Ein Ex-Polizist aus dem Montenegro hat finanziell verschuldeten Limmattaler Landsleuten Kredite mit Wucherzinsen gewährt und danach mit dem Tode bedroht. Dank eines umfassenden Geständnisses kam der Täter mit einer bedingten Freiheitsstrafe von zehn Monaten sowie 5000 Franken Busse davon.

Die vom Beschuldigten eingestandene Anklageschrift ging auf den Zeitraum zwischen Ende 2008 und März 2012 zurück. Damals betätigte sich der Mann als Geldverleiher und Kreditgeber. Als Kunden wählte er im Limmattal wohnhafte Landsleute aus, die dringend grössere Darlehen benötigten.

Die Staatsanwaltschaft berichtete, wie der Sicherheitsangestellte einem Betreiber eines Brockenhauses einen Kredit von 80 000 Franken gewährte. Dabei wurde mündlich vereinbart, dass der Schuldner pro Monat einen Zins von 10 Prozent, also 8000 Franken zurückzahlen sollte. Der Geschädigte konnte seinen Verpflichtungen nur wenige Monate nachkommen. Danach hatte er kein Geld mehr und wurde von seinem Gläubiger massiv unter Druck gesetzt. Der Beschuldigte drohte nicht nur mit dem Tode, sondern wandte auch Gewalt an. Im September 2011 packte er das Opfer anlässlich eines Treffens am Bahnhof Schlieren grob am Nacken und stellte ihm in Aussicht, ihm alle Knochen zu brechen.

Einem anderen Landsmann übergab er ein Darlehen von 17 000 Franken. Bei einer horrenden Zinsforderung von 20 Prozent im Monat. Auch der verschuldete Betreiber einer Einzelfirma in Schlieren konnte bald nicht mehr bezahlen.

Der Ex-Polizeibeamte überredete den Schuldner darauf einen Bankkredit aufzunehmen und leistete dabei Beihilfe zu einem Betrug. So organisierte der Beschuldigte einen gefälschten Arbeitsvertrag, worauf die getäuschte Bank dem Kreditnehmer 64 000 Franken überwies. 35 000 Franken davon musste er sogleich seinem Gläubiger überweisen. Als das Opfer Ende 2011 erneut nicht mehr zahlen konnte, wurde es vom Angeschuldigten ebenfalls mit dem Tode bedroht. Worauf es Strafanzeige erstattete.

Täter stand selber unter Druck

Der Beschuldigte wurde im Dezember 2012 von der Polizei festgenommen und legte ein umfassendes Geständnis ab. Auch am Mittwoch vor dem Bezirksgericht Dietikon, wo er sich wegen mehrfachen Wuchers, mehrfacher Nötigung und weiteren Delikten verantworten musste. Der Beschuldigte führte allerdings aus, dass sich die wahren Geldgeber in seiner Heimat befinden würden und ihn selber unter Druck gesetzt hätten. Gemäss seinen Angaben haben seine Auftraggeber in Montenegro das Haus seiner Familie in Brand gesteckt.

Verteidiger Valentin Landmann sprach ebenfalls von einem Dilemma seines Klienten, der in der Organisation zunächst aufsteigen, dann aber bald einmal aussteigen wollte. Heute habe der Beschuldigte mit der Wucher-Bande nichts mehr zu tun.

Das Gericht honorierte die Einsicht und die Zugaben des Beschuldigten. Es setzte eine bedingte Freiheitsstrafe von zehn Monaten sowie eine Busse von 5000 Franken fest. Allerdings bei einer langen Probezeit von vier Jahren. Verteidiger Landmann führte zum Schluss aus, dass er und sein Klient das Urteil nicht anfechten werden.