Urdorf
«Fast ein familiärer Anlass»: An diesem Wettkampf nimmt man alles etwas lockerer

Die Einkampf- und Staffelmeisterschaften lockten viele Schaulustige in den Dietiker Hätschen.

Michel Suter
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Oder Speerwurf, hier Ramon Epprecht.
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Roman Beer (Mitte) setzt sich im Schleuderball gegen zwei Athleten des TV Watt durch und holt für den TV Weininigen einen von zahlreichen Podestplätzen.
Auch Hochsprung war eine Disziplin.
Cornelia Jakob vom TV Weiningen bei einem ihrer Versuche im Diskuswerfen.
Dietikon Leichtathletik Staffelmeisterschaften 2017
Der Finallauf der U14 über 60 Meter.
Der Finallauf der U14 über 60 Meter.

Oder Speerwurf, hier Ramon Epprecht.

Michel Suter

Cornelia Jakob vom TV Weiningen nimmt gerade ihren zweiten Versuch beim Diskuswerfen in Angriff, als ihr ein Missgeschick unterläuft. Die Scheibe fliegt plötzlich zur Seite ins Netz statt geradeaus zu den Messbändern. Jakob schmunzelt. Verbissenheit ist an den Einkampf- und Staffelmeisterschaften fehl am Platz. «Die Atmosphäre hier ist sehr locker», sagt sie im Anschluss. Man gebe einander Tipps, erst recht in der Kategorie der Senioren: «Es ist fast ein familiärer Anlass.»

Jakob ist eine von rund 300 Athletinnen und Athleten, die an den vom TV Urdorf organisierten Einkampf- und Staffelmeisterschaften des Zürcher Turnverbandes teilnehmen. Das zweite Mal werden sie auf dem Dietiker Hätschen durchgeführt, eine Anlage, die Jakob und ihre Kolleginnen und Kollegen vom TV Weiningen sehr gut kennen. «Wir trainieren während des Sommers hier», sag sie. «Der Hätschen ist sehr angenehm.»

Dietikon. GLZ Leichtathletik Einkampf- und Staffelmeisterschaften 2017

Limmattaler Sieger:

Stabhochsprung Männer:

1 (1). Roman Beer (TV Weiningen) 4.20. 2 (4). Noël Rimensberger (TV Bülach) 3.40. 3 (5). Fabio Ernst (TV Hüntwangen) 3.00.

Diskus 2 kg, Männer:

1 (1). Roman Beer (TV Weiningen) 33.71. 2 (2). Noël Rimensberger (TV Bülach) 28.73. 3 (3). Robin Demuth (TV Hüntwangen) 28.62

Schleuderball 1,5 kg, Männer:

1 (1). Roman Beer (TV Weiningen) 56.12. 2 (2). Matthias Frei (TV Watt) 55.18. 3 (3). Raphael Albrecht (TV Watt) 54.80.

Schleuderball 1,5 kg, Senioren:

1 (1). Daniel Baumgartner (TV Urdorf) 56.01. 2 (2). Jens Eriksen (TV Watt) 53.63. 3 (3). Jörn Eriksen (TV Watt) 53.43

100 Meter, Frauen:

. 1 (1). Samira Meier (STV Schlieren) 13.22. 2 (2). Jamie Zürcher (STV Höri) 13.27. 3 (3). Marina Schenkel (TV Bülach) 13.57

200 Meter, Frauen:

1 (1). Samira Meier (STV Schlieren) 28.51. 2 (2). Jamie Zürcher (STV Höri) 29.02. 3 (3). Carmen Leemann (TV Urdorf) 30.90.

Kugel, 4 kg, Frauen:

1 (1). Nadja Meier (STV Schlieren) 9.55. 2 (2). Evelyn Weiss (TV Oerlikon) 9.37. 3 (3). Corina Kägi (TV Urdorf) 8.71.

Staffel, Frauen:

- Schlieren STV (STV Schlieren) 54.03. 2. Bülach TV (TV Bülach) 55.01. 3. Uster TV (TV Uster) 56.08

Steinstossen, 6 kg, Frauen:

1 (1). Jolanda Rhyner (TV Weiningen) 8.15. 2 (2). Martina Fasnacht (TV Rafz) 7.42. 3 (3). Torre Della (DR Watt) 7.27.

100 Meter, Seniorinnen:

. 1 (1). Cornelia Jakob (TV Weiningen) 14.28. 2 (2). Sabina Breitenmoser (TV Dietlikon) 14.45. 3 (3). Priska Müller (TV Weiningen) 14.47.

Hochsprung, Seniorinnen:

1 (1). Martina Ott (TV Weiningen) 1.61. 2 (2). Linda Mettler (TV Dietlikon) 1.55. 3 (3). Rebecca Krebs (TV Dietlikon) 1.45

Diskus, 1 kg, Seniorinnen:

1 (1). Martina Ott (TV Weiningen) 32.98. 2 (2). Claudia Bosshard (TV Rafz) 29.91. 3 (3). Linda Mettler (TV Dietlikon) 29.84.

Ganz in der Nähe, bei der Stadthalle, wird eine Disziplin ausgetragen, die dem Diskuswerfen ähnlich ist: der Schleuderball. Dabei wird ein Lederball von 1,5 Kilogramm, der an einem Band befestigt ist, weggeschleudert. «Schleuderball ist keine eigentliche Leichtathletikdisziplin», sagt Roman Beer, der für den TV Weiningen an den Start geht. «Aber sie gehört bei den Turnfesten dazu.»

Insgesamt 1000 Disziplinenstarts gibt es dieses Jahr bei der Einkampf- und Staffelmeisterschaft – so viele wie schon 2013. Was neu ist: Der Wettkampf, der traditionellerweise am Auffahrtsdonnerstag ausgetragen wird, erstreckt sich diesmal über zwei Tage. Einige Disziplinen wurden aus Zeitgründen schon am Mittwochabend gestartet. «Tagsüber haben wir alles aufgebaut», sagt OK-Präsident Dominic Schöni. «Besonders gross ist der Aufwand beim Stabhochsprung, da müssen wir alles extra zum Sportplatz bringen.» Zwischen 30 und 40 Helferinnen und Helfer seien während der beiden Tage im Einsatz. Und die haben zu tun. Immerhin sind viele Schaulustige in den Hätschen gekommen, die sich auf den Festbänken verköstigen lassen – dem Prachtswetter sei Dank.

«Kühler wäre besser»

Für Samira Meier vom STV Schlieren sind die äusseren Bedingungen im Final des 200-Meter-Laufs allerdings nicht ideal. «Kühler wäre besser», meint sie. «Im Ziel spürt man die Hitze.» Trotzdem holt sie sich den Sieg bei den Damen.

Auch Roman Beer darf jubeln. Er schafft es beim Schleuderball zuoberst aufs Podest. «Damit habe ich beim Stabhochsprung, meiner Hauptdisziplin, beim Diskuswerfen und beim Schleuderball gewonnen», frohlockt er. «Das gibt einem Sicherheit, man weiss, dass man in Form ist.» Dann fügt er scherzhaft hinzu: «Dagegen ist der zweite Platz im Hochsprung richtig schlecht.»

Fürs Podest reicht es Cornelia Jakob beim Diskuswerfen nicht. Sie wird Siebte. Aber sie ist am Nachmittag froh, ihren Wettkampf hinter sich zu haben: «Jetzt ist es definitiv zu heiss.»