Birmensdorf

FC Birmensdorf: Die 4.- Liga-Mannschaft zieht sich zurück

Trainer Mauro Rossi und Assistent Carmine Ferorelli.

Trainer Mauro Rossi und Assistent Carmine Ferorelli.

Jeweils mittwochs publiziert der Fussballverband der Region Zürich (FVRZ) auf der Verbandshomepage seine «Offiziellen Mitteilungen». Letzte Woche war da zu lesen, dass der FC Birmensdorf eines seiner zwei 4.-Liga-Teams aus dem Meisterschaftsbetrieb zurückzieht. Und zwar per sofort.

Die Auswirkungen: Alle Partien der Limmattaler werden gestrichen – sowohl die bereits gespielten als auch die künftigen –, das Team wird in der Gruppe 3 auf den letzten Platz gesetzt und steht damit bereits als einer von zwei Absteigern in die 5. Liga fest.

Wegen Spielermangels mussten die Birmensdorfer immer wieder Meisterschaftspartien verschieben, und wenn sie doch einmal antreten konnten, kassierten sie eine Packung. Für das Image des Vereins – der im Frühling 2016 noch in der 2. Liga spielte – nicht vorteilhaft.
Grund für die Misere: Die Mischung aus eigenen A-Junioren und älteren Spielern funktionierte nicht wie gewünscht. «Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende», sagten sich Vereinspräsident Harry Schenk und seine Mitstreiter. Mit der Konsequenz, dass der 4.-Liga-Klub dem Verband für den Rückzug während der laufenden Saison laut dem Tarifblatt des FVRZ eine Busse von 400 Franken zu bezahlen hat, etwaige finanzielle Strafen für die bisherigen Forfait-Niederlagen sind da noch nicht eingerechnet.

Wie konnte es zum Birmensdorfer Debakel kommen? «Blauäugig war in dieser Sache niemand», sagt FCB-Boss Schenk. «Das Team hatte vor dem Meisterschaftsstart genügend Spieler, alles war tipptopp. Und alle freuten sich auf den Saisonstart.» Mit Fortdauer der Meisterschaft lichteten sich aus verschiedenen Gründen die Reihen im nominell zweiten Team indes immer mehr. «Schliesslich hatten wir zeitweise noch sieben Spieler im Training und fünf an den Meisterschaftsspielen», so Schenk. Der Schritt, das Team zurückzuziehen, war der logische. Der Präsident verhehlt seine Enttäuschung nicht: «Ich bin jetzt 45 Jahre im FC Birmensdorf. Aber so etwas habe ich noch nie erlebt.»

Der FCB setzt nun auf das funktionierende erste Team

Faktisch steigt die zweite Mannschaft also punktlos in die 5. Liga ab. Was passiert im kommenden Jahr? Wird der FCB erneut zwei Aktivteams melden? Nein, das werde man sicher nicht tun, äussert sich Schenk klar und deutlich. Man habe ein funktionierendes Fanionteam mit einem tollen Trainerstaff. «Dort spielt die Zukunft des Vereins.»

Harry Schenk ist zwar seit knapp einem halben Jahrhundert im Verein, das Amt des Präsidenten übt er jedoch erst seit Februar 2019 aus. Die Arbeit sei ihm in den vergangenen Monaten nie ausgegangen, meint er schmunzelnd. «Langweilig ist mir nicht. Es gibt überall Baustellen.» Ein besonderes Augenmerk gilt neben der jetzt intensivierten Suche nach einem neuen Trikotsponsor vor allem der Situation im Nachwuchs.

Der FCB hat in dieser Saison aus Mangel an Spielern weder eine A- noch eine B-Juniorenmannschaft melden können. «Sechs Jungs sind im Frühling aus den B-Junioren zu den Blue Stars gewechselt. Das verkraftet ein kleiner Verein, wie wir es sind, nicht einfach so», sagt Schenk.

Ein Lösungsansatz wäre, im Nachwuchsbereich mit einem anderen kleinen Verein wie dem FC Uitikon zusammenzuarbeiten. So wie man bei Senioren eine Mannschaft unter der Bezeichnung Uitikon-Birmensdorf aufgebaut hat. Spruchreif sei aber noch nichts, so Schenk. «Aber die eine oder andere Diskussion hat es bereits gegeben.» Wetten,
dass am Rande des Birmensdorfer Nachwuchs-Hallenturniers vom 16. und 17. November die Entscheidungsträger des FCB und des FC Uitikon die Gespräche über ein Zusammengehen bei den ältesten Junioren intensivieren?

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