Dietikon
Familie Gut gibt letzter Metzgerei in Dietikon eine Zukunft

Die Metzgerei Hildebrand bekommt einen neuen Inhaber. Dieser setzt auf Bewährtes – und ist offen für Neues. Beispielsweise kann man in der Metzgerei jetzt auch mit Karte zahlen und man hat eine Internetseite eingerichtet.

Tabea Wullschleger
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Sie haben allen Grund zum Strahlen: Sandra und Othmar Gut werden mit der Metzgerei Hildebrand einen Familienbetrieb übernehmen.

Sie haben allen Grund zum Strahlen: Sandra und Othmar Gut werden mit der Metzgerei Hildebrand einen Familienbetrieb übernehmen.

Mitten im Wohnquartier steht sie, eine der letzten im Limmattal: die Metzgerei Hildebrand. Seit fast 60 Jahren ist sie nun schon fester Bestandteil der Dietiker Gewerbelandschaft. Der Familienbetrieb überlebte auch, als eine Metzgerei nach der anderen einging – heute sind im Bezirk Dietikon nur noch zwei andere übrig geblieben.

Umso wichtiger war es Paul und Ursula Hildebrand, dass die Metzgerei weiter bestehen kann. Seit Hildebrands den Betrieb vor 34 Jahren von Pauls Eltern übernahmen, stand das Ehepaar fast täglich im Verkaufsraum. Am 31. August übergeben sie das Geschäft nun an Othmar Gut. «Es ist eine grosse Ehre für uns, diesen Familienbetrieb übernehmen zu dürfen», sagt Gut. Während der gelernte Metzger oft hinter dem Tresen stehen wird, bleibt seine Frau Sandra eher im Hintergrund. Sie ist für das Administrative zuständig; daneben führt sie zu Hause ein Coiffeurgeschäft und ist Mutter und Hausfrau.

Auf der gleichen Linie

Anders als Hildebrands wohnt Familie Gut jedoch nicht gleich neben der Metzgerei, sondern im aargauischen Berikon. Gleich bleibt jedoch die Einstellung: «Ich bin Metzger mit Leib und Seele und möchte meinen Kunden beste Qualität bieten», betont Othmar Gut.

Seine 20 Jahre Berufserfahrung – lange führte der Bauernsohn das Buurelädeli Hofwies in Aesch – stellte er in den letzten drei Wochen bereits unter Beweis, als er zum Einarbeiten im Laden war. Und auch an der Chalä-Chilbi in Dietikon kam er mit vielen Kunden in Kontakt. «Die ersten Reaktionen waren durchwegs positiv», freut sich Gut. Seine Frau Sandra fügt hinzu: «Die Erwartungen an uns sind jedoch hoch.»

Um diesen Erwartungen gerecht zu werden, setzt das Ehepaar Gut auf Bewährtes. So werden sie die traditionelle hauseigene Wursterei ebenso beibehalten wie den Catering-Service. Man könne sich allerdings gut vorstellen, das Catering-Angebot noch auszubauen. Umgesetzt wurden bisher erst zwei Neuerungen: So gibt es eine Homepage (http://www.metzgerei-hildebrand.ch/), auf der alle Aktionen und Infos zur Metzgerei zu finden sind. Ausserdem kann man im Laden neu auch mit Karte zahlen. «Wir sind sehr zuversichtlich, was die Zukunft der Metzgerei Hildebrand angeht», sagt Othmar Gut.

Dass nun ein würdiger Nachfolger gefunden wurde, ist auch der Trychlergruppe Dietikon zu verdanken. In dieser lernten sich Othmar Gut und Paul Hildebrand nämlich kennen. Und als Hildebrand einmal klagte, keine Nachfolge für seine Metzgerei zu finden, meinte Othmar Gut bloss: «Ich wüsste da jemanden. Er steht vor dir.»

So fand die Quartiersmetzg ihren neuen Inhaber und die Hildebrands ihren Retter. Ganz loslassen müssen sie allerdings noch nicht: In der Anfangszeit werden die beiden noch weiterhin im Laden anzutreffen sein, neu einfach als Angestellte – und ohne sich Sorgen über die Zukunft der Metzgerei Hildebrand machen zu müssen.