Jungs und Mädchen auf Velos, Kickboards oder zu Fuss stehen ungeduldig vor dem Eingang zur Badi Im Moos. «Wir wollen nur schnell ein Foto machen», «Können wir nicht ganz kurz rein?». Egal wie kreativ sie betteln – ohne Eintritt zu zahlen, kommen die Kinder nicht durch die Eingangspforte. An diesem Freitagabend ist nämlich Pool-Party im Inneren der Badi. DJ Peeza legt Musik auf, die über die Wiesen und Rutschen der Anlage dröhnt. Die Kids interessiert das eher wenig, sie wollen alle nur den Einen treffen: Facebook-Star Bendrit.

Dieser steht gleich hinter dem Eingang an einem Tischchen und verteilt Rivella-Dosen an die eintretenden Gäste. Ständig hat er eine Traube von Kindern um sich, die Fotos machen, ihm etwas erzählen, oder einfach ihrem Star nah sein wollen. Die Teenie-Mädchen warfen sich in ihre schönsten Freizeit-Outfits und wandern, wie zufällig, immer wieder an Bendrit vorbei. Die Jungs, etwas unkomplizierter, stehen in Badehosen und tropfnass um den albanischen Facebook-Star.

Bendrit ist Ehrgast der Beach-Party in der Schlieremer Badi Moos

Bendrit ist Ehrgast der Beach-Party in der Schlieremer Badi Moos

Albaner mochten Algen nicht

Die Idee hinter dem Auftritt ist eine lokalpolitische. Die Badi Im Moos kämpf seit vier Jahren um Besucher. Damals baute die Stadt die Anlage um und setzte auf ein umweltfreundliches Wasserreinigungssystem. Statt durch Chlor und Chemikalien, wird das Wasser nun durch natürliche Algen gesäubert. Diese Algen sind aber gut sichtbar. Wer von dem System nichts weiss, könnte den Eindruck von dreckigem Wasser bekommen. Die Verantwortlichen der Badi haben besonders von albanischen Einwohnern das Feedback erhalten, das Wasser sehe komisch aus.

Stadt will Beliebtheit steigern

Die Stadt Schlieren suchte daraufhin nach Ideen, um die Badi beliebter zu machen. In Zusammenarbeit mit der Kommunikationsagentur «Zone 4» erstellte man Konzepte für verschiedene Events. Einer davon ist die heutige Pool-Party mit Bendrit, der bei «Zone 4» unter Vertrag ist. Das Teenie-Idol soll bei seinem ersten unbezahlten Auftritt seinen Landsleuten das umweltfreundliche Algen-System näherbringen. «Viele sprechen mich hier gleich auf Albanisch an», sagt Bendrit. «Sie sagen, das Wasser sieht grün aus.» Er antworte darauf: «Hey das sind nur Algen, das ist nicht gruusig.»

Beim Abfall nimmt er es genau

Obwohl er in Schlieren im Dienst des Umweltschutzes unterwegs ist, sagt er von sich selbst, dass er sonst nicht sehr bewusst mit dem Thema umgehe – ausser bei der Abfalltrennung: «Recycling und so, das mache ich. Ich finde das voll daneben, wenn alle den Abfall in den gleichen Kübel werfen.» Kaum zu Ende gesprochen, ist er schon wieder von einem Teil der 144 Gäste umringt. Die Kinder wollen jetzt mit ihm Turmspringen gehen. Vor wunderschöner Abendkulisse zeigen hauptsächlich die anwesenden Jungs ihr Können im Turmspringen. Die Mädchen stehen fröstelnd mit ihren Handys am Sprungbecken und warten auf das perfekte Foto von ihrem Bendrit.