Fahrweid
Mit Hip-Hop und Bollywood: Er will sich den Schweizer Männerpreis sichern

Jadi Ramanathan nimmt am Swiss Men's Award 2021 teil. Das 24-jährige Tanztalent will den Titel für seinen Urdorfer Kollegen holen und hofft, dadurch die Schweizer Medienwelt etwas bunter zu machen.

Sibylle Egloff
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Jadi Ramanathan kam mit vier Jahren aus Sri Lanka in die Schweiz. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Urdorf. Dort lernte er auch, professionell zu tanzen.

Jadi Ramanathan kam mit vier Jahren aus Sri Lanka in die Schweiz. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Urdorf. Dort lernte er auch, professionell zu tanzen.



Britta Gut

Das Motto des Swiss Men's Award 2021 lautet «Be Yourself», zu Deutsch «Sei du selbst». Eine Devise, die zum Fahrweider Jadi Ramanathan passt. «Mit dem, was ich mache und mitbringe, kann ich das voll vertreten», sagt der gross gewachsene 24-Jährige. Er kämpft gegen 19 andere Kandidaten um den Titel «Mister Right», der am 2. Oktober in einer Finalshow vergeben wird. Bis dahin müssen Ramanathan und seine Mitstreiter diverse Aufgaben absolvieren und Punkte sammeln.

Betreut werden sie von Coaches wie dem früheren Dietiker Bachelor Patric Haziri oder dem letztjährigen Gewinner René Brügger aus Hagendorn. Er wurde im Herbst 2020 in der Stadthalle Dietikon zum Sieger gekrönt. Schönheit und Modelmasse wie an den Mister-Schweiz-Wahlen fallen bei diesem Männerpreis jedoch weniger ins Gewicht. Gesucht werden keine perfekten Männer, sondern Charaktere mit Stärken und Schwächen, lassen die Veranstalter verlauten.

Vor dem Fernseher tanzte er zu Michael-Jackson-Videos

Jadi Ramanathans Stärke ist eindeutig das Tanzen. Bereits im Alter von sieben Jahren tanzte er zu Videos von Michael Jackson vor dem Fernseher. «Meine Familie hat überdies oft Bollywoodfilme geschaut. So habe ich schon früh die beiden Tanzstile vereint», erzählt der Limmattaler. Mit vier Jahren kam er mit seiner Familie aus Sri Lanka in die Schweiz.

Jadi Ramanathan beherrscht nicht nur Hip-Hop, sondern auch Break-Dance-Moves.

Jadi Ramanathan beherrscht nicht nur Hip-Hop, sondern auch Break-Dance-Moves.



Britta Gut

Gross geworden ist Ramanathan in Urdorf. Hier besuchte er nicht nur die Schule, sondern auch die Tanzfabrik Urdorf. «Mit zwölf Jahren begann ich mit Hip-Hop. Später kamen andere Tanzstile wie Breakdance, Jazz, Contemporary und Vogueing hinzu.» Ramanathan entpuppte sich als Talent und wurde vom Schüler zum Lehrer. Es folgten weitere Einsätze in anderen Tanzschulen in Wettingen, Luzern und Horgen. An den Schweizer Meisterschaften im Hip-Hop 2012 belegte er den ersten Platz. Hinzu kamen Erfolge mit der Tanzgruppe Flow 2 Flow. Die Schweizer Crew trat an diversen Wettbewerben im Ausland auf. Der Höhepunkt war ein Finale 2016 in Los Angeles.

Mit seinem Idol stand er auf der Bühne

Nie vergessen wird Ramanathan seine Tanzeinlage zusammen mit seinem Idol August Alsina. Der amerikanische Musiker und Tänzer gab 2018 ein Konzert im Zürcher Kaufleuten. «Ich kannte eine Background-Tänzerin von ihm. Wir waren uns bei Auftritten und Workshops in Los Angeles begegnet. Sie hat ihm von mir erzählt, sodass er sein letztes Lied abbrach und mich zum Tanzen auf die Bühne holte», erzählt der 24-Jährige und seine Augen strahlen. Das sei wohl einer der besten Momente seines Lebens gewesen.

Bereits als Kind interessierte sich der gelernte Drucktechnologe fürs Tanzen. Er liess sich von Michael-Jackson-Videos und Bollywoodfilmen inspirieren.

Bereits als Kind interessierte sich der gelernte Drucktechnologe fürs Tanzen. Er liess sich von Michael-Jackson-Videos und Bollywoodfilmen inspirieren.



Britta Gut

Freuen würde sich Ramanathan nun auch über den Sieg am Swiss Men's Award. «Es wäre schön, wenn ich gewinnen würde. Dann könnte ich die Schweizer Medienwelt etwas bunter machen und zeigen, wie vielfältig unser Land ist, was Kulturen angeht», ist sich der gelernte Drucktechnologe sicher. Zudem habe er seinem Kollegen Dominik Altorfer aus Urdorf versprochen, den Titel für ihn nach Hause zu holen. «Er hat letztes Jahr mitgemacht und kam unter die besten Zwölf. Wir kennen uns seit unserer gemeinsamen Schulzeit in Urdorf», sagt Ramanathan.

Auch sonst hat sich der Fahrweider Ziele gesetzt. Er träumt von einem eigenen Tanzstudio und von einer internationalen Karriere als Tänzer. «Egal wie du aussiehst und was für einen Körperbau du hast, Tanzen ist immer möglich. Jeder kann an sich arbeiten. Mit Fleiss und Talent werde ich es schaffen.»