Eigentlich war die heute 28-jährige IT-Beraterin auch kürzlich vor Obergericht umfassend geständig. Dennoch liess die Limmattaler Geschäftsführerin ihren Verteidiger auf einen Freispruch vom Hauptvorwurf der falschen Anschuldigung plädieren. Unbestritten war, dass die aus Polen stammende Dame am 30. September 2012 mit ihrem Sportwagen der Marke Porsche in den Kanton Aargau fuhr. Kurz vor Mitternacht bewegte sie sich bei Eiken über die Autobahn. Mit rund 160 km/h war sie viel zu schnell unterwegs und tappte dabei in eine Radarfalle der Polizei.

Als die Kantonspolizei Aargau die Temposünderin mit einem Schreiben auf den Raserexzess aufmerksam machte, antwortete sie mit einer Lüge. So schrieb sie zurück, dass gar nicht sie, sondern eine Kollegin von ihr gefahren sei. Allerdings flog diese falsche Anschuldigung bald auf. Einerseits stellte die vorgeschobene und vermeintliche Lenkerin alles in Abrede. Andererseits ergab die erstaunlich gute Qualität des Radarfotos, dass die Limmattalerin über die Autobahn gerast war.

Nur irrtümlich gehandelt?

Vor Obergericht bestätigte die Geschäftsführerin, dass sie tatsächlich die Schnellfahrerin gewesen sei. Allerdings sei sie bei der Aussage gegenüber der Kantonspolizei tatsächlich überzeugt gewesen, dass sie ihren Sportwagen der fraglichen Kollegin für eine Probefahrt ausgeliehen habe.

Auch der Verteidiger stellt jeglichen Vorsatz in Abrede und machte geltend, dass seine Klientin irrtümlich gehandelt habe. Zudem habe die Frau den Blitz des Radarkastens nicht gesehen. Sie habe ihre Kollegin nur leichtfertig, aber nicht wider besseres Wissen als Lenkerin angegeben, plädierte der Rechtsanwalt. Deswegen sei nur wegen des Tempoexzesses eine Busse von 500 Franken angezeigt.

Erstes Urteil wird bestätigt

Wie nun das Obergericht mitteilte, hat es die Berufung der Limmattalerin abgewiesen. So wurde die Beschuldigte nicht nur wegen des Verkehrsdeliktes, sondern auch wegen falscher Anschuldigung zu einer bedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu 120 Franken, also 1800 Franken, sowie zu einer Busse von 1000 Franken verurteilt. Womit die Oberrichter ein erstinstanzliches Urteil des Bezirksgerichts Dietikon umfassend bestätigten. Mit diesem Urteil muss die Geschäftsführerin zusätzlich für sämtliche bisher aufgelaufene Gerichtskosten von über 5600 Franken aufkommen.