Dietikon

Fälschlicherweise Kinderpornografie heruntergeladen: sechseinhalb Monate bedingte Freiheitsstrafe

Der Angeklagte wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sechseinhalb Monaten und einer Busse von 6000 Franken verurteilt.

Der Angeklagte wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sechseinhalb Monaten und einer Busse von 6000 Franken verurteilt.

Der gut 40-jährige hat über ein Internet-Tauschnetzwerk Kinderpornografie heruntergeladen und anderen zugänglich gemacht.

«Es war nicht meine Absicht, illegale Pornografie zu konsumieren», beteuerte der Beschuldigte vor dem Bezirksgericht Dietikon. Es sei ein Fehler gewesen, das Herunterladen der Dateien nicht zu stoppen.

Dem gut 40 Jahre alten, verheirateten Schweizer wurde vorgeworfen, sich vorsätzlich pornografische Aufnahmen mit Minderjährigen beschafft und anderen zugänglich gemacht zu haben. Gemäss Anklageschrift hatte er an seinem Wohnort über ein Internet-Tauschnetzwerk «mindestens 500 hartpornografische Bild- und Videodateien, namentlich Kinderpornografie, ganz oder auch teilweise» heruntergeladen. Zudem habe er explizit nach Begriffen wie «Teen Girls» oder «16 years old» gesucht. Die Dateien habe er nach dem Herunterladen wieder von seinem Computer gelöscht, teilweise bevor er sie betrachtet hatte.

Durch das Herunterladen und die vorübergehende Speicherung hatte der Beschuldigte die Dateien auch andern Benutzern des Netzwerkes zur Verfügung gestellt – er hatte eine entsprechende Programm-Option nicht ausgeschaltet. Die Staatsanwaltschaft forderte eine bedingte Freiheitsstrafe von acht Monaten sowie die Anordnung eines lebenslangen Verbotes für Tätigkeiten, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfassen.

«Es war nicht das, was ich gesucht habe»

«Ich habe Sammlungen heruntergeladen», räumte der Beschuldigte in der Befragung durch Bezirksrichter Benedikt Hoffmann ein. «Dabei habe ich festgestellt, dass es vom Inhalt her nicht das war, was ich gesucht habe. Daher habe ich die Dateien wieder gelöscht.» Auf die Frage nach seinen sexuellen Präferenzen erwiderte er, dass ihn Kinder nicht interessieren würden. «16-jährige Frauen haben aber einen entwickelten weiblichen Körper.» Zum Antrag auf ein Tätigkeitsverbot meinte der Beschuldigte, der nicht mit Kindern arbeitet: «Ein Tätigkeitsverbot würde sich für mich nicht gross auswirken, aber es würde durch die lebenslängliche Brandmarkung und Stigmatisierung eine Belastung darstellen.»

Das Gericht sprach den Beschuldigten im Sinne der Anklage schuldig. Mit einer bedingten Freiheitsstrafe von sechseinhalb Monaten blieb es leicht unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Es hat das Geständnis, die Einsicht und die Reue des nicht vorbestraften Beschuldigten berücksichtigt. «Es handelt sich aber um gravierende Delikte», hielt Richter Hoffmann fest. Der Beschuldigte wurde zudem zu einer Busse von 6000 Franken verurteilt.

Von der Anordnung eines Tätigkeitsverbotes sah das Gericht hingegen ab. Es bestehe kein Hinweis auf eine pädophile Veranlagung des Beschuldigten, sagte der Richter.

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