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Faustball: So schnappten die Schlieremer den Aargauern das Natispiel gegen den Weltmeister weg

Im Angriff: Auf solche Szenen können sich die Faustball-Fans freuen. (Archivbild)

Im Angriff: Auf solche Szenen können sich die Faustball-Fans freuen. (Archivbild)

Wegen des Coronavirus spielt die Schweizer Faustball-Nati am 7. August auf dem Sportplatz Unterrohr gegen Deutschland. Eingentlichhätte die Partie im aargauischen Endingen durchgeführt werden sollen.

Mitten in den Sommerferien kommen die Sportfans in den Genuss eines Leckerbissens. Es ist eine erfreuliche Premiere: Erstmals überhaupt macht die Schweizer Faustball-Nationalmannschaft am übernächsten Freitag ihre Aufwartung und bestreitet in Schlieren ein Länderspiel. Der Gegner ist kein geringerer als Serienweltmeister Deutschland. «Dass der amtierende Titelhalter auf unserer Anlage spielen wird, ist eine spezielle Ehre», freut sich Daniel Laubi, der Präsident der Schlieremer Faustballer.

Der Grund für das kurzfristig angesetzte Länderspiel: Weil Corona auch vor den Faustballern nicht Halt gemacht hat, musste die für Juli geplante Europameisterschaft der Männer in Italien auf das kommende Jahr verschoben werden. So organisierten die Verantwortlichen der Nationalmannschaft in der ersten Augustwoche vier Test-Länderspiele, drei gegen Vize-Weltmeister Österreich und eines gegen Deutschland.

«Eine Maskenpflicht war keine Option»

Ursprünglich hätte die Partie gegen Deutschland im aargauischen Endingen durchgeführt werden sollen. Doch die Verschärfungen der Coronamassnahmen, welche der Nachbarkanton Anfang Juli erlassen hat, verunmöglichen eine Durchführung der Partie. «Die Reduktion der Sektorengrösse von 300 auf 100 Personen ist für uns nicht praktikabel. Auch eine Maskenpflicht war für uns keine Option», sagte Michael Suter, der Präsident der Oberentfelder Faustballer.

Zuschauer zahlen einen Fünfliber für den Eintritt

Zwar hatte Swiss Faustball als Organisator sowieso nicht damit gerechnet, die maximal zulässige Zuschauerzahl von 1000 zu erreichen. Aber für gerade mal 100 Personen pro Sektor jeweils eigene WC-Anlagen und Verpflegungsstände aufzustellen, das hätte den Rahmen des Machbaren definitiv gesprengt. So sagte man schweren Herzens das Spiel gegen den ewigen Rivalen Deutschland vorerst ab.

Daniel Laubi ist Präsident der Schlieremer Faustballer

Er holte das ursprünglich im Aargau geplante Nati-Spiel nach Schlieren.

Er holte das ursprünglich im Aargau geplante Nati-Spiel nach Schlieren.  

Dann traten die Schlieremer Faustballer auf den Plan. «Wir springen sehr gerne in die Bresche und organisieren das Spiel gegen Deutschland auf unserer Anlage», meldete sich Clubpräsident Daniel Laubi zu Wort. Gesagt, getan. Nach ein paar Telefonaten und einigen E-Mails war klar: Schlieren ist bereit. «Ein spezifisches Schutzkonzept für die aktuelle Coronasituation liegt vor und die Durchführung des Spiels kann so gewährleistet werden», sagt Laubi, «wir dürfen 1000 Leute zum Spiel zulassen und verteilen sie auf drei voneinander getrennte Blöcke.»

Für einen symbolischen Preis von einem Fünfliber erhält man Zugang zum Spiel. Umsatz machen wollen die Schlieremer vor allem mit der Festbeiz. Laubi: «Einen riesigen finanziellen Gewinn erwarten wir nicht. Aber dass wir die Fixkosten für die Organisation dieses Spiels hereinholen können, das wäre schon wünschenswert.»

Die Statistik spricht für Deutschland, aber...

Die Spieler der Schweizer Nationalmannschaft reisen gratis an und werden nach dem Spiel verpflegt. Das Engagement der Deutschen schlägt hingegen inklusive Reisespesen, Übernachtung und Verpflegung mit rund 4000 Franken zu Buche.

Entgehen lassen sollte man sich die Partie vom übernächsten Freitag keinesfalls. Auch wenn die sportliche Bilanz der Schweizer Nationalmannschaft gegen Deutschland äusserst bescheiden ist – 31 Siege stehen 92 Niederlagen gegenüber – scheint ein positives Resultat zumindest nicht unmöglich zu sein. Grund: Wegen Corona ist die nationale Meisterschaft in Deutschland noch nicht gestartet, die Spieler sind also nicht im Wettkampf-Rhythmus. Zudem reist der Weltmeister mit einem reduzierten Kader ins Limmattal. Es könnte eine enge Kiste werden, hofft das Schweizer Nationalteam von Trainer Oliver Lang. Doch Vorsicht: Deutschlands Weltmeister-Captain Fabian Sagstetter wird ein Team anführen, das auf allen Positionen hervorragend besetzt sein wird, wie man aus dem Kreis der Schweizer vernimmt.

Erinnerungen ans Eidgenössische Turnfest

Die Hoffnungen auf ein positives Resultat werden genährt von den letzten beiden Vergleichen gegen den grossen Nachbarn. Vor einem Jahr schlug man die Deutschen in einem Exhibition-Game im Rahmen des Eidgenössischen Turnfests in Aarau mit 3:2. Und die 0:3-Niederlage im Halbfinal der letztjährigen Weltmeisterschaft in Winterthur war um einiges knapper, als es das nackte Resultat vermuten lassen würde.

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