Urdorf

Fasnacht in Urdorf: Der Wurster ist der neue Schirmherr

Othmar der Wurster Gut von der Dietiker Metzgerei Hildebrand ist neu der höchste Urdorfer Fasnächtler.

Nachdem letztes Jahr der Schirmherr Philip der Gärtner Lüthi hoch zu Ross als Märchenprinz aufs Embri-Areal in Urdorf geritten war, hat sich die Clique Schäflibach auch für ihren neuen Schirmherrn einen Spezialtransport überlegt. Dieser liess traditionsgemäss auf sich warten, damit die Spannung noch hochgehalten werden konnte – als hätte er um 15 Uhr die Böllerschüsse der Knabengesellschaft Urdorf nicht gehört. «Der neue Schirmherr ist ein Schlitzohr durch und durch und wird als oberster Fasnächtler von Urdorf bestimmt eine grossartige Falle machen», sprach Zeremonienmeister Daniel Leutwiler ins Mikrofon. Der Schirmherr war weit und breit nicht zu sehen – bis dann ein grosser Hippie im farbenfrohen Kostüm mit einem grünen Auto aufs ­Embri-Areal kutschiert wurde. Ganz gemäss dem ­Urdorfer Fasnachtsmotto «anno dazumal». Auf der Fasnachtsplakette, die an der Fasnachtseröffnung am Samstag verkauft wurde, durchbricht dazu passend ein Hippiebus – unter anderem mit Schirmherr und Stier – das Ziffernblatt einer Uhr.

Als der Hippie und baldige Schirmherr mit der Hilfe einer Ehrendame vom Thron respektive aus dem Auto stieg, blitzten seine schwarz-weissen Stöckelschuhe hervor. Dazu der rosa Mantelkragen: Ist das eine Frau? Wilde Spekulationen machten nun die Runde.

Der neue oberste Urdorfer Fasnächtler – oder eben die oberste Fasnächtlerin – bestieg nun den Wagen der Clique Schäflibach. Zuoberst angekommen, nahm er seine Maske ab. Zum Vorschein kam ein bekannter Metzger: Othmar Gut von der Dietiker Metzgerei Hildebrand, von vielen «der Wurster» genannt. Er ist auch Wurst-Hauslieferant der Clique Schäflibach. «Bist Du gewillt, das hohe Amt des Schirmherrn anzunehmen und Dich entsprechend Deines Amtes auch für die bevorstehende Fasnachtszeit einzusetzen?», fragte Leutwiler. Der Wurster bejahte. «Die Clique Schäflibach ist stolz auf ihren Schirmi: Othmar der Wurster Gut!», verkündete Leutwiler.

Zeremonienmeister fragte Wurster schon vor zwei Jahren an

Auf diesen Moment hatte er lange gewartet. Denn angefragt hatte er Gut bereits 2018. Dieser war willens, das Amt als Schirmi auszuüben, aber eben erst ab 2020. Denn zuvor hatte er alle Hände voll zu tun; 2018 eröffnete er die zweite Filiale der Metzgerei Hildebrand. Sie befindet sich in Berikon, wo er schon über fünf Jahre wohnt – so wie seit wenigen Jahren auch Leutwiler. Die beiden kennen sich schon 30 Jahre lang. «Es geht um ein Ehrenamt und ich habe grausam Freude an der Fasnacht. Für mich war klar, dass ich die Anfrage nicht ablehne», sagte der Wurster Gut gegenüber der Limmattaler Zeitung, ehe er sich seinen ersten Kafi Lutz als neuer Schirmherr genehmigte.

Aufgewachsen ist der 47-Jährige in Aesch, in einer fasnachtsbegeisterten Bauernfamilie. Er absolvierte eine Lehre als Landwirt und eine als Metzger. Schon sein Vater war bei der Knabengesellschaft Aesch dabei. Ein grosser Moment war es daher für ihn, als er mit 16 Jahren auch Teil der Knabengesellschaft wurde. Mit dieser ging er stets nach Urdorf an die Fasnacht, sodass ihm Urdorf und seine Feste schnell ans Herz wuchsen. Gut erinnert sich zum Beispiel an viele lustige Fasnachtsstunden im ehemaligen «Frohsinn». Auch die Fasnachtsumzüge in Wohlen und Bremgarten haben es Gut angetan. Seinen zwei Kindern hat er auch viele Fasnachtsgene vererbt. Zudem ist Gut in Dietikon fasnächtlich aktiv. So ist er seit fünf Jahren bei den Lustigen Dietikern dabei. Kommendes Wochenende ist er gleich doppelt engagiert. Zuerst geniesst er den Dietiker Umzug auf dem Wagen der Clique Schäflibach, danach hilft er am Hudi-Ball in der Küche.

Und wer weiss? Vielleicht kreiert die Metzgerei Hildebrand ja schon bald eine Fasnachtswurst. Wenn der Wurster denn neben all den Fasnachtsaktivitäten Zeit dafür findet. Über 30 fasnächtliche Anlässe wird er als Schirmherr besuchen müssen.

Zunächst nahm er am Samstag zahlreiche Gratulationen entgegen und lauschte beispielsweise den Urdorfer Stiereschränzern, den Heid-Heid aus Villmergen, den Holzberewöörm aus Staretschwil und den Drachä-Brunnä-Chrächzer aus Thayngen sowie dem Ländler-Trio Echo vom Stöcklichrüz und natürlich Marcel Weber alias DJ Outside, sein Vorvorgänger als Schirmherr. Neben den Guggenmusiken aus nah und fern wohnten der Urdorfer Fasnachtseröffnung auch viele weitere verbündete Fasnachtsgruppen bei – vor allem aus Urdorf und dem Aargauer Freiamt.

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