdorf

Bilanz: 12 Spiele/9 Punkte/12:26 Tore/12. Rang (Abstiegsplatz, sechs Punkte unter dem Strich) unter 14 Mannschaften.

Auch wenn in der bisherigen Meisterschaft sportlich noch nicht viel zusammenpasste und einem das Abstiegsgespenst im Nacken sitzt, auf dem Chlösterli ist man guten Mutes. «Wir haben eine funktionierende Mannschaft und motivierte Trainer. Trotz der aktuellen Tabellenlage bin ich zufrieden», resümiert René Janz den Saisonverlauf seines Fanionteams. Der ehemalige
Aktive präsidiert seit fünf Jahren den FC Urdorf und sieht ein Manko vor allem in der fehlenden Routine des Kaders. «Ich schätze, wir stellen das jüngste Team in unserer Meisterschaftsgruppe.» Die fehlende Cleverness der jungen Akteure habe in den vergangenen Wochen den einen oder anderen Punkt gekostet.

Ein typisches «FCU-Spiel» sei die 1:2-Niederlage zum Abschluss der Vorrunde gegen Wettswil-Bonstetten II gewesen. «Wir gingen früh in Führung, machten vieles richtig, hatten die Sache im Griff und standen am Ende doch wieder ohne Punkte da.» Mal ein taktisches Foul, mal einen Einwurf verzögern, im Angriff den Ball halten und so Zeit verstreichen lassen – solche Sachen fehlen beim FCU. Ein Routinier würde dem Team also guttun. Janz: «Aber wir zahlen kein Geld, nicht einmal Spesen kriegen unsere Spieler. Gratis kommt kein Auswärtiger zu uns.» Heisst das also, dass die Urdorfer in ihrem dritten Jahr nach der Rückkehr in die 2. Liga einen drohenden Abstieg kampflos hinnehmen würden? «Keinesfalls», sagt Janz bestimmt, «natürlich wollen wir oben bleiben. Unser Kader hat die Klasse, im Frühling über den Strich zukommen.» Dazu wäre es allerdings ein besserer Start nötig als im vergangenen Sommer – damals gingen die ersten beiden Partien mit dem Gesamtskore von 2:11 verloren.

Bange machen gilt beim FC Urdorf also nicht. Im Gegenteil: Der 1968 gegründete Verein hat laut Präsident Janz rosige Zukunftsaussichten. Zum einen freue man sich über zahlreiche eigene Junioren, die aktuell bei GC oder dem FCZ ausgebildet werden und «in den nächsten sechs, sieben Jahren zu uns zurückkommen könnten». Zum anderen stehe eine Erneuerung der Chlösterli-Anlage zur Debatte. Genaueres könne und wolle er noch nicht sagen, so Janz, aber Tatsache sei, dass die Planung für den dringend benötigten Kunstrasen sowie allenfalls ein weiteres Spielfeld relativ weit fortgeschritten ist.

Für den Klub mit 250 Junioren ist eine Vergrösserung der Infrastruktur ein zentrales Anliegen. «Wir führen wegen den Platzproblemen eine Warteliste von 50 Namen, zudem können wir keine Mädchenmannschaft gründen», sagt Janz.

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