Urdorf
Fast wie guetzlen: Sylvia Bader schafft Salzteigbilder

Anfang der 1980er-Jahre begann Sylvia Bader Bilder aus Salzteig herzustellen. Im Ortsmuseum Urdorf erhielt sie am Sonntag die Gelegenheit, ihre Salzteigbilder zu präsentieren und zu zeigen, wie man diese modelliert.

Daniel Diriwächter
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Sylvia Baders Salzteigbilder im Ortsmuseum Urdorf.
10 Bilder
Sylvia Baders Salzteigbilder im Ortsmuseum Urdorf.
Sylvia Baders Salzteigbilder im Ortsmuseum Urdorf.
Sylvia Baders Salzteigbilder im Ortsmuseum Urdorf.
Vom Klumpen zum Engel: Aus Salzteig lassen sich hübsche Figuren machen.
Vom Klumpen zum Engel: Aus Salzteig lassen sich hübsche Figuren machen.
Um Salzteig herzustellen, benötigt es nur Mehl, Salz und Wasser.
Sylvia Bader an ihrem Salzteigbilder-Workshop am Sonntag im Urdorfer Ortsmuseum.
Vom Salzteig-Klumpen zur Rose.
Salzteigbilder Sylvia Bader

Sylvia Baders Salzteigbilder im Ortsmuseum Urdorf.

Daniel Diriwächter

Es war nur ein Klumpen Salzteig, aber aus ihm sollte wenig später eine Figur entstehen. Als Sylvia Bader im Urdorfer Ortsmuseum zu ihrer Ausstellung lud, organisierte sie am Sonntag auch einen Workshop, um selbst Salzteigbilder zu erschaffen. In der Chronik-Chamer des Museums konnte man sich zuvor inspirieren lassen. Dort standen und hingen Baders liebevollen Kreationen wie kleine Rosen, Päckli-Anhänger, Weihnachtsbaumschmuck oder Bilder mit bunten Figürchen.

«Das Modellieren mit Salzteig ist mein Hobby», sagte Bader, die bis zur Pensionierung als Zivilschutzstellenleiterin arbeitete. Die Schlieremerin, die früher in Urdorf wohnte, sprach von der Freude, mit Salzteig zu arbeiten, um danach ein kleines Präsent zu haben. Es ist eine alte Volkskunst, die es schon früh in verschiedenen Kulturen gab. Bastler und Hobbykünstler entdeckten dann den Salzteig neu. «Der Teig lässt sich leicht herstellen, man benötigt nur Mehl, Salz und Wasser», so Bader. Was ihn auch besonders günstig mache.

Fast wie guetzlen

«Es war Anfang der 1980er-Jahre, als ich mein Hobby entdeckte. Mit den Jahren wurde es aber wohl etwas altmodisch, mit Salzteig zu arbeiten», sagte Bader. Andere Modeliermassen wie Fimo hätten ihm den Rang abgelaufen und das Basteln an sich wurde auch immer mehr verdrängt. Nichtsdestotrotz hält Bader am Salzteig fest und versucht mit Kursen, die Leute davon zu begeistern.

Salzteig – so funktionierts:

1 Tasse Mehl
1 Tasse Salz
8 bis 10 Esslöffel Wasser

Mehl, Salz und Wasser vermengen und zu einem Teig kneten. Danach kann man beispielsweise mit Guetzliformen verschiedene Figuren ausstechen. Im Ofen dann eine Stunde bei 100 Grad trocknen lassen und danach die Figuren bemalen und eventuell mit Klarlack lackieren.

Obwohl der Andrang zum Workshop überschaubar blieb, wartete schon vorproduzierter Teig darauf, bearbeitet zu werden. Tatsächlich fühlte sich das Formen zu Beginn so an, als würde man guetzlen. Erst recht, wenn das Wallholz zum Einsatz kam und Mehl sich überall verstreute. Wobei man doch detailverliebter ans Werk ging und den Teig nicht naschen konnte. «Das gewöhnt man sich schnell ab, denn das Salz macht den Teig ungeniessbar. Aber giftig ist er nicht», sagte Bader.

Der Teig erwies sich als äusserst knetbar und mit den Tipps von Bader dauerte es nicht lange, bis aus dem Klumpen zunächst ein Engel mit Flügeln wurde und zusätzlich eine kleine Rosenblüte entstand. Verschiedene Teile fügte man mit wenig Wasser am Pinsel spielend leicht zusammen. Doch das war erst die halbe Arbeit.

Eine WG im Alter

Sind die Figuren erst einmal kreiert, muss man sie brennen. «Kleine Figuren kann man im Backofen bei 100 Grad eine Stunde trocknen lassen», so Bader. Oder man könne sie einige Tage – je nach Grösse – an der Luft liegen lassen, bis man wisse, wie man sie bemalen möchte. «Dazu sind Wasserfarben ideal, man darf nur nicht zu nass malen, sonst saugt der Teig die Farbe auf.»

Bader sagt, dass man so den Weihnachtsbaum mit eigenen Kreationen schmücken könne. Sie wohnt mit ihrem Ehemann und drei weiteren Paaren in einer vor drei Jahren gegründeten Alters-Wohngemeinschaft in Schlieren. «Wir alle haben es immer noch gut miteinander», sagte Bader. Und immer wieder sei jemand auf Reisen, denn schliesslich habe man nach der Pensionierung genügend Zeit, um die Welt zu erkunden, so Bader. «Daher sehen wir uns selten alle gemeinsam. Im Sommer konnten wir aber ab- und zu zusammen grillieren im wunderschönen Garten.»

Die Salzteigbilder von Sylvia Bader sind noch bis Ende Oktober im Ortsmuseum Urdorf ausgestellt.