Limmattal

Familie Biber nistet am Dietiker Weiher

Nicht nur zwei, sondern vier Biber könnten sich an der Limmat eingenistet haben.

Schon mehrmals wurde in diesem Jahr beim Bahnhof Glanzenberg in Dietikon ein Biber gesichtet. Nun lassen neue Beobachtungen darauf schliessen, dass sich dort sogar eine ganze Familie eingenistet hat. Urs Wegmann, Leiter der Biberfachstelle des Kantons Zürich, vermutet, dass es sich um einen ausgewachsenen Biber und sein ein- bis zweijähriges Jungtier handelt.

«Das Geschlecht der Biber kann aus Sichtweite nicht bestimmt werden, dazu muss der Biber entweder gefangen oder tot untersucht werden», erklärt er. Klar ist nur: Der zweite Elternteil kann auch nicht weit sein, denn Biber seien loyale Tiere, sie bleiben nicht nur ihrem Familienverband, sondern auch ihrem Revier ein Leben lang treu.

Der Biber wird beim Fressen unweit des Bahnhofs Glanzenberg beobachtet.

Der Biber beim Fressen am Baum

Damit könnten mit dem Biber, der sich 2014 in den Geroldswiler Auen eingenistet hat, nicht wie vermutet zwei, sondern sogar vier Nager im Zürcher Limmattal niedergelassen haben. Sollte es sich am Weiher tatsächlich um eine Biber-Familie handeln, stehen die Chancen auf weiteren Nachwuchs gut, denn Biber haben laut Wegmann in der Regel bis zu drei Jungtiere. Diese bleiben zwei Jahre bei den Eltern wohnhaft, bevor sie verstossen werden, um ein eigenes Revier zu suchen. Dazu bringen die Nager auch einmal mehrere Dutzende Kilometer hinter sich, bis sie einen geeigneten Standort mit ausreichendem Nahrungsangebot gefunden haben.

Die Reviersuche kann sich laut Wegmann als lebensgefährlich gestalten: Risiko bestehe bei einer Begegnung zwischen zwei männlichen Biber, was in heftigen Revierstreitereien enden kann. Andererseits laufe der Biber jedoch auch Gefahr, im Strassenverkehr unter die Räder eines Fahrzeuges zu gelangen. Dieses Schicksal ereilte den ersten Limmattaler Biber, der sich 2013 aus dem Aargau über die Kantonsgrenze wagte und in der Fahrweid überfahren wurde.
Wer die Familie selber auskundschaften möchte, hat während der Dämmerung die besten Chancen, denn Biber sind nachtaktiv.

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