Sommerserie

Fahrweid-Umfahrung oder Gubrist-Deckel: So weit fortgeschritten sind die Limmattaler Verkehrsprojekte

Die Bernstrasse in Schlieren soll hier unterirdisch geführt werden.

Die Bernstrasse in Schlieren soll hier unterirdisch geführt werden.

Für den Limmattaler Verkehr rauchen in den Planungsbüros von Kanton und Gemeinden die Köpfe.

  • Weiningen: Die Umfahrung für die Fahrweid

Den Fahrweidern fährt der gesamte Durchgangsverkehr inklusive Lastwagen von Dietikon zur Autobahn A1 und umgekehrt fast durchs Wohnzimmer. Seit drei Jahrzehnten warten sie auf eine Umfahrung. Der Kanton hat schon lange versprochen, die heutige Niederholzstrasse ins Gebiet Hardwald zu verlegen.

Jetzt wirds konkret. Das Bauprojekt soll in diesem Herbst öffentlich zur Einsprache aufliegen, wie eine Sprecherin der Baudirektion auf Anfrage sagte. Den Baustart plant der Kanton auf das Jahresende 2020.

Die Gemeinde Weiningen ist jedenfalls bereit. Wenn die Niederholzstrasse zu einer Gemeindestrasse wird, will sie sie völlig umgestalten und unter anderem zu einer Tempo-30-Zone machen. Den Auftrag für die Planungsarbeiten hat sie auf Simap – dem Infosystem für das öffentliche Beschaffungswesen in der Schweiz – schon im Mai publiziert. Die Offertöffnung war im Juni. Gebaut wird dann, wenn der Kanton die Neue Niederholzstrasse fertiggestellt hat, damit man die Niederholzstrasse für die Bauarbeiten sperren kann.

Google Maps: Niederholzstrasse Weiningen

Die Fahrweid wird zu weiten Teilen zu einer Tempo-30-Zone.

Die Fahrweid wird zu weiten Teilen zu einer Tempo-30-Zone.

  • Weiningen: Der Gubrist-Deckel

2025 soll sich der Weininger Kampf endlich ausgezahlt haben. Dann soll die 100 Meter lange Überdeckung des Gubrist-Westportals fertig gebaut sein. Damit ist aber noch keine Siedlungsreparatur gemacht. Der Gestaltungsplan für das Gubrist-Areal wurde von der Gemeindeversammlung im Juni mit grosser Mehrheit genehmigt. Gemäss dem Gestaltungsplan sind im Gebiet Grossächer entlang der Zürcherstrasse Wohnhäuser mit mässig störenden Betrieben zulässig. Zwischen der Autobahn und der Umfahrungsstrasse ist wie bisher ein Gewerbegebäude vorgesehen. Auf dem Deckel selber ist eine Fläche für eine öffentliche Nutzung geplant. Die Gemeinde will dort ein Feuerwehrgebäude, einen Werkhof und eine Wertstoffsammelstelle bauen. Der Baurechtszins für den Deckel erlässt der Kanton der Gemeinde, wenn eine Velopasserelle gebaut wird. Über diese Passerelle stimmen die Weininger am 23. September an der Urne ab.

Google Maps: Die Gubrist-Decke in Weiningen

  • Schlieren: Die Engstringerkreuzung

Eigentlich schien es klar: Die Bernstrasse sollte bei der Kreuzung mit der Engstringerstrasse 2020/2021 für 44,4 Millionen Franken als flankierende Massnahme zur Limmattalbahn in den Boden verlegt werden. Dann degradierte der Bund das Projekt dieses Jahr von der Priorität A (Umsetzung zwischen 2019 und 2025) zur Priorität B (Umsetzung zwischen 2023 und 2026). Dem Regierungsrat und der Stadt Schlieren passte das gar nicht. Die Kantonsregierung bezeichnete die Massnahme als nicht nachvollziehbar. Und der damalige Schlieremer Bauvorstand und heutige Stadtpräsident Markus Bärtschiger (SP) sagte: «Einmal mehr lässt der Kanton die Agglomeration im Regen stehen.»

Falls sich der Bundesrat nicht einsichtig zeigt, könnte der Kanton das Projekt vorfinanzieren. Ob er dies tun wird, konnte die Baudirektion auf Nachfrage nicht sagen. Der Entscheid des Bundesrates werde demnächst erwartet — dann könne der Kanton das weitere Vorgehen festlegen.

Google Maps: Engstringerkreuzung in Schlieren

  • Oberengstringen: Die Zentrumskreuzung

Vor fünf Jahren präsentierte der Kanton den Oberengstringern, wie er ihre Zentrumskreuzung umgestalten will. Es waren unter anderem zwei Fussgängerstreifen über die Zürcherstrasse, ein Platz vor dem alten Schulhaus, eine Neuanordnung der Bushaltestellen sowie eine Mittelzone mit Kandelabern angedacht. Gebaut wurde seither nichts. Die Gemeinde und der Kanton streiten sich um die Finanzierung. «Es geht um einen statthaften Betrag», sagt Bauvorstand René Beck (CVP). Nach dem die zuständige Person gewechselt habe, wolle der Kanton plötzlich deutlich mehr Geld für den Gemeindeanteil an der Zentrumskreuzung. «Seither herrscht Funkstille», so Beck. Der Kanton versicherte auf Anfrage, bald sollten Gespräche stattfinden.

Google Maps: Zentrumskreuzung in Oberengstringen

Etwa so sähe die Zentrumskreuzung bald aus.

Etwa so sähe die Zentrumskreuzung bald aus.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1