Fussball
«Was soll man da noch sagen? Es ist frustrierend»: FC Dietikon muss weiter warten

Anstatt endlich den Start der Limmattaler Kicker in die seit Oktober 2020 unterbrochene Meisterschaft aufzugleisen, muss der umtriebige Sportchef des Fussballclubs Dietikon erst mal zwei Gänge runterschalten. Was ist passiert?

Ruedi Burkart
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Das Warten geht für FCD-Sportchef Christian Müller und seine Mannschaft weiter.

Das Warten geht für FCD-Sportchef Christian Müller und seine Mannschaft weiter.

Archivbild: rubu

Christian Müller ist so richtig angesäuert, ja, man kann schon sagen: hässig. Statt endlich den Start der Limmattaler Kicker in die seit Oktober 2020 unterbrochene Meisterschaft aufzugleisen, muss der umtriebige Sportchef des Fussballclubs Dietikon erst mal zwei Gänge runterschalten. Und tief Luft holen. Es brodelt in ihm drin. «Was soll man da noch sagen?», fragt er rhetorisch, «es ist einfach frustrierend.» Verbergen kann er seine Enttäuschung über das jüngste Hin und Her nicht. Doch was ist überhaupt ge­schehen?

Noch vor wenigen Tagen herrschte Aufbruchstimmung im FCD und bei den anderen 1.-Liga-Clubs. Das Komitee der Ersten Liga liess durchblicken, dass die Vereine ab dem 1. März wieder normal trainieren und auch wettbewerbsmässig spielen dürfen. Grund: Der Verband wollte sowohl für die Clubs in der Promotion League – der dritthöchsten Liga des Landes – als auch für die Erstligisten den sogenannten Status semi­professionell erreichen. Es schien alles auf einen baldigen Re-Start der unterbrochenen Meisterschaft hinauszulaufen. «Wirwaren voller Optimismus», sagt Müller, «Trainer João Paiva ­hatte die ersten Vorbereitungspartien bereits definitiv ab­gemacht.»

Alle 1.-Liga-Clubs gelten nach wie vor als Amateure

Doch Ende letzter Woche kam der Hammer: Nur die Promotion League wurde als halb­professionell eingestuft. Die ­1.-Liga-Clubs bleiben aussen vor, sie gelten weiterhin als Amateure. Einen dicken Strich durch die Rechnung machte den hoffnungsvollen Klubs eine Expertengruppe, der unter anderen Vertreter des Bundesamts für Sport und von Swiss Olympic angehören. Diese Gruppe hatte den ­Entscheid getroffen, der Christian Müller so sauer aufstösst.

So bleibt den Dietikern und mit ihnen allen anderen 41 Erstligisten nur, weiterhin brav in 15er-Gruppen ohne Körperkontakt zu trainieren. Bemerkenswert: Im Frauenfussball darf hingegen bis hinunter zur 1. Liga gespielt und normal trainiert werden. So rechnen auch die Schlieremer NLB-Akteurinnen mit einer baldigen Fortsetzung der Meisterschaft.