Das Lob von höchster Stelle folgte erst ein paar Tage nach der Cup-Vorrundenpartie der Dietiker gegen Einsiedeln. Diese hatten die Limmattaler durch das Tor von Blazenko Klaric mit 1:0 nach Verlängerung gewonnen. Doch in der E-Mail, die der Fussballverband der Region Zürich Dietikons Trainer João Paiva schrieb, ging es weniger um den Sieg als um eine Geste von Dietikons Gianluca D’Angelo. Der Dietiker trat in der Nachspielzeit der Partie zu einem Penalty an. Doch statt den Ball mit voller Wucht aufs Tor zu dreschen, spielte er den Ball auf den Torhüter zurück. Die Anweisung dazu hatte Paiva gegeben, da ein gegnerischer Spieler verletzt liegen geblieben war, die Partie aber weiterlief und es dadurch überhaupt erst zum Strafstoss zugunsten der Dietiker gekommen war. «Wir wollten nicht auf diese Weise gewinnen», so Paiva. «Daher habe ich Gianluca gesagt, er solle den Ball so schiessen. Und ich bin froh, dass er das getan hat und die Mannschaft diesen Entscheid akzeptiert hat.»

Viel Lob für Fairplay

Dass Paiva sich zu dieser Aufforderung entschloss, hat auch mit einem Champions-League-Spiel zu tun. «Manchester City hat in der Partie gegen Schachtjor Donezk einen ungerechtfertigten Penalty zugesprochen bekommen», sagt Paiva. «Das hat selbst Manchesters Trainer Pep Guardiola zugegeben.» Guardiolas Spieler Raheem Sterling hatte im Strafraum in den Boden statt den Ball getreten und kam dadurch zu Fall. «Ich verstehe nicht, dass ein Spieler in einer solchen Situation nicht zum Schiedsrichter geht und zugibt, dass es kein Foul war», sagt Paiva. «Diesbezüglich müssen wir auch das Image des Fussballs ändern. Wir vom FC Dietikon wollen jedenfalls zeigen, dass wir fair sind.»

Doch nicht nur in Sachen Fairplay haben sich die Dietiker Lob verdient. Die Hinrunde ist ganz nach dem Geschmack der Limmattaler verlaufen. Bis auf die Auswärtspartie gegen Wettingen (0:4) und das Heimspiel der

Cuphauptrunde gegen Lugano (0:4) haben die Dietiker keine Partie verloren, dafür acht Siege errungen und viermal unentschieden gespielt. Das hat den Dietikern in der Tabelle auf Rang 1 gebracht.

Kondition verbessert

Worin liegt für Paiva das Erfolgsgeheimnis? «Wir haben im Sommer sehr hart trainiert», sagt der Dietiker Coach. So haben die Spieler unter anderem an ihrer Kondition gearbeitet. «Wir wollten während der Saison unbedingt fit bleiben», sagt Paiva. «Das Wichtigste aber ist: Wir sind ein Team. Wenn du als Team funktionierst, kommen die Resultate automatisch.» Beispielsweise würden die Spieler auch abseits des Fussballplatzes vieles miteinander unternehmen. Ausserdem spürten die Spieler das Vertrauen des Staffs. «Sie haben gespürt: Der Staff will ihnen helfen», so Paiva. «Ich denke, wir haben ihnen die Basis für den Erfolg gegeben.» Sieht der Dietiker Trainer angesichts der guten Verfassung seiner Mannschaft überhaupt Verbesserungspotenzial? «Man kann immer etwas verbessern», so Paiva. «Vor allem im technisch-taktischen Bereich. Die Dinge, die wir verbessern müssen, sind aber nicht gravierend.»

Credo bleibt dasselbe

Dürfte Dietikon damit ein Anwärter auf den ersten Platz bleiben, der zum Aufstieg berechtigt? «Na ja, ich denke, es gibt vier, fünf Teams, die heiss auf den Aufstieg sind», sagt Paiva. «Und diese könnten sich verstärken.»

Paiva hingegen plant keine grossen Veränderungen im Kader. Allenfalls könnten die Dietiker jemanden für Edi Duvnjak verpflichten, der ins Militär geht. Am 10. Januar beginnt dann das Training wieder. Und auch in der Rückrunde hält Paiva an seinem Ziel fest. «Wir wollen jeden Match gewinnen.» Und er kündigt an: «Wir werden auch in der Rückrunde um jeden Punkt kämpfen.»