Dietikon
Externes Planungsbüro soll Velokonzept erstellen

Der Stadtrat will das Konzept für ein durchgehendes Velonetz nur gemeinsam mit dem Kanton erarbeiten. Er ist sich «der Lücken im Dietiker Radwegnetzes bewusst» und will die Verkehrssicherheit des bestehenden Netzes optimieren.

Bettina Hamilton-Irvine
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Enge Platzverhältnisse: Auf der Bremgartnerstrasse haben Velofahrer keine eigene Spur.

Enge Platzverhältnisse: Auf der Bremgartnerstrasse haben Velofahrer keine eigene Spur.

BHI

Wie er in der Antwort auf ein Postulat von SP-Gemeinderätin Rosmarie Joss schreibt, soll eine Prüfung auf Lücken, Sicherheitsaspekte und Erweiterungsbedarf jedoch im Rahmen eines Gesamtverkehrskonzepts geschehen.

Beginn der Arbeiten dieses Jahr

Dieses wiederum müsse gemeinsam mit dem Kanton erarbeitet werden, da der Bereich Langsamverkehr in die Zuständigkeiten von Kanton und Stadt falle, schreibt der Stadtrat. Zudem seien auch einige Kantonsratsstrassen betroffen. Erstellt werden soll das Konzept jedoch von einem externen Planungsbüro. Mit den Arbeiten wird dieses Jahr begonnen. Erst nach Abschluss sei es dann möglich, «abgestimmte Aussagen über die verschiedenen Verkehrsträger und die zur Zielerreichung notwendigen Massnahmen» zu machen.

Das Verkehrskonzept wird für die Bereiche motorisierter Individualverkehr, öffentlicher Verkehr und Langsamverkehr erarbeitet. Dem Radwegnetz soll jedoch «besondere Beachtung» geschenkt werden. Man sei sich «der hohen Bedeutung des Langsamverkehrs bewusst», betont der Stadtrat.

Dies hat die SP bereits bei der Überweisung des Postulats an den Stadtrat am 3. November 2011 bezweifelt. Denn der Stadtrat wollte sich in der entsprechenden Parlamentssitzung nicht freiwillig dazu verpflichten, ein Konzept für ein durchgehendes Velonetz auf dem Stadtgebiet zu erstellen, wie es das Postulat verlangte. Man sehe die Verbesserung des Velonetzes sowieso als «Dauerauftrag» an, sagte Stadtpräsident Otto Müller (FDP) damals.

Dies irritierte SP-Gemeinderätin Catherine Peer. Sie erklärte, es sei «mühsam», dass der Stadtrat immer wieder betone, wie wichtig der Langsamverkehr sei und dann doch nicht bereit sei, sich dafür einzusetzen. Das Postulat wurde schliesslich gegen den Willen des Stadtrats mit 17 zu 14 Stimmen überwiesen.

Auch in der gestern veröffentlichten Postulatsantwort verweist der Stadtrat nochmals auf das Velonetz als «Daueraufgabe». Ein grosser Teil der Radwege verlaufe zwar schon heute auf vom übrigen Verkehr abgetrennten Flächen. «Aber es gibt noch einige Lücken im Netz», schreibt der Stadtrat. Man sei laufend dabei, im Rahmen von Strassenbauvorhaben punktuelle Verbesserungen für Fussgänger und Velofahrer umzusetzen.

Radweg ins Limmatfeld entsteht

Als Beispiel wird die Mutschellenstrasse zwischen Dietikon und Oetwil genannt, auf der zurzeit ein Veloweg gebaut wird. Auch auf der nördlichen Seite des Bahnhofs entsteht ein Radweg, der ins Limmatfeld führt. Doch: «Auf der Bremgartnerstrasse ist wegen der engen Platzverhältnisse und der starken Verkehrsbelastung kein separater Velostreifen realisierbar», schreibt der Stadtrat.

Mit dem Velo müsse man daher von Süden her über die Obere Reppischstrasse oder die Poststrasse fahren, um ins Stadtzentrum zu gelangen. Die Transitachsen würden zudem im Zusammenhang mit der Limmattalbahn neu gestaltet.