In den vergangenen zwei Monaten hat die Schlieremer Stadtverwaltung böse Briefe erhalten. Anwohner des Rütirains und Pächter der Familiengärten südlich der Schulstrasse beschwerten sich darüber, dass die Fussgängerwege dort zu regelrechten «Trampelpfaden» verkommen waren. Die gut frequentierte Verbindung zum Schlierenberg sei stark mit Gras überwachsen und nur schlecht begehbar.

Zuständig für die Pflege der Wege ist die städtische Abteilung Werke, Versorgung und Anlagen (WVA). Dort heisst es auf Anfrage, dass man die beanstandeten Stellen schon vor den Reklamationen hätte mähen wollen. Doch habe dazu schlicht die Zeit gefehlt. Der stellvertretende WVA-Leiter André Thoma erklärt: «Nach dem Unwetter von Anfang Juni war der Werkdienst mit Aufräumarbeiten und der überschwemmten Unterführung ausgelastet.» Und während der darauf folgenden Hitzeperiode habe die Bewässerung der Fussballplätze, Rasen und Rabatten viel Zeit in Anspruch genommen. Generell sind laut WVA entlang von Nebenverbindungen «eine bis zwei Mahden pro Jahr zwischen Juni und September vorgesehen». In der Regel reiche das aus und die Praxis sei auch ökologisch sinnvoll, weil so Kleintiere geschützt würden, sagt Thoma.

Problem nur kurzfristig gelöst

Vor kurzem wurde die Verbindung zwischen Rütirain und Rainweg nun gemäht. Doch für die Pächter ist damit das Problem nicht gelöst. «Der schmale, unebene Pfad muss dringend saniert werden», findet etwa André Gisler. Denn auch im nicht überwucherten Zustand sei er mit Kinderwagen oder nach Regenfällen kaum begehbar. Er selbst und andere Familiengärtner seien dort schon mehrfach gestürzt, so der Senior. Er berichtet zudem von Spaziergängern, die sich bei einem Schwatz über den Weg beschwert hätten. «Die Stadt sollte die Pfade richtig ausbauen, verbreitern und Schlaglöcher mit neuem Kies auffüllen», findet Gisler. Doch sein Wunsch nach einer besseren Erschliessung der Gärten und der Verbindung zum Schlierenberg wird vorerst nicht in Erfüllung gehen: Thoma sagt dazu in Absprache mit der Abteilung Bau und Planung der Stadt, dass für die nächsten zwei Jahre kein Ausbau vorgesehen sei.

Anwohner wollen, dass diese Bank wegen der jugendlichen Nutzer verschoben wird

Anwohner wollen, dass diese Bank wegen der jugendlichen Nutzer verschoben wird

Einige Anwohner des Rütirains nerven sich aber nicht nur über den Zustand des Weges. Urs Troxler, ehemaliger Gemeinderat und Mitgründer des Quartiervereins Schlieren, fordert darüber hinaus, dass die Sitzbank bei der Trafostation der EKZ verschoben wird. Der Grund: An schönen Abenden wird die Bank regelmässig zu einem Treffpunkt für Jugendliche. «Sie verursachen Lärm bis spät am Abend. Und am Tag danach liegt dann rundherum Abfall», sagt Troxler. Unter den jungen Störefrieden vermutet er auch die Täter eines kürzlich vorgefallenen Vandalenakts, bei dem Gemüse aus den Familiengärten in seinen Garten am Rütirain hineingeworfen und Äste an seinen Büschen abgebrochen wurden. Er hat darauf gegen Unbekannt Anzeige erstattet.

Bank wird nicht verschoben

Troxler will nun, dass die Sitzbank westwärts an den Wendeplatz am Rainweg verschoben wird. «Dort wäre sie nicht so versteckt und die Jugendlichen würden wohl weniger anstellen», ist er sich sicher. Thoma sagt dazu, dass sich die Stadtverwaltung bewusst sei, dass die Bank derzeit vermehrt von Jugendlichen genutzt wird. «Die Situation wird beobachtet», erklärt er. Doch man plane vorerst nicht, die Sitzgelegenheit zu verschieben.