Schlieren

Familiengärten im Färberhüsli werden bis 2013 verschwinden

Das Ende einer Idylle auf Stadtgebiet – die Familiengärten an der Färberhüslistrasse werden auf Ende 2013 aufgelöst. Florian Niedermann

Das Ende einer Idylle auf Stadtgebiet – die Familiengärten an der Färberhüslistrasse werden auf Ende 2013 aufgelöst. Florian Niedermann

Die Gartenpächter im Spitalquartier müssen das Feld räumen. Ein Grund dafür ist der geplante Bau des Tunnels für die Limmattalbahn. Eine Ersatzanlage ist nicht vorgesehen. Die Stadt will erwirken, dass die Pächter leichter zu Parzellen in anderen Familiengärten kommen.

«Sicher sind wir enttäuscht. Wir hätten die Gärten gerne aufrechterhalten», sagt Rodolfo Gagliardi, Präsident des Gartenpächtervereins Färberhüsli. Dies, auch wenn man schon lange wusste, dass die Auflösung der Familiengärten nur eine Frage der Zeit sei. Bereits seit 2009 wurde der Pachtvertrag mit der Stadt stets befristet von Jahr zu Jahr erneuert. Durch die Konkretisierung des Vorprojekts der Limmattalbahn zeichnet sich immer deutlicher ab, dass auf dem Gebiet der heutigen Familiengärten der spätere Färberhüslitunnel verlaufen wird.

Im Herbst 2011 wurde die Auflösung der gepachteten Gärten nun definitiv, wie Gagliardi sagt: «Wir hatten eine Sitzung mit Vertretern des Bereichs Liegenschaften der Stadtverwaltung. Da wurde uns mitgeteilt, dass der Pachtvertrag auf Ende 2013 aufgekündigt wird.»

Stadtrat sieht Gesamtplanung vor

Die Limmattalbahn ist nicht der alleinige Grund dafür, dass die Färberhüsli-Familiengärten aufgelöst werden. Das Gebiet ist der Definition nach gar kein Familiengartenareal, wie Manuela Stiefel, Ressortleiterin Finanzen und Liegenschaften (FDP), erklärt.

«Der Stadtrat hat im Sinn, eine Gesamtplanung durchzuführen, um zu klären, welcher Teil dieses Gebietes für kommende Projekte der öffentlichen Hand reserviert bleiben soll», so Stiefel. Was nach dem geplanten Tunnelbau mit dem Areal bei der Färberhüslistrasse geschieht, werde sich erst bei dieser Planung herausstellen.

Er bedauere, dass die multikulturelle Gemeinschaft der Färberhüsligärten jetzt aufgelöst werde, betont Gagliardi: «In unseren Gärten sind Leute aller Nationen zusammengesessen. Die Kommunikation untereinander hat sehr gut funktioniert.»

Auch der Austausch mit den Behörden war offen und transparent. «Man verhielt sich uns gegenüber sehr fair. Durch die frühe Ankündigung der Vertragsauflösung konnten sich unsere Mitglieder bereits darauf einstellen», so Gagliardi.

Die Stadt konnte den Pächtern des Vereins keine andere Parzelle anbieten. «Wir bemühen uns, die Pächter der Färberhüsligärten bei den übrigen Familiengartenarealen der Stadt Schlieren begünstigt auf der Warteliste zu platzieren», sagt Stiefel.

Nicht alle werden wechseln können

Ein Wechsel zu einem anderen Familiengartenverein ist nach Gagliardi aber nicht für alle seine Mitglieder eine Lösung: «Für ältere Leute aus dem Quartier, die nicht mehr gut zu Fuss sind, ist es nicht denkbar, dass sie einen weiter entfernten Garten pachten werden.» Er selbst habe 2009 mit der Suche nach einer Alternative begonnen und sei auf einer anderen Familiengartenanlage fündig geworden.

Gemäss Kaspar Mock, Präsident des Familiengartenvereins Betschenrohr, könnte die Suche nach einem neuen Garten für die Pächter vom Färberhüsli zur Geduldsprobe werden: «Bei uns werden höchstens 20 Gärten pro Jahr frei. Und es sind jetzt schon mehr Interessenten auf der Warteliste.»

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