«Das habe ich schon lange nicht mehr erlebt», sagte Patrick Stach. Der Captain des EHC Urdorf sprach über die drei Gegentore, die sein Team zuvor in der 3.-Liga-Partie am Samstag gegen Zugerland kassiert hatte. Dreimal konnten die Limmattaler dabei in Überzahl agieren, dreimal mussten sie mit ansehen, wie die Gäste sich in Unterzahl die Scheibe schnappten, mit viel Tempo vors Tor fuhren und eiskalt skorten.

Beim ersten Gegentreffer nach zehn Minuten war es Tobias Hubli, der auf Höhe der Mittellinie an die Scheibe kam und alleine auf Urdorfs Torhüter Florian Wassmer zulaufen konnte. Für die beiden weiteren Tore war Reyan Kücük verantwortlich. Nach knapp 47 Minuten Spielzeit wurde er in der Offensivzone angespielt und traf trocken zum 0:2 aus Sicht der Urdorfer, die zu diesem Zeitpunkt gar in doppelter Überzahl agierten. Und nach 50 Minuten wurde Kücük, ähnlich wie Hubli bei seinem Treffer, auf der Höhe der Mittellinie angespielt und liess die Limmattaler Defensive alt aussehen. Drei Shorthander in einer Partie – wie ist so etwas möglich? «Ich denke, wir waren in diesen Situationen nicht bereit», sagte Stach. «Man könnte es Unkonzentriertheit nennen.»

Doch nicht nur wegen der drei Gegentore sieht die Urdorfer Bilanz im Powerplay düster aus. Die Gäste kassierten in einem von vielen Unterbrüchen geprägten Spiel nämlich weitere 20 Strafminuten, von denen sie sich während zweieinhalb Minuten sogar in doppelter Unterzahl wehren mussten. Doch selbst diesen Vorteil konnten die «Stiere» nicht nutzen. Nur einmal gelang ihnen ein Powerplaytreffer, in der 53. Spielminute, als Ken Walliser das 1:3 erzielte, was allerdings lediglich Resultatkosmetik bedeutete.

«Extrem ärgerlich»

In Unterzahl vermochten die Limmattaler dagegen zu überzeugen. So mussten sie gegen Zugerland gleich zweimal mit drei Feldspielern agieren und liessen dabei nur wenig Torgefahr zu. Und auch in jenen Phasen, in denen sie mit einem Mann weniger spielten, standen sie defensiv kompakt. «Ein Riesenkompliment an die Mannschaft für diese Leistung», sagte Stach.

Doch die gute Leistung im Boxplay änderte nichts an der Niederlage, über die sich Stach «extrem ärgert», wie er es ausdrückte. Es ist die dritte in den letzten vier Partien. Nur das Spitzenspiel vorletzten Samstag gegen Bülach konnten die «Stiere» in den vergangenen fünf Wochen gewinnen. Mit 3:2 nach Verlängerung setzten sie sich damals durch. «Nach dem Spiel gegen Bülach, in dem wir grosse Moral gezeigt und einen starken Gegner geärgert haben, hätte man eigentlich erwarten können, dass ein Ruck durch die Mannschaft gehen würde», sagte Stach. Doch dieser Ruck blieb aus. «Das ist sehr frustrierend.»

Frustrierend ist für Stach und seine Mannschaftskollegen auch die Inkonstanz, mit der sie derzeit agieren. So konnten sie noch nie zwei Spiele in Serie gewinnen. Woran liegt das? «Nach dem Abstieg in der vergangenen Saison, der dem Verein wehgetan hat, gab es einen Umbruch», so Stach. Der Captain war selbst Teil dieses Umbruchs: Er ist auf diese Saison hin von den Senioren in die erste Mannschaft zurückgekehrt. Mit seinen 31 Jahren gehört er zu den Routiniers. «Wir haben sehr junge Spieler, aber auch deutlich ältere. Ich glaube, momentan können beide Seiten noch nicht so voneinander profitieren wie gewünscht.» Zwar habe man gute Spieler, aber die Mannschaft habe sich noch nicht gefunden. «Wenn das passiert ist», so Stach, «dann werden wir oben mitspielen.»

Um dieses Ziel zu erreichen, will Stach mit seinem Kollegen «noch härter» im Training arbeiten. «Wir müssen uns in jedes Spiel reinkämpfen, damit wir den Anschluss nicht verlieren», so der Captain. «Und wir müssen vor allem den Spass am Hockey behalten.» Und dann am Ende vielleicht sogar die Chance für den Aufstieg bekommen.«Das wäre für mich ein Riesending.»